Unzufrieden? "Die spinnen, die Forscher!"
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute gehts in die Tiefen der Geschichte.
In den Asterix-Heften lebten die entspannteren Erdenbürger auf der anderen Seite der Palisade: Sie feierten, tranken, warfen mit Hinkelsteinen und vermöbelten spaßeshalber auch mal ein paar Legionäre. Nun müssen wir erfahren, dass das alles nicht stimmte. Geschichtsklitterung, schlimmer noch: eine Verkehrung historischer Tatsachen ist die Erzählung vom Glück der libertären gallischen Dorfbewohner. Nicht nur, dass sie eine geringere Lebenserwartung hatten: Pessimistischer und emotional weniger stabil sind bis zum heutigen Tage all jene Menschen, die außerhalb des ehemaligen römischen Einflussgebiets das Licht dieser Welt erblickt haben. Zu dieser Erkenntnis gelangten unlängst Wissenschaftler der Universität Jena. In einer Studie mit mehr als 70.000 Probanden arbeiteten sie heraus, dass sich Bundesbürger, die südlich der einstigen Limes-Linie zuhause sind, nicht nur gesünder, sondern auch eher mit sich im Reinen fühlen.
Was heißt das für uns, die wir in "Germania ferox" (dem einstigen "unzivilisierten" Teil Germaniens) unser Dasein fristen? Sind wir allesamt notorische Miesepeter, weil unser Landstrich vor knapp 2000 Jahren eben nicht von einem schachbrettartigen Netz aus Heerstraßen durchzogen wurde? Kann man so sehen. Andererseits ist die süddeutsche Lebenszufriedenheit vielleicht nichts anderes als jahrhundertelange Anpassung an einen schon um 100 n. Chr. recht kleinkarierten Verwaltungsapparat. Dann lieber querfeldein laufen und jeder Toga mit gesundem Misstrauen begegnen.
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