Derby in Cuxhaven: Altenwalde fehlen nur Zentimeter
Dramatik pur auf der Kampfbahn: Rot-Weiss Cuxhaven führt 2:1, Altenwalde bekommt in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter. Doch ausgerechnet Ramazan Topcu, sonst vom Punkt so sicher, trifft nur die Latte - der Ausgleich ist dahin.
Es läuft die Nachspielzeit auf der Kampfbahn. Rot-Weiss Cuxhaven führt im Stadtderby mit 2:1 gegen den TSV Altenwalde. Die Gäste werfen alles nach vorn - und jubeln nach einem Pfiff von Schiedsrichter Christopher Blank. Es gibt Elfmeter für den TSV. RW-Verteidiger Leandro Gabriel Marques Padinha hält Benedict Griemsmann im Strafraum. Klare Sache. Ramazan Topcu schnappt sich den Ball. Er hat schon sieben Elfmeter in dieser Saison verwandelt. Das ist sein achter. Er läuft an - und trifft nur die Latte. Der Ball wird geklärt, dann ist das Spiel aus. Die Altenwalder können es nicht fassen. "Das ist so bitter", sagt Trainer Cristiano Da Cruz Cunha nach dem Abpfiff. Er steht noch lange auf dem Platz und versucht, das Geschehene zu verarbeiten. Es ist das erste Stadtderby seit zwei Jahren, das er mit dem TSV verliert. Die Enttäuschung ist groß.
Vor über 800 Zuschauern auf der Cuxhavener Kampfbahn waren die Altenwalder vor allem in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft, hatten auch einige gute Gelegenheiten, nur das Tor fehlte aus TSV-Sicht. "Wir haben uns wieder nicht belohnt", sagt Da Cruz Cunha nach dem Spiel. Nach rund 20 Minuten scheiterte Ramazan Topcu aus kurzer Distanz an RW-Keeper Yannik Rühmkorf, zwei Minuten später traf Niclas Bode nur die Latte. Altenwalde war der Führung deutlich näher als Rot-Weiss. Von den Gastgebern kam in der ersten Hälfte wenig. Das monierten die beiden Interimstrainer Andreas Haas und Helgi Helgason auch nach dem Spiel. Wie schon beim ersten Stadtderby gegen Duhnen vertraten die beiden den ortsabwesenden Cheftrainer Lars Uder. Neben Uder fehlten bei den Cuxhavenern noch einige weitere Akteure - darunter die Offensivkräfte Luca Mittelstädt, Jan-Michel Matthee und Sebastian Wöhlkens. Sicherlich ein Grund dafür, dass sich die Cuxhavener in der ersten Hälfte schwer taten. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern. Haas und Helgason stellten etwas um, brachten mit Sergio Gonzalez Ramirez für Felix Miertsch neuen Schwung ins Spiel.
Schon nach drei Minuten hatte Gabriel Costa die erste große Chance für Rot-Weiss. TSV-Keeper Marlon Plehn hielt seinen Schuss aus rund elf Metern stark. Die nächsten Minuten gehörten den Kampfbahnkickern, die sich im Gegensatz zum TSV Altenwalde schnell belohnten. Costa spielte flach ins Zentrum auf Joshua Flemming, der den Ball aus fünf Metern ins Tor drückte - 1:0 (53. Minute). Im vierten Spiel in Folge traf Flemming für die Cuxhavener. Kurz darauf rettete Benedict Griemsmann spektakulär auf der Linie nach einem Lupfer von Gabriel Costa. In der 67. Minute fiel das 2:0. Und wieder war es Flemming, der traf. Diesmal schickte Ali Hasani den 22-Jährigen Richtung Tor. Flemmings Schuss aus 14 Metern trudelte, nachdem Plehn noch dran war, über die Linie. "Jungs, weiter geht's, wir haben schon ganz andere Spiele gedreht", schrie Cristiano Da Cruz Cunha auf den Platz. Aufgeben war für die Altenwalder keine Option. Dass die Moral im Team stimmt, zeigen sie gefühlt Woche für Woche. So auch dieses Mal. Der TSV drängte nun auf den Anschlusstreffer, den Ramazan Topcu 13 Minuten vor dem Ende per Kopf erzielte. In der Folge rannten die TSVer unermüdlich an, hatten auf der Gegenseite aber auch Glück, dass Mirko Schepergerdes und Joshua Flemming die Entscheidung verpassten. Dann ging es in die Nachspielzeit und es gab den Elfmeter für Altenwalde, den dann ausgerechnet Topcu verschoss.
So lagen sich nach Schlusspfiff die Rot-Weiss-Spieler in den Armen. "Nach hinten raus war es für mich ein verdienter Derbysieg", sagte Cuxhavens Co-Trainer Andreas Haas. Besonders gefreut hat er sich aber über die volle Kampfbahn. Über 800 Menschen schauten sich das Stadtderby am Sonnabendabend an. "Eine tolle Kulisse. Das ist doch Fußballatmosphäre", sagte er. Freud und Leid lagen an diesem Tag aber nah beieinander. Für Altenwaldes Trainer war es ein gebrauchter Tag. "Ich gehe mit einem Drecksgefühl hier raus, bin aber stolz auf die Jungs. Die haben alles rausgehauen. Am Ende ist es einfach ärgerlich", sagte Da Cruz Cunha.
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