Eine Narbe mit Geschichte
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: 78 Jahre WHO.
Ich erinnere mich daran, dass sie mir bereits als Kind auffiel: die Narbe am Oberarm meiner Mutter. Als wäre die Haut dort etwas zusammengezogen. Erst viele Jahre später verstand ich, dass diese von einer Impfung stammte - der Pockenimpfung.
Seit rund 40 Jahren wird nicht mehr gegen die Pocken geimpft. Dank der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die der Krankheit den Kampf angesagt hatte. Gegründet wurde die Organisation heute vor 78 Jahren, am 7. April 1948.
1967 startete sie dann die weltweite Impfkampagne, im Zuge derer Milliarden von Menschen gegen die Pocken geimpft wurden. Die Krankheit hatte jahrtausendelang gewütet. Selbst bei ägyptischen Mumien fanden sich pockenähnliche Hautausschläge.
Innerhalb weniger Jahrzehnte war sie dann ausgelöscht. 1980 erklärte die WHO die Pocken offiziell für besiegt. Was bleibt, sind Narben auf der Haut - und vielleicht auch ein Stück Demut. Denn dieser Erfolg war kein Zufall, sondern das Ergebnis von Zusammenarbeit, Wissenschaft und Vertrauen.