Ärger um Fusion in Cuxhaven: RW-Vorstand entmachtet seinen Vorsitzenden
Die turbulenten Tage bei Rot-Weiss Cuxhaven gehen weiter. Nach den ersten Fusionsgesprächen mit Eintracht in der vergangenen Woche krachte es intern gewaltig. Unstimmigkeiten im RW-Vorstand sorgten für einen drastischen Schritt mit Konsequenzen.
Das Thema Fusion erhitzt die Gemüter. Rot-Weiss Cuxhaven und Eintracht Cuxhaven sitzen seit vergangener Woche an einem Tisch und sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit. Das erste Treffen fand nun im Vereinsheim von Rot-Weiss Cuxhaven statt. Der 2. Vorsitzende von Rot-Weiss, Bernd Köpcke, sprach im Nachhinein von einer guten Atmosphäre. Dennoch soll es nach dem offiziellen Teil des Treffens hoch hergegangen sein. Nicht zwischen den Vertretern beider Vereine, sondern intern im Rot-Weiss-Vorstand. Der Vorsitzende Ralf Kaspar ist glühender Befürworter eines Zusammenschlusses mit dem Stadtrivalen. Die restlichen Vorstandsmitglieder sind etwas zurückhaltender, wollen erst einmal die Gespräche mit der anderen Seite abwarten. "Wir haben im Vorstand nur beschlossen, dass wir ergebnisoffen verhandeln", sagt Köpcke. Entscheidungen seien noch nicht getroffen worden. In der ersten Gesprächsrunde mit Eintracht erhärtete sich aus Sicht des 2. Vorsitzenden Bernd Köpcke aber der Verdacht, dass über einige entscheidende Punkte bereits Vorgespräche zwischen den Vorsitzenden stattfanden. So soll der Name "Rot-Weiss/Eintracht Cuxhaven" zumindest im kleinen Kreis befürwortet worden sein. Auch über die möglichen Trainer der Herrenmannschaften wurde sich bereits unterhalten. Namen wurden auch genannt. Für die Vorstandsmitglieder von Rot-Weiss war das alles neu, einzig ihr Vorsitzender Ralf Kaspar wusste Bescheid. Sie fühlten sich hintergangen. Im Umfeld des Vereins wurde immer wieder von einem Alleingang ihres ersten Vorsitzenden gesprochen. Das Vertrauensverhältnis war angeknackst.
Fronten im Verein verhärten sich
Am nächsten Tag nahm diese Thematik weiter an Fahrt auf. Köpcke und weitere Vorstandskollegen machten ihrem Unmut über das Agieren des 1. Vorsitzenden Luft. Auf einen gemeinsamen Nenner kamen beide Parteien nicht mehr. Ralf Kaspar sprach von Rücktritt, Köpcke von einem Entziehen des Verhandlungsmandates in Sachen Fusion für den 1. Vorsitzenden. Die Fronten verhärteten sich weiter. In einem einstimmigen Beschluss am Dienstagabend votierte der RW-Vorstand nun dafür, dem Vorsitzenden die Berechtigung für die Fusionsverhandlungen abzusprechen. "Er agiert nicht in unserem Sinne", so Köpcke. "Wir haben berechtigte Zweifel an seiner Verhandlungsführung zum Wohle des Vereins", so der 2. Vorsitzende am Mittwochmorgen. Kaspar bleibe aber 1. Vorsitzender. Doch wohl nicht mehr lange. Auf Nachfrage bestätigte Kaspar unserem Medienhaus gegenüber, dass er von seinem Posten zurücktreten werde. Die nötigen Schritte hätte er schon eingeleitet. Er wolle aber "keine schmutzige Wäsche waschen". Er sei damals von einem Teil der Politik gebeten worden, eine Fusion der Vereine voranzutreiben. Diesem Wunsch kam er nach. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es das Beste wäre", sagt Kaspar.
Gesprächsrunde wurde abgesagt
Doch was bedeutet das alles für eine mögliche Verschmelzung von Rot-Weiss und Eintracht? "Die Verhandlungen mit Eintracht sollen weitergeführt werden", sagt Bernd Köpcke. Er und seine Mitstreiter sehen durchaus einen Mehrwert einer Zusammenarbeit. Eigentlich sollte am Mittwoch, 1. März, die nächste Gesprächsrunde stattfinden. Diese wurde aufgrund der Ereignisse kurzfristig abgesagt.
Doch die Zeit drängt. Sollte eine Fusion noch im Sommer über die Bühne gehen, müssten in den nächsten Tagen und Wochen viele Unterlagen erstellt und vorbereitet werden. Am 20. April könnte dann auf der Mitgliederversammlung von Rot-Weiss Cuxhaven darüber abgestimmt werden. "Das könnte zeitlich machbar sein", so Köpcke. Wichtiger sei es, aber erst einmal auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, die Rahmenbedingungen klar zu definieren. Ob nach diesem holprigen Start die weiterführenden Gespräche glatt laufen, bleibt abzuwarten. Doch auch dann entscheiden am Ende die Mitglieder beider Vereine.