Olympiasieger Lasse Lührs schaute in seiner Heimat Wingst vorbei, stand dort neben Katrin Katt vom VfL Wingst auch plötzlich seiner Großmutter auf dem Sofa Rede und Antwort. Foto: Unruh
Olympiasieger Lasse Lührs schaute in seiner Heimat Wingst vorbei, stand dort neben Katrin Katt vom VfL Wingst auch plötzlich seiner Großmutter auf dem Sofa Rede und Antwort. Foto: Unruh
Auf Heimatbesuch

Die ganze Wingst ist stolz: Olympiasieger gibt spannende Einblicke in sein Leben

von Jan Unruh | 25.09.2024

Knapp sechs Wochen ist der Olympiasieg des Wingster Triathleten Lasse Lührs schon her. Mittlerweile hat der 28-Jährige ein wenig Zeit gehabt, diesen besonderen Moment zu verarbeiten. Nun kehrte er an den Ort zurück, an dem alles begann. 

In der Wingst und Umgebung sind sie stolz auf die "berühmteste Person" des Ortes. Hier ist Lasse Lührs aufgewachsen - und hat früh seine Leidenschaft zum Sport entwickelt. Es begann mit dem Eltern-Kind-Turnen, dann ging es weiter mit Schwimmen, Fußball und Tennis. Bis zu diesem einen Tag im Jahr 2006 - sein erster Triathlon. Er nahm am "go sports triathlon" in seinem Heimatort teil und gewann diesen sofort. Es war der Beginn einer unglaublichen Reise für den 28-Jährigen, die nun mit dem Olympiasieg in der Triathlon-Staffel in Paris gekrönt wurde. "Das war ein Erlebnis fürs Leben", sagt Lasse Lührs vor über 100 Leuten im Freibad in der Wingst. 
Die Gemeinde und der Sportverein wollten es sich nicht nehmen lassen, "ihren Lasse" dort zu ehren, wo alles begann - im Freibad in der Wingst. Der Olympiasieger war sichtlich beeindruckt und kam aus dem Händeschütteln und Umarmen gar nicht mehr heraus. Bekannte, Freunde, ehemalige Wegbegleiter und stolze Wingster Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um den Olympiasieger hautnah zu erleben. "Es ist eine große Ehre für mich, dass ihr alle hier seid", sagte Lührs gleich zu Beginn in Richtung Publikum.

Amüsante Anekdoten von der Großmutter

Nach ein paar Grußworten von Vertretern des Vereins, der Gemeinde, der Samtgemeinde und des Kreissportbundes sollte es aber vor allem um einen gehen: Lasse Lührs. Dafür sorgte zuallererst Lasses Oma. Die 84-jährige Erika Peter gesellte sich spontan zu ihrem Enkel auf das Interviewsofa und gab so manch amüsante Anekdoten preis. Sie zeichnete seinen Werdegang aus ihrer Sicht nach und sorgte für zahlreiche Lacher - bei Lasse und dem aufmerksam lauschenden Publikum. Eines schwang permanent in ihren Worten mit: ganz viel Stolz. Sie war auch eine der ersten Gratulanten nach dem Triumph in Paris. "Ich habe ihn natürlich gleich angerufen", sagt sie. Am liebsten hätte sie die ganze Welt nach dem Erfolg umarmt. "Aber es war niemand da, mit dem ich durch die Wohnung tanzen konnte", schmunzelte sie. Das lag daran, dass der Großteil der Familie live vor Ort war. So viele Angehörige habe kein anderer deutscher Athlet ins Deutsche Haus mitgebracht, wusste Oma Erika. Lasse lachte und nickte: "Das stimmt allerdings."

Den vielen Zuschauern im Außenbereich des Freibades hatten ihren Spaß mit dem Olympiasieger, hatten so die Möglichkeit, die Erlebnisse aus seiner Sicht noch einmal hautnah nachzuerleben. Dafür sorgte neben der spontanen Fragestellerin Oma Erika auch Moderatorin Katrin Katt vom VfL Wingst. Lasse schien das lockere Format in seiner alten Heimat zu gefallen.

Olympiasieger Lasse Lührs kehrte in dieser Woche für einen offiziellen Empfang in seine Heimat zurück - und zwar an den Ort, an dem alles begann: dem Hallen- und Freibad Wingst. Foto: Unruh

Der Blick geht schon wieder nach vorn

Es wurde viel gelacht. Es ging aber auch um ernste Themen - wie die Sportförderung und die Schwierigkeiten im Leistungssport. "Ich fühle mich sehr privilegiert, mit Triathlon mein Geld zu verdienen", machte Lührs aber klar. Er ist Sportler durch und durch. Ein Tag ohne Sport sei fast undenkbar. "Ein bisschen Sport muss immer sein", antwortete Lührs auf die Frage, wie ein perfekter Tag in seinem Leben aussehen würde. Lasse Lührs war ehrlich und nahbar, unterschrieb Autogrammkarten und stand ganz geduldig für Fotos zur Verfügung. Trubel, an den er sich in den Tagen nach seinem großen Triumph ein wenig gewöhnt hat. Nun sei es aber auch mal Zeit, zur Ruhe zu kommen. Sportlich zwingt ihn eine Achillessehnenverletzung aktuell dazu. "Ein bisschen Pause tut gut, auch wenn ich jetzt noch gern ein paar Wettkämpfe gemacht hätte", sagt er. Jetzt möchte er nächstes Jahr wieder voll durchstarten. Sein Ziel: die WM-Serie im Triathlon. "Und vielleicht in vier Jahren Olympia in Los Angeles", ergänzt Lührs schmunzelnd. Und irgendwann werde er bestimmt auch mal bei einem Ironman über die lange Distanz antreten. "Das reizt mich schon, liegt aber noch in ferner Zukunft", so der 28-Jährige. 

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