Uhrmacherweisheit: Das Herz der Uhr bewegt unser Leben
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute geht es um "das Herz der Uhr".
Ein alter Uhrmacher sagte einmal: Nicht die Zeiger geben einer Uhr ihren Wert, sondern das Herz, das sie im Inneren bewegt. Vielleicht gilt das nicht nur für Uhren. Wir leben in einer Zeit, in der das Sichtbare oft wichtiger erscheint als das Wesentliche. Der Kalender füllt sich, Nachrichten überschlagen sich, Entscheidungen wollen getroffen werden. Doch das Entscheidende bleibt meist verborgen.
Es ist die Haltung, aus der wir handeln. Die Geduld, die wir aufbringen. Die Freundlichkeit, die wir bewahren, obwohl sie uns nicht immer entgegengebracht wird. Und jener leise Mut, sich selbst treu zu bleiben. Am Wochenende war das auch beim WM-Finale im Fußballstadion zu beobachten. Da wurde geschubst und provoziert. Doch die spanische Mannschaft ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie antwortete nicht mit Hektik, sondern mit Konzentration. Nicht mit Vergeltung, sondern mit ihrem eigenen Spiel. Wer seinen inneren Kompass behält, verschenkt ihn nicht an den Gegner.
Auch unser Leben wird manchmal ruppig. Menschen reden dazwischen, Meinungen prallen aufeinander, nicht jede Situation ist fair. Dann lohnt es sich, an den Uhrmacher zu denken. Eine Uhr gewinnt ihre Verlässlichkeit nicht durch hastige Zeiger, sondern durch ein Uhrwerk, das unbeirrt seinen Rhythmus hält. Nicht jede Herausforderung verlangt eine schnelle Reaktion. Manchmal genügt es, den eigenen Takt nicht zu verlieren. Denn am Ende erinnern sich Menschen selten an unsere Eile. Sie erinnern sich daran, wie sie sich in unserer Nähe gefühlt haben. In diesem Sinne: einen guten Start in den neuen Tag.
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