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Foto: May
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Moin Cuxhaven

Nicht geschafft. Oder doch? Ein Jahr lang hatte ich diese Zahl im Kopf

von Tim Larschow | 24.09.2026

Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Nicht geschafft. Oder doch?

Ein Jahr lang hatte ich diese Zahl im Kopf: 45 Minuten. So lange wollte ich beim Zehn-Kilometer-Lauf des Sparkassen-Küstenmarathons zum Weltkindertag in Otterndorf höchstens brauchen. Am Start war ich aufgeregt, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Das änderte sich am Deich. Der Wind bremste mich aus, kostete Kraft - und plötzlich fühlte sich mein Ziel ziemlich weit weg an. Die Strecke machte mich fertig und irgendwann war der Gedanke an eine Zeit unter 45 Minuten für mich erledigt. Ohne groß zu rechnen und ständig auf die Uhr zu schauen, lief ich weiter. Irgendwann ist man an einem Punkt, an dem der Kopf aufhört, vernünftig mitzureden. Es geht nur noch darum, den nächsten Kilometer zu schaffen. Dann den nächsten. Und noch einen.

Was dabei hilft, sind die Menschen an der Strecke: die Zuschauer, die Stimmung, die bekannten Gesichter. Nach der ersten Runde lief ich zum ersten Mal durch den Zielbereich. Mein Gedanke: Wenn die 45 Minuten schon nicht mehr zu schaffen waren, wollte ich wenigstens meine bisherige Bestzeit schlagen. Mehr war in diesem Moment nicht drin. Zumindest dachte ich das. Rechnen konnte ich längst nicht mehr. Erst kurz vor dem Ziel fiel mein Blick auf die große Zeitanzeige. 44:43. Also sprintete ich los. Keine Ahnung, woher die letzten Reserven noch kamen. Aber ich wollte diese 45 Minuten jetzt unbedingt schaffen. Wenige Sekunden später war es vorbei. 45 Minuten. Exakt.

Ich musste danach erst einmal darüber lachen. Natürlich hätte ich die 45 Minuten gerne mit einer 44 davor gesehen. Aber vielleicht passt dieses Ergebnis ganz gut zu meinem Laufjahr. Vor einem Jahr hätte ich mir kaum vorstellen können, zehn Kilometer in dieser Zeit zu laufen. Jetzt stand da genau diese Zahl auf der Uhr. Und vielleicht nehme ich daraus für das kommende Jahr vor allem eines mit: Ich will mir beim Laufen nicht noch einmal so viel Druck machen. Stattdessen freue ich mich auf das nächste Rennen - und darauf, wo die Reise noch hingeht.

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Tim Larschow

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