20. Cuxhavener Marathon- "Der erste Halbmarathon im Jahr ist immer herausfordernd"
In Cuxhaven wird der 20. Stadtsparkassen-Marathon zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Generationen. Mit beeindruckenden Teilnehmerzahlen und Highlights wie dem Solidaritätslauf zieht das Event Läufer und Zuschauer gleichermaßen in seinen Bann.
Am Sonntag (10. Mai 2026) verwandelt Cuxhaven sich in eine große Laufstrecke. Auf dem Programm des 20. Cuxhavener Stadtsparkassen-Marathon stehen unter anderem ein Marathon, Halbmarathon, Firmenlauf und Kinderläufe. Zum Jubiläum gibt es zudem den Solidaritätslauf für das Kinderhospiz.
Im Startbereich sammeln sich die Kinder um kurz vor halb zehn, die für den ersten Lauf des Tages an den Start gehen: eine Strecke von 500 Metern gilt es zu bewältigen. Der zweite Kinderlauf direkt im Anschluss geht über eine Distanz von 1000 Metern. Sobald der Startschuss fällt, laufen die Kinder voller Elan los. Die Freude ist ihnen anzusehen. "Oh, hier wurde ein Schuh verloren", hört man kurz nach dem Start.

Am Rand stehen die Eltern und feuern ihre Jüngsten an. Auch die Cheerleader "Sharks" stehen bereit und bejubeln die Läuferinnen und Läufer mit ihren Pompons. Beim 20. Cuxhavener Marathon gab es zudem zwei Besonderheiten: Zum einen nimmt ein blinder Läufer in Begleitung teil. Zum anderen gibt es Teilnehmer, die bereits von Bremerhaven nach Cuxhaven gelaufen sind, um vor Ort an den Start zu gehen, erzählen Kristian Klement und Jannik Heinsohn, die die Veranstaltung moderieren.
Mit drei Jahren mitgelaufen
Die achtjährige Johanna aus Lilienthal ist heute zum ersten Mal gestartet. "Ein bisschen habe ich trainiert", erzählt sie nach ihrem Lauf. Die Motivation ist auf jeden Fall da: Die Frage, ob sie nächstes Jahr wieder mitmachen möchte, beantwortet sie mit ja. Zum Aufpassen auf die Sachen und Anfeuern ist ihr Vater dabei. Die Mama und die Schwester laufen später selbst noch mit.

"Hat Spaß gemacht", sagt die 5-jährige Helena aus Cuxhaven. Sie ist eine Runde ganz alleine mitgelaufen. Ihre jüngere Schwester Mareike ist ebenfalls an den Start gegangen, mit gerade einmal drei Jahren. Ihr Vater hat sie begleitet. Die Eltern laufen später selber noch mit. "Bevor wir die Kinder bekommen haben, sind wir regelmäßig laufen gewesen", erzählt die Mutter Esther Schulz. Es sei schwieriger, regelmäßig zu trainieren, wenn man kleine Kinder hat, meint auch ihr Mann Björn Schulz. Trotzdem laufen sie mit: sie sechs Kilometer, er zehn. "Was man mit wenig Training halt machen kann", sagt Björn Schulz lachend.

