Mit den Fans im Rücken: Schafft Armstorf das Faustball-Wunder gegen Käfertal?
Trotz einer klaren Niederlage im Hinspiel beim TV Käfertal setzt der SV Armstorf auf die Unterstützung eines 75-jährigen Vereinshelden und leidenschaftlicher Fans, um das scheinbar Unmögliche zu schaffen. Kann der Außenseiter Geschichte schreiben?
Der SV Armstorf steht vor dem wohl größten Spiel der Vereinsgeschichte. Im Rückspiel des Achtelfinales der Deutschen Meisterschaft im Faustball trifft der kleine Verein aus der Börde Lamstedt am Sonnabend, 18. Januar, ab 16 Uhr auf den renommierten TV Käfertal aus Mannheim - in der heimischen Sporthalle. Die Gäste waren in den vergangenen Jahren Dauergast bei den Entscheidungen um den nationalen Titel. Für Armstorf ist allein das Erreichen des Achtelfinals der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte. Das Hinspiel verloren sie deutlich mit 1:5. Doch sie haben sich noch lange nicht aufgegeben. "Wir wissen, dass etwas möglich ist", sagt Armstorfs Mannschaftskapitän Tobias Buck. Dafür muss am Sonnabend in der Kreissporthalle in Lamstedt aber alles passen. "Wir sind auf jeden Fall gerüstet für das Spiel", so Buck. Eine intensive Trainingswoche liegt hinter der Mannschaft. Sie luden sich mehrere Gastspieler aus umliegenden Vereinen ein, um das Trainingsniveau noch einmal anzuheben. Es herrscht Vorfreude bei den Spielern, aber auch bei den Fans. Einer der größten Fans ist aktuell sicherlich Helmut Steffens. Der 75-Jährige ist eine Faustball-Ikone in der Börde. Er hat jahrzehntelang zig Mannschaften des SV Armstorf trainiert - von der Jugend bis hin zu den Erwachsenen. Am Sonnabend schaut er sich die Begegnung gegen Käfertal entspannt von der Tribüne aus an. "Das Spiel ist etwas ganz Außergewöhnliches", sagt Steffens. Er freut sich darauf.
Wie sehr sein Herz am Faustball hängt, hat er in der Vorwoche bewiesen. Er war einer der rund 20 Fans aus der Börde, die den weiten Weg nach Mannheim angetreten haben. Dort sah er eine überlegene Mannschaft aus Käfertal. "Aber unsere Jungs haben die Fähigkeiten, mitzuhalten", sagt Steffens. Entscheidend werde es sein, ob Armstorf es schafft, den starken Schlagmann Marcel Stoklasa aus dem Spiel zu nehmen. "Sie müssen ihn mehr beschäftigen", weiß Steffens, der mit dem Faustballsport in Armstorf aufgewachsen ist und diesen in den vergangenen Jahren nachhaltig geprägt hat. Auch für ihn ist die Partie gegen Käfertal eine ganz besondere. "Wichtig wird sein, dass wir ein gutes Spiel sehen", sagt Helmut Steffens. Er ist überzeugt davon, dass sein Verein die Sensation schaffen kann. Trotz des deutlichen Hinspielsieges steht aus seiner Sicht der große Favorit aus Käfertal mehr unter Druck. Die Mannheimer richten in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften im Faustball aus. Die besten vier Teams qualifizieren sich für die Titelkämpfe. "Da wollen sie natürlich in eigener Halle dabei sein", sagt Steffens. Und dann ist das noch der "sechste Mann".
Die Zuschauer in der Lamstedter Kreissporthalle werden ihre Mannschaft einmal mehr nach vorn peitschen. Da ist sich Helmut Steffens sicher. Ob es am Ende zum Sieg reicht, wird man sehen. "Die Chancen stehen 70 zu 30 für Käfertal. Unsere Jungs können was", sagt der 75-Jährige. Trotz der deutlichen 1:5-Hinspielniederlage hat Armstorf noch alle Chancen aufs Weiterkommen. Sie brauchen jedoch einen Sieg - egal wie hoch. Dann würde es direkt im Anschluss einen einzigen Entscheidungssatz geben. "Wir werden das Spiel genießen und alles raushauen", verspricht Tobias Buck. Er und seine Teamkollegen können ohne große Erwartungen aufspielen, wollen den Zuschauern aber noch einmal ein Faustballfest liefern. Sie hoffen auf lautstarke Unterstützung von den Rängen. "Die brauchen wir auch", sagt Buck. Es sollen besondere Umstände für einen besonderen Tag werden. Vereinslegende Helmut Steffens rechnet mit mindestens 200 Zuschauern. Es wird laut in der Kreissporthalle. Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon in Mannheim. "Da waren wir mit den 20 Leuten auch viel lauter als die Heimfans", sagt Steffens. Und vielleicht gelingt dann das nächste Faustball-Wunder in der Börde.