Sandbahnrennen Hechthausen: Eine wichtige Person steht nie auf dem Siegerpodest
Während die Fahrer beim 30. ADAC-Sandbahnrennen im Hechthausener Waldstadion um Siege kämpfen, sorgt Sabrina Buchberger im Hintergrund dafür, dass die Veranstaltung der Motorradfreunde Niederelbe überhaupt stattfinden kann.
Wenn am frühen Sonntagmorgen die Fahrerbesprechung beginnt und am Abend die letzten Pokale überreicht werden, liegt bereits ein langer Tag hinter Sabrina Buchberger. Tatsächlich beginnt ihre Arbeit für das Sandbahnrennen aber nicht erst am Renntag - sondern Monate zuvor. Denn wenn es um das Sandbahnrennen der Motorradfreunde Niederelbe im Waldstadion Hechthausen geht, führt kaum ein Weg an der 42-Jährigen vorbei.
"Sabrina ist unser Mädchen für alles", sagt ihr Mann Jens Buchberger, Vorsitzender der Motorradfreunde Niederelbe. Eine Beschreibung, die auf den ersten Blick salopp klingt, den Kern ihrer Arbeit aber ziemlich genau trifft. Helfer koordinieren, Genehmigungen einholen, Toiletten organisieren, Getränke bestellen, Ansprechpartner für Behörden, Fahrer und Vereinsmitglieder sein - die Aufgabenliste ist lang. Und selbst am Renntag scheint sie überall gleichzeitig gebraucht zu werden. "Sabrina, halte mal die Fahne", "Sabrina, ich brauche einen Helm", "Sabrina, wann geht es los?" Von allen Seiten prasseln Fragen auf sie ein. Doch wer eine Antwort sucht, ist bei ihr auch an der richtigen Adresse.
Sabrina Buchberger hatte nichts mit Rennsport am Hut
Dabei hatte Sabrina Buchberger mit Motorsport ursprünglich gar nichts zu tun. Erst vor 17 Jahren lernte sie durch ihren Mann Jens die Szene kennen. "Ich bin dann mal zu einem Rennen mitgekommen und habe gesagt: Wenn wir mal eigene Kinder haben, übernehme ich die Jugendgruppe", erinnert sie sich. Gesagt, getan. Als Jugendwartin kümmert sie sich seit Jahren um den Nachwuchs des Vereins. Nach der Corona-Pandemie kamen jedoch weitere Aufgaben hinzu. Aus dem Engagement für die Jugend wurde schließlich die Verantwortung für die Organisation des gesamten Sandbahnrennens. Alleine stemmt sie die Organisation allerdings nicht. "Ich habe mit Andre Schönig einen Sportleiter Bahnsport an meiner Seite, der sich um die Fahrer, die Programmhefte und viele administrative Dinge kümmert", betont sie. Auch Jens Buchberger bringt sich intensiv ein und kümmert sich unter anderem um die Sponsorengewinnung. Mit Erfolg: "So viele Sponsoren wie in diesem Jahr hatten wir noch nie", freut sich der Vereinsvorsitzende.

Die Buchbergers bilden eben ein eingespieltes Team. "Das funktioniert nur, wenn der Partner die gleiche Leidenschaft hat und mitzieht", sagt Sabrina Buchberger. Die Begeisterung für den Motorsport hat längst die ganze Familie erfasst. Tochter Joyce (13) und Sohn Jaden (10) fahren selbst und gehören zu den rund 25 Kindern und Jugendlichen der Crosskids-Gruppe des Vereins. Im Rahmen des Sandbahnrennens durften sie vor großem Publikum ihre Runden drehen.
Sportlich bot das 30. ADAC-Sandbahnrennen den Zuschauern ebenfalls einiges. Insgesamt gingen 48 Fahrerinnen und Fahrer in den verschiedenen Klassen an den Start. Allerdings verlief der Auftakt alles andere als planmäßig. Bereits im ersten Lauf der Solo-A-Klasse kam es in der zweiten Runde zu einem Unfall, bei dem Jörg Tebbe mit einem anderen Fahrer kollidierte und stürzte. Das Rennen wurde abgebrochen. Jörg Tebbe konnte zwar begleitet von den Sanitätern des Deutschen Roten Kreuzes selbstständig zum Rettungswagen gehen, musste jedoch ärztlich versorgt werden.

Nach einer längeren Unterbrechung konnte das Rennprogramm fortgesetzt werden. Die Fahrer der Klassen Solo-A, Solo-B, Oldies, Gespanne und Speedkarts sorgten anschließend für spannende und spektakuläre Läufe auf dem Oval. Besonders aufmerksam verfolgt wurde dabei das Comeback von Jens Buchberger. Nach seinem Sturz im vergangenen Jahr bestritt der Lokalmatador erstmals wieder ein Rennen auf der Sandbahn. Bereits nach dem Training zeigte er sich vorsichtig optimistisch. "Die Schulter macht noch mit. Wenn ich alleine fahre, ist alles gut", sagte er. Doch auf der Rennstrecke fährt niemand allein. "Mal gucken, was der Kopf dann sagt."
Offenbar gab der Kopf grünes Licht. Denn Jens Buchberger erwischte einen starken Renntag, gewann bereits den ersten Lauf mit deutlichem Vorsprung und ließ auch im zweiten Rennen der Konkurrenz keine Chance. Nach einem punktlosen dritten Lauf meldete sich Buchberger eindrucksvoll zurück. Im vierten Lauf sicherte er sich mit einem Sieg das Ticket für das Finale, das er ebenfalls für sich entschied. Trotz des erfolgreichen Comebacks blieb ihm in der Gesamtwertung jedoch nur der dritte Platz, da er aufgrund des punktlosen dritten Laufs wichtige Zähler liegen ließ.
Während ihr Mann und all die anderen Fahrer auf der Strecke um den Sieg kämpften, sorgte Sabrina Buchberger im Hintergrund dafür, dass alles reibungslos funktionierte. Aber: "Ohne die vielen Helfer wäre die Veranstaltung nicht möglich."

Die Sieger der einzelnen Klassen:
Solo-A: Dave Meijerink aus Zandvoort, Niederlande.
Solo-B: Marcel Sebastian aus Bielefeld.
Gespanne: Markus Brandhofer und Bridget Meijerink (DE/NL).
Oldies: John Pedersen aus Saeby, Dänemark.
Speedkarts: Thorsten Rath aus Lüdinghausen.
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