Schublade mit Sahnesoße: Die unendliche Geschichte der Frauenkörper
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: ein neuer Name für das Normale.
Irgendwo kämpfen Feuerwehrleute gegen verheerende Brände, anderswo erschüttern Anschläge die Welt. Die Nachrichten reißen nicht ab. Und doch scheint im Internet noch genügend Zeit für eine seiner liebsten Beschäftigungen zu bleiben: Frauenkörper neu zu vermessen und mit immer neuen Etiketten zu versehen.
Eilmeldung: Die jüngste Wortschöpfung lautet "Carbonara-Körper". Angelehnt an das Pastagericht mit Stärke und Speck beschreibt sie Frauen, die Krafttraining machen, sichtbar muskulös sind und sich nicht daran orientieren, möglichst schmal zu wirken. Gedacht ist der Begriff als Gegenentwurf zu Trends wie "SkinnyTok", bei dem in sozialen Netzwerken ein extrem schlanker Körper als Ideal dargestellt wird. Auch Medikamente wie Ozempic, die ursprünglich zur Diabetesbehandlung entwickelt wurden und inzwischen häufig zum Abnehmen genutzt werden, haben dieses Schönheitsideal zuletzt noch verstärkt.
Klingt nach einem sympathischen Ansatz und erfrischend, wenn Kraft und Muskeln bei Frauen nicht länger als unweiblich wahrgenommen werden. Doch auch wo vermeintlich mit alten Schönheitsnormen gebrochen wird, bleibt dieselbe Logik: Kaum soll mit alten Idealen Schluss sein, öffnet sich mit bemerkenswerter Kreativität schon die nächste Schublade.
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