Der Sportplatz in Altenbruch ist am stärksten betroffen: Unzählige Maulwurfshügel zieren die Rasenfläche. Ein normaler Spiel- und Trainingsbetrieb ist seit Wochen kaum möglich. Foto: Unruh
Der Sportplatz in Altenbruch ist am stärksten betroffen: Unzählige Maulwurfshügel zieren die Rasenfläche. Ein normaler Spiel- und Trainingsbetrieb ist seit Wochen kaum möglich. Foto: Unruh
Sportplätze

Maulwurf-Chaos in Cuxhaven: Ausnahmegenehmigung als Rettung?

von Jan Unruh | 19.11.2025

Auf Cuxhavens Fußballplätzen sorgen Maulwürfe für Chaos und stellen die Vereine vor Herausforderungen. Zwischen Schutzgesetzen und Verletzungsrisiken suchen die Verantwortlichen händeringend nach einer Lösung. Keine einfache Aufgabe. 

Sie sind klein, niedlich, aber vielen Gartenbesitzern ein Dorn im Auge - Maulwürfe. Zu sehen sind die Tunnelbauer des Erdreichs selten, doch sie hinterlassen ihre Spuren in Form von unübersehbaren Hügeln auf der Rasenfläche. Eine Thematik, die seit einigen Wochen die Gärtner und auch viele Fußballvereine der Stadt Cuxhaven beschäftigt. Auf einigen städtischen Sportplätzen fühlen sich die Maulwürfe sichtlich pudelwohl. Sehr zum Ärger der Fußballmannschaften. Besonders schlimm ist es in Groden, Altenbruch, Lüdingworth und Oxstedt. Die Plätze sind übersät mit Erdhaufen. "Unser Platz sieht aus wie ein Acker", sagt Sylvia Klug, 1. Vorsitzende des MTV Lüdingworth. Schon seit längerer Zeit sei kein Spielen auf der Rasenfläche möglich. Die Fußballer weichen aktuell nach Wanna aus. Auch der Schulsport war in den vergangenen Wochen beeinträchtigt.

Die Spuren des Maulwurfs sind auch in Lüdingworth deutlich erkennbar. Foto: Unruh

Ähnliches berichten Mentor Grapci, Vorsitzender des FC Cuxhaven, über den Platz in Groden und Paul Paatz, 2. Vorsitzender des VfB Oxstedt. "Wir haben ständig Diskussionen mit den Schiedsrichtern. Wir müssen eine Lösung finden. Es geht um die Sicherheit der Spieler", sagt Grapci. Denn der Maulwurf ist eine durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützte Art. Den Vereinen und auch den Stadtgärtnern, die sich um die Pflege der Sportplätze kümmern, sind die Hände gebunden. Es ist strengstens verboten, einen Maulwurf zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Doch es gibt Ausnahmegenehmigungen. Und die könnten auch auf den Plätzen der Stadt Cuxhaven die Lösung sein. 

Auf dem Sportplatz in Groden fühlen sich Maulwürfe sichtlich wohl. Foto: Unruh

Dr. Christian Wolf von der Naturschutzbehörde der Stadt erklärte auf der vergangenen Sitzung des Sportausschusses ein solches Verfahren. Eine solche Ausnahmegenehmigung ist demnach an strenge Bedingungen geknüpft. Diese werden gerade in Abstimmung mit dem Grünflächenamt geprüft. "Wir wollen das rechtssicher machen", sagte Wolf. Aktuell werde eine Karte der Plätze erstellt, die besonders befallen sind. "Wir wollen auch nicht im Wege stehen, aber wir müssen das sauber abarbeiten", erklärt der Naturschützer. In anderen Gemeinden sind solche Ausnahmegenehmigungen für Sportplätze bereits erteilt worden - aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr. Unter anderem im Landkreis Diepholz und auch in Hannover. Auf eine solche Ausnahme hoffen auch die betroffenen Fußballer, die ihre Sicherheit in Gefahr sehen. "Durch den Regen ist der Platz unterspült. Die Gänge sieht man ja nicht. Die Gefahr des Umknickens ist riesig", sagt Paul Paatz. Dass Handlungsbedarf besteht, war die einhellige Meinung aller Anwesenden auf der Sitzung. "Wir müssen den Vereinen helfen. So kann es nicht weitergehen", sagt Andreas Wichmann (SPD). Auch Ausschussvorsitzender Thomas Brunken (CDU) erhofft sich ein schnelles Handeln. "Ich finde das alles sehr umständlich", sagte er. Nun ist die Stadt Cuxhaven gefordert, eine Lösung zu finden, die im Interesse aller Beteiligten ist. 

Der Sportplatz in Altenbruch ist besonders stark betroffen. Foto: Unruh

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Jan Unruh

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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