Für den Halbmarathon aufwärmen müssen sich Heike und Volker Maßmann. Sie waren in diesem Jahr bereits beim Olymp-Marathon in der Wingst am Start, dort aber als Teil einer Staffel. "Das war eine gute Vorbereitung", sagt Heike. "Der erste Halbmarathon im Jahr ist aber immer herausfordernd", meint Volker.
Um 10.15 Uhr geht es weiter. Die Läufer für den zehn Kilometerlauf finden sich am Start ein. Kurz darauf geht auch schon der Marathon, Dreiviertelmarathon und Halbmarathon los. Hunderte Menschen sind motiviert, sich dem jeweiligen Lauf zu stellen. Die Runde selbst ist ein Highlight: Durch die Grimmershörnbucht, an der Kugelbake vorbei und weiter über die Strandpromenade. Am Deich geht es dann zurück zur Kugelbake-Halle, wo sich der Start- und Zielbereich befindet. An der Strecke verteilt stehen unzählige Zuschauer und feuern die Läufer an. Mehrmals sieht man ein "Power Up"-Schild. "Das brauche ich jetzt", sagt ein Läufer und schlägt im Vorbeilaufen gegen das Schild.
Ziel: Unter 40 Minuten bleiben
Nach etwas über 41 Minuten kommt die erste Frau beim zehn Kilometer Lauf ins Ziel. "Es ging gut", erzählt Sandra Sahlmann. Am Deich sei es ein bisschen windig gewesen. In den vergangenen zwei Wochen ist sie bereits zwei Halbmarathons gelaufen. Die waren für den Lauf in Cuxhaven eine gute Vorbereitung für die Neuenwalderin. "Ich bin zufrieden. Heute war vor allem der Spaß wichtig", sagt sie. Bereits im vorherigen Jahr war sie die schnellste Frau über die zehn Kilometer. Extra aus Nordrhein-Westfalen angereist ist Sebastian Linke. "Ich bin platt", sagt er nach dem Lauf über zehn Kilometer. Sein Ziel, unter 40 Minuten zu bleiben, hat er erreicht. "Die Strecke hier gefällt mir gut."

Nach 13 Uhr startet der Lauf über sechs Kilometer, an dem sich auch einige Firmen beteiligen. Esther Schulz kommt ins Ziel und zeigt auf ihre Uhr: 38 Minuten und 48 Sekunden. "Mein Ziel war, unter 40 Minuten zu laufen, und das habe ich geschafft", sagt sie. Kurz danach kommt Fleur Deitmar ins Ziel. "Ich bin das erste Mal die sechs Kilometer durchgelaufen", erzählt sie. Am Anfang fand sie es richtig windig, mit Rückenwind ging es dann besser. "Meine Beine fühlen sich jetzt an wie Wackelpudding", gibt sie lachend zu.
War der Himmel morgens noch grau und zugezogen, kommt im Laufe des Tages die Sonne durch. Zum Solidaritätslauf für das Kinderhospiz strahlt sie auf die Läufer. Dieser findet unter dem Motto "Kleine Schritte, große Hilfe" statt. 496 Kinder aus Cuxhavener Kindergärten und Grundschulen waren dafür angemeldet. Dabei geht es nicht um die Zeit, sondern nur ums Ankommen und ein Zeichen für den guten Zweck zu setzen.

Beeindruckende Teilnehmerzahl
Veranstalter Carsten Decker zieht am Nachmittag ein positives Fazit. "Bombastische Teilnehmerzahlen, viele fröhliche Gesichter, tolle Aussagen von den Sportlern, die man heute schon gehört hat und perfektes Wetter zum Laufen." Ihm sind zudem viele Zuschauer aufgefallen, die begeistert die Läufe verfolgt haben. Um die 800 Kinder sind insgesamt an den Start gegangen: "Das ist auch beeindruckend. Das sind ja die Läufer von morgen." Beeindruckt ist er auch von den gemeldeten Teilnehmern für den Halbmarathon: "Das ist das erste Mal überhaupt in der Laufgeschichte von Cuxhaven, dass auf einer Disziplin eine vierstellige Anzahl gemeldet waren. Das hat es hier noch nie gegeben", erzählt Decker. Während der Veranstaltung kam es jedoch zu einem Unglücksfall. Ein Läufer ist kollabiert und musste reanimiert werden. Die Person befindet sich im Krankenhaus.

Fürs nächste Jahr müsse sich ein neuer Bereich für den Start- und Zielbereich überlegt werden. "Die Strandstraße wird bei diesen Teilnehmerzahlen auch zu eng", erzählt der Veranstalter. Ob er motiviert fürs nächste Jahr sei? "Auf jeden Fall. Also wir sagen ja. Wir stecken viel Arbeit und Herzblut rein und man sieht, dass es belohnt wird."

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