Traditionelles Gemüse legal genießen
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Salzige Verführung.
Das erste Mal nahm ich ihn in seiner französischen Variante bewusst zur Kenntnis: Bei einem Besuch in St. Avé bei Vannes spielten die "Salicornes" ihre kulinarischen Reize als Krönung einiger leckerer Canapés aus. Ein Genuss, der nicht einfach im Laden gekauft werden konnte: Die Gastgeberin berichtete, dass sie die Pflanze stundenlang mühselig an der Küste eingesammelt und danach eingelegt habe. Wir jedenfalls waren entzückt.
Anders als der deutsche Name - Queller - deutet die französische Version bereits an, dass dieses Gewächs auf Salz angewiesen ist und sich deshalb gerne auf Salzwiesen und im Watt ausbreitet. Das Gewächs (auf lateinisch "Salicornia europea") ist auch als Meeresspargel bekannt - und genauso wie winzig kleine grüne Spargelstangen sieht es auch aus.
Ganze Felder davon entdeckte mein Kollege Tim Larschow kürzlich auf dem spektakulären Fußweg nach Scharhörn. Im Nationalparkgebiet war natürlich an eine spontane Ernte nicht zu denken, denn dort ist der Queller streng geschützt und soll der Bodenerosion vorbeugen. Aber es gibt einen legalen Ausweg: Kürzlich entdeckte ich in einem Gartencenter Queller zum Anbau im eigenen Kräuterbeet. Besondere Pflegeanweisung: "Regelmäßig mit Salzwasser gießen." Dafür erübrigt sich dann bei der Zubereitung die Salzzugabe.
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