Digitale Verwaltung oder ein versteckter Sehtest?
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Technik, die erniedrigt.
Eines der sicheren Anzeichen dafür, dass an stressigen Tagen eine Pause eingelegt werden sollte, ist sicher das Versagen der Gesichtserkennung am Handy. Immerhin bleibt einem dann ja noch die Eingabe des Passworts per Hand - wenn man das nicht inzwischen vergessen hat.
Noch größere Hürden tun sich auf, wenn zur Absicherung von Online-Vorgängen sogenannte "Captchas" gelöst werden sollen, das ist das Kürzel für "Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart". Kleine Rätsel, die vor dem Absenden gelöst werden sollten, sollen beweisen, dass man ein Mensch und kein Roboter ist.
Als ich kürzlich einem Familienmitglied half, per Mobiltelefon ein neues Foto für die Versichertenkarte an die Krankenkasse zu senden, dachte ich, das sei doch eine meiner leichtesten Übungen - bis das Captcha kam, ein Gewirre aus Buchstaben und Zahlen in Grau auf Grau. Ist das nun ein großes oder kleines Y, soll das eine Null oder doch ein "O" sein? Ich wähnte mich schon in einem Sehtest (war ja eine Krankenkasse) oder einem Geduldsspiel, während der Code immer und immer wieder nicht akzeptiert wurde.
Warum da nicht einfach ein Kästchen zum Ankreuzen mit dem Satz "Ich bin kein Roboter" oder von mir aus eine kleine Rechenaufgabe stehen kann, bleibt mir schleierhaft. Leute, die schlecht sehen können, kaum die Tasten treffen oder schlichtweg nicht gut lesen können, hätten an diesem Punkt wohl aufgegeben. Bei mir war die Technik beim vierten Versuch gnädig und meldete Vollzug. Voll einfach, diese digitale Verwaltung ...
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