Olympia-Debüt: Platz 21 für den Wingster Triathleten Lasse Lührs
Nach einer Wettkampfverschiebung ging es für den gebürtigen Wingster Lasse Lührs am Mittwoch bei den Olympischen Spielen in Paris an den Start. Mit dem Ergebnis seines Triathlon-Einzelrennens ist er zwar zufrieden - äußert aber auch Kritik.
Als Sportlerin oder Sportler an den Olympischen Spielen teilnehmen, ist und bleibt für die meisten ein Traum. Nicht so für Lasse Lührs. Der gebürtige Wingster hat sein Olympia-Debüt gefeiert und ging im Triathlon-Einzelrennen bei den Olympischen Spielen in Paris an den Start.
Pünktlich um Punkt 10.45 Uhr am Mittwochmorgen wurde der Wettkampf an der Pont Alexandre III eröffnet. Mit dem Startschuss sprangen 55 Männer in die Seine, um die Distanz von 1,5 km zu schwimmen. Hier galt es für Lasse Lührs die richtige Linie im Wasser zu finden, nicht zu sehr gegen den Strom zu schwimmen, den Kontakt nach vorne zu halten. Und das gelang ihm ziemlich gut.

Auf Platz 27 liegend ging es für Lasse Lührs aufs Fahrrad
Nach genau 21 Minuten ging es für den 28-Jährigen mit der Startnummer 37 aus dem Wasser. 36 Steinstufen hinauf zur Pont Alexandre III ließ er hinter sich, um zur Wechselzone zu gelangen. Auf Platz 27 liegend ging es für ihn aufs Rad. Die Radstrecke führte die Athleten in sieben Runden á 5,715 Kilometer unter anderem entlang der Champs-Elysées und am Arc de Triomphe vorbei. Fast 27 Prozent jeder Runde bestand aus Kopfsteinpflaster - eine zusätzliche Belastung für Arme und Beine. Doch nicht nur die körperliche Fitness musste hier mitspielen, auch die mentale Stärke musste über die 40 km lange Strecke stimmen. Und das tat sie bei Lasse Lührs. Auf dem Rad konnte er das Tempo der Führungsgruppe halten, kämpfte sich auf Platz 21 vor.
Vor dem Lauf lag Lasse Lührs nur vier Sekunden hinter dem Führenden
Nach 1:13:26 Stunden in der Wechselzone angekommen, belegte der 28-jährige Olympia-Debütant Platz 25. Der Abstand zum Erstplatzierten betrug lediglich vier Sekunden. Anschließend ging es auf die 10-km-Laufstrecke, bestehend aus vier Runden à 2,5 km. Die Route verlief ähnlich wie der Radkurs. Eine insgesamt beeindruckende Kulisse für die Athleten. Lasse Lührs konnte nach der Hälfte der Distanz weiterhin Platz 21 behaupten. Der Rückstand auf den zu diesem Zeitpunkt Führenden betrug allerdings schon etwas mehr als eine Minute. In der letzten Runde galt es noch einmal alles zu geben.
Schwere Bedingungen und ein Kampf mit der Hitze
Mit einer Zeit von 1:45:56 lief Lasse Lührs - mit einem Abstand von etwa zweieinhalb Minuten auf den Sieger - bei seinem Olympia-Debüt als 21. über die Ziellinie. Seine beiden deutschen Teamkollegen landeten auf den Plätzen 18 (Tim Hellwig) und 24 (Jonas Schomburg). Die Medaillen gingen an den Briten Alex Yee (Gold), den Neuseeländer Hayden Wilde (Silber) und den Franzosen Leo Bergere (Bronze). Im Gespräch mit unserem Medienhaus resümierte Lasse Lührs sein Rennen: "Ich bin sehr zufrieden - von der Platzierung hätte ich mir im Vorfeld etwas mehr erhofft. Ich glaube auch, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre." Warum es zu einer besseren Platzierung nicht gereicht hat, erklärte er so: "Es war superheiß und es waren echt schwere Bedingungen, mit denen ich nicht gerechnet habe." Weiter sagte er: "Unser Rennen wurde sehr kurzfristig verschoben. Und wenn es solche Hitzerennen sind, muss ich mich einfach anders darauf vorbereiten. Es hatten zwar alle die gleichen Bedingungen. Aber ich als Norddeutscher bin nicht der Hitzestabilste."
Eine unglaubliche Erfahrung
Eigentlich hätte der Wettkampf um 8 Uhr starten sollen. "Da wäre es nochmal zehn Grad kühler gewesen, denke ich." Letztendlich findet der 28-Jährige aber noch versöhnliche Worte: "Ich habe auf jeden Fall alles gegeben und es war eine unglaubliche Erfahrung und eine mega Atmosphäre an der Strecke. Ich bin ultra-happy, dass viele Freunde und meine Familie hier sind." Er sei sehr dankbar, dass er dabei sein durfte.
Start in der Mixed-Staffel: Warten auf Entscheidung des Bundestrainers
Nun müssen sich die Athleten auf den Mixed-Staffel-Team-Wettkampf vorbereiten. Ob Lasse Lührs an den Start gehen wird, wird in den kommenden Tagen vom Bundestrainer entschieden. "Vielleicht kriege ich mit der Staffel ja noch eine zweite Chance", so der gebürtige Wingster. Geplant ist das Rennen für Montag, 5. August. In der TV-Liveübertragung sagte Jan Frodeno (Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2008), dass es beim nächsten Wettkampf darum gehe, als Team zu funktionieren. Er sehe die deutsche Mannschaft auf den vorderen Plätzen. Sollte Lasse Lührs also an den Start gehen, könnte er sich sogar Hoffnung auf eine Medaille machen. Dass er im Team funktioniert und siegen kann, hat er dieses Jahr schließlich schon bei der Weltmeisterschaft Mixed Relay in Hamburg gezeigt.