Kulturelle Gräben tun sich auf: Akzeptieren, dass die Welt sich dreht
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Unsere neuen Euro-Banknoten.
Und? Haben Sie schon über das neue Design der nächsten Euro-Banknoten abgestimmt? Es geht um keine optische Auffrischung, sondern um komplett neue Noten, und die EU-Bürgerinnen und Bürger können mitreden. Zur Wahl stehen Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur oder Vögel; auf der anderen Seite werden sehr wahrscheinlich wichtige Gebäude aus der EU sehen sein. Man wisse gar nicht, um was für Personen es sich da alles handle, hörte ich kürzlich; Beethoven und Leonardo da Vinci natürlich ausgenommen. Dann wurde gegoogelt: "Eine Opernsängerin! Wer soll die kennen?" Als ich mir erlaubte, auf Maria Callas‘ Weltruhm hinzuweisen (sie könnte auf den Fünfer-Scheinen abgebildet sein), kam die Antwort: "In Deiner Generation vielleicht!" Da könnte man empört sein, vielleicht aber auch nachdenklich. Könnten sich viele Menschen hier nicht auch vielleicht genauso ausgeschlossen fühlen? Und deshalb gefällt mir die Idee mit den Vögeln, die gleichzeitig ein Symbol für offene Grenzen und für unser aller Beziehung zur Natur darstellen. Ja, ich weiß: Auch Kultur vereint grenzüberschreitend, aber es geht hier ja auch um optische Favoriten. Gleichzeitig erlebe ich Mitmenschen, denen das Design der Banknoten herzlich egal ist, Hauptsache, es ist genug davon da. Wer trotzdem mal gucken will - alle Vorschläge gibt‘s hier: https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/future_banknotes/html/all-design-proposals.de.html.
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