Als besonderen Gast begrüßte Heino Grewe-Ibert bei seiner letzten Lehrerfortbildung in Cadenberge die Olympiasiegerin Tabea Kemme, die bei ihm die ersten Triathlonerfahrungen sammelte. Foto: Unruh
Als besonderen Gast begrüßte Heino Grewe-Ibert bei seiner letzten Lehrerfortbildung in Cadenberge die Olympiasiegerin Tabea Kemme, die bei ihm die ersten Triathlonerfahrungen sammelte. Foto: Unruh
Abschied

Ein Leben für den Triathlon: Grewe-Ibert beendet Fortbildungsreihe

von Jan Unruh | 22.04.2026

Nach 33 Jahren und 250 Lehrerfortbildungen zieht Heino Grewe-Ibert einen Schlussstrich. Der Triathlon-Pionier verabschiedet sich in Cadenberge - dort, wo seine beeindruckende Arbeit einst begann.

Für Heino Grewe-Ibert ist es ein besonderer Meilenstein. Seit 33 Jahren gibt der Triathlontrainer sein Wissen über die Sportart weiter - an Kinder und Jugendliche, aber auch an Erwachsene. Vergangene Woche leitete er seine insgesamt 250. Lehrerfortbildung an der Oberschule in Cadenberge - an dem Ort, an dem vor über 30 Jahren alles begann. "Ich habe hier angefangen und will es hier beenden", sagte Grewe-Ibert zu Beginn der Fortbildung. Es wird seine letzte sein. Der 70-Jährige möchte etwas kürzertreten. Im Jahr 1993 war er Mitbegründer der Triathlonabteilung beim VfL Wingst, neun Jahre später stieg der erste "go sports triathlon", der zwei Jahre später zum weltgrößten Schultriathlon ernannt wurde. Auch dort war Grewe-Ibert maßgeblich an der Organisation beteiligt. "Mein Motto ist es, Kinder zu begeistern", sagt der Sportfanatiker. Das ist ihm zweifelsohne in den vergangenen Jahren gelungen. Nicht nur in der Wingst, sondern in ganz Deutschland. Die Lehrerfortbildungen sind ein wichtiger Teil seiner Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten geworden, um den Triathlonsport noch stärker in der Gesellschaft zu verankern. Triathlon ist für ihn die perfekte Sportart. "Jeder Mensch ist ein Triathlet. Und jedes Kind sollte die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen beherrschen", sagt Grewe-Ibert.

Die 250. und letzte Lehrerfortbildung: Heino Grewe-Ibert macht nach 33 Jahren Schluss. Foto: Unruh

Als er die Idee hatte, die Sportart in den Schulen zu etablieren, wurde er belächelt und für verrückt erklärt, sagt er heute. Doch er blieb am Ball, glaubte an seine Idee und schaffte es tatsächlich, den Triathlon Stück für Stück mehr in den Fokus zu rücken. Mittlerweile gehört das Triathlontraining in vielen Schulen einfach dazu. "Die Bedeutung für den Schulsport ist aus meiner Sicht immens", sagt der 70-Jährige. Seine Begeisterung für die Sportart übertrug sich auch bei der 250. Lehrerfortbildung auf seine "Schüler". Er gab den knapp zehn Teilnehmenden Tipps und Tricks mit auf den Weg - theoretisch und praktisch. Heino Grewe-Ibert war auch bei seiner wohl letzten Fortbildung dieser Art mit Leib und Seele bei der Sache. Zumal er prominente Unterstützung hatte. Olympiasiegerin und Ex-Profi-Fußballerin Tabea Kemme schaute in der Oberschule vorbei. Als Schülerin nahm sie selbst beim "go sports triathlon" in der Wingst teil, wurde dann Profifußballerin und hat nun ihre Liebe für den Triathlonsport wiederentdeckt. Im vergangenen Jahr startete sie über die Sprintdistanz in Otterndorf, auch in diesem Jahr sind einige Wettkämpfe geplant. Triathlon ist für die der perfekte Ausgleich nach der Profisportkarriere. Sie kann nur jede und jeden ermutigen, selbst einmal die Sportart auszuprobieren. Doch egal, wie sich Kinder und Jugendliche letztlich aktiv betätigen, sei nebensächlich. Wichtig sei, dass sie sich überhaupt bewegen. "Und deshalb müssen wir Räume schaffen für Bewegung", sagt sie. Heino Grewe-Ibert hat diese Räume in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen. Auch wenn die Zeit der Lehrerfortbildungen mit der stattlichen Anzahl von 250 nun endet, bleibt der 70-Jährige in Bewegung - selbst auf dem Fahrrad und weiterhin als Trainer beim VfL Wingst. Denn ohne Sport geht es für ihn nicht. 

Mit seiner letzten Fortbildung schließt sich für Heino Grewe-Ibert ein Kreis - an dem Ort, an dem alles begann. Sein Einsatz für den Triathlonsport wirkt jedoch weit über diesen Moment hinaus und wird auch künftig viele Menschen weit über die Grenzen der hiesigen Region in Bewegung bringen.

Auch mit seinen 70 Jahren ist Heino Grewe-Ibert noch topfit. Fast täglich ist er mit dem Fahrrad im Wingster Wald unterwegs. Foto: Unruh

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