Wer kennt noch einen Henkelmann?
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Der Henkelmann.
Wenn Sie wissen, was für ein nützliches Utensil so ein Henkelmann ist, zählen Sie garantiert auch zu den älteren Semestern. Ich wage nämlich zu bezweifeln, dass unsere Millennials oder die Gen Z etwas mit diesem Begriff anfangen können. Ihnen sei erklärt: Ein Henkelmann ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Behälter aus Blech, in dem Arbeiter früher ihr zu Hause zubereitetes Essen verpackt hatten, um es zum Arbeitsplatz zu transportieren und ohne Umfüllen im Wasserbad oder mittels Dampf aufzuwärmen. Wasserbad war gestern. Heute übernimmt in den meisten Betriebspantrys die Mikrowelle die wichtige Aufgabe, mitgebrachtes Essen zu erhitzen. Vorgekochtes Speisen in geeigneten Behältnissen mit zur Arbeit zu bringen, ist übrigens bei jungen Menschen durchaus wieder angesagt. Nur heißt das heute nicht mehr so. Das wird neudeutsch Meal-Prep genannt, und das Internet ist voller Ideen fürs pfiffige und gezielte Vorbereiten von leckeren, preiswerten Gerichten, die ganz fix in der Mittagspause erhitzt werden können. Meal-Prep-Boxen können aus Glas, Kunststoff oder Metall sein - was die Frischhaltedosen aber auf jeden Fall sein sollten: praktisch, auslaufsicher und langlebig - und das macht sie dann durchaus vergleichbar mit den Henkelmännern verflossener Zeiten. Ach, was waren unsere Altvorderen doch für wunderbar weitschauende Menschen mit Sinn für Nachhaltigkeit.