Nationalspieler zaubern in Lamstedt: Die große Überraschung bleibt aus
Als Außenseiter gegen den Favoriten: Der SV Armstorf trotzt dem mit Nationalspielern bespickten TV Brettorf in einem packenden Duell immerhin einen Satz ab - vor den Augen des ersten Jugendtrainers des Vereins.
So viele deutsche Nationalspieler sind selten in Lamstedt zu sehen. Gleich drei schlugen am Sonnabend in der Kreissporthalle auf - Sönke Spille, Tom Hartung und Johannes Jungclaussen. Sie alle spielen für den TV Brettorf in der 1. Faustball-Bundesliga und mussten am Sonnabend beim SV Armstorf antreten. Das war in der Vergangenheit nicht immer ein Spaziergang für den großen Favoriten aus der Nähe von Oldenburg. An diesem Tag aber schon. Mit einer deutlichen 1:5-Niederlage wurden den Börde-Jungs um Kapitän Tobias Buck die Grenzen aufgezeigt. "Wir hätten gern ein, zwei Sätze mehr gewonnen", sagte er nach dem Spiel sichtlich enttäuscht.

Trotz der klaren Außenseiter-Rolle hatten sich die Armstorfer mehr ausgerechnet gegen eines der besten Teams Deutschlands, wie Buck vor der Partie sagte. "Uns fehlte die letzte Entschlossenheit", sagte Hauptangreifer Jannik Peters kurz nach der 1:5-Niederlage. Vor allem gegen die variablen Aufschläge und Angriffsbälle des Faustball-Weltmeisters von 2023, Johannes Jungclaussen, fanden die Armstorfer kaum Mittel. Einerseits lag es auch an der fehlenden Abstimmung der Armstorfer, zum größten Teil aber an der Klasse des 26-jährigen Jungclaussen. Seit dieser Saison schlägt der Nationalspieler für den TV Brettorf auf, wechselte vom Süd-Erstligisten TV Vaihingen/Enz in den Norden. Ein Glücksgriff für Brettorf. Eine harte Nuss für die Gegner in dieser Saison. Das bekam Armstorf am Sonnabend in eigener Halle zu spüren.

Ohne Satzverlust reiste Brettorf in die Börde - und untermauerte dies von Beginn an. Die Armstorfer gewannen zwar die Seiten- und Ballwahl, aber Brettorf im Schnelldurchgang den ersten Satz (4:11). Die Gäste waren sofort hellwach, Armstorf verschlief den Start. Doch sie kämpften sich in diese Partie. Angefeuert von rund 150 Zuschauern in der Kreissporthalle gestalteten sie Satz Nummer zwei ausgeglichener, gingen schnell in Führung. Jannik Peters spielte seine Größenvorteile an der Leine aus und im Rückschlag bekamen Tobias Buck, Hannes Buck und Axel Bremer mehr Zugriff. Und auch die Sprungangaben von Björn Buck sorgten für mehr Gefahr als noch in Satz Nummer eins. Es lief nun beim SV Armstorf. Brettorf wirkte beeindruckt, selbst Jungclaussen streute nun mal einen Fehler ein. Der Lohn war der 11:8-Satzgewinn für den Außenseiter. Es war der erste Satzverlust in dieser Saison für Brettorf. In der kurzen Satzpause war die Freude darüber groß beim SV Armstorf. "Jetzt haben wir ein neues Ziel, jetzt holen wir uns den nächsten Satz", sagte Kapitän Buck zu seinen Mitspielern. Auch die Zuschauer glaubten in diesem Moment an die kleine Sensation. Unter ihnen war auch der 92-jährige Klaus Nienkarken. Er war in den 1960er-Jahren der erste Jugendtrainer des SV Armstorf und war selbst aktiver Faustballspieler.

Doch er sah nach dem Satzgewinn der Armstorfer eine immer dominanter spielende Mannschaft des TV Brettorf. Die Börde-Jungs konnten immer nur zeitweise mithalten, meist zu Satzbeginn. Sie wehrten sich zwar nach Kräften, doch letztlich holte sich Brettorf die nächsten vier Sätze ohne die ganz große Mühe. Die erste Enttäuschung nach dieser deutlichen Niederlage wurde aber recht schnell beiseitegewischt. Brettorf und ihre Nationalspieler waren an diesem Tag eine Nummer zu groß für den SV Armstorf. Das konnten auch Tobias Buck und Co. gut einschätzen. Deutlich wichtiger im Kampf um den Klassenerhalt ist das Spiel am nächsten Sonnabend, 6. Dezember. Dann steht wieder ein Heimspiel an. Zu Gast ist die noch punktlose Mannschaft des VfK 1901 Berlin.
