Küstenmarathon: Gründungsverein beendet nach über 25 Jahren die Zusammenarbeit
Eine Ära endet: Der VfL Wingst zieht sich nach über einem Vierteljahrhundert aus der Organisation des Küstenmarathons zurück. Der Vereinsvorsitzende erklärt, welche Gründe zu dieser Entscheidung geführt haben.
Beim Sparkassen-Küstenmarathon steht eine Veränderung in der Organisation an. Der Mit-Gründungsverein VfL Wingst zieht sich aus der Organisation zurück und übernimmt künftig keine formelle Verantwortung mehr für die Veranstaltung. Damit endet eine Zusammenarbeit, die seit der Premiere im September 2000 Bestand hatte. Die Gründe für den Schritt liegen vor allem in der zunehmenden Belastung des Vereinsvorstands, der sich auf die eigenen Projekte konzentrieren will.
"Es gab schon seit vielen Jahren die Überlegungen", erklärt Michael Schlobohm, Vorsitzender des VfL Wingst. Vor allem die Unterstützung aus der Triathlon-Abteilung, die sich früher stark in die Organisation eingebracht hatte, sei im Laufe der Zeit weniger geworden. Auch insgesamt habe es immer weniger freiwillige Helfer gegeben. "Am Ende lag die Organisation nur noch auf den Schultern des Vorstands."
Entscheidung hat sich schon lange angebahnt
Dieser habe neben seinen zahlreichen anderen Aufgaben und Projekten die zusätzliche Arbeit für den Küstenmarathon nicht mehr bewältigen können. Hinzu komme, dass die Identifikation mit der organisatorischen Aufgabe innerhalb des Vereins zuletzt nicht mehr ausreichend vorhanden gewesen sei. Der Rückzug sei deshalb keine kurzfristige Entscheidung gewesen, sondern habe sich über Jahre angebahnt.
Das 25-jährige Jubiläum des Küstenmarathons im vergangenen Jahr bot schließlich einen passenden Zeitpunkt, die Mitwirkung zu beenden, so Schlobohm. Er gibt an, dass die Entscheidung damals offenbar nicht an das Organisationskomitee weitergegeben wurde. Deshalb habe der VfL Wingst seinen Rückzug nun noch einmal schriftlich mitgeteilt, berichtet Schlobohm.
VfL Wingst war seit dem ersten Tag dabei
Der Schritt verändert die bisherige Trägerstruktur der Veranstaltung. Neben dem VfL Wingst hatten der TSV Otterndorf und der TSV Wanna den Küstenmarathon gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund ins Leben gerufen. Seit der ersten Austragung im Jahr 2000 gehört der Lauf entlang des Elbdeichs fest zum Sportkalender. Auch der bis heute gültige Streckenrekord stammt aus dem Premierenjahr: Der Kenianer Simon Mbetukha benötigte damals 2:14:16 Stunden.
Freiwillige können sich weiterhin engagieren
Das Organisationskomitee des Küstenmarathons bedauert den Rückzug des VfL Wingst und bedankt sich für das langjährige Engagement. Gleichzeitig soll die Unterstützung durch einzelne Vereinsmitglieder weiterhin möglich sein. Der formelle Rückzug bedeute nicht, dass sich Freiwillige aus den Reihen des VfL künftig nicht mehr als Helfer beteiligen könnten. Das Komitee würde eine solche Unterstützung begrüßen.
Für die verbleibenden Partner TSV Otterndorf und TSV Wanna stellt sich nun die Aufgabe, die Zuständigkeiten und Abläufe für die kommenden Veranstaltungen neu zu ordnen. An der grundsätzlichen Ausrichtung des Küstenmarathons soll sich durch die Veränderung nichts ändern. Die Veranstaltung steht weiterhin unter dem Leitgedanken "Athleten laufen für Kinderrechte".
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