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38. Otterndorfer Volksbank-Triathlon. Foto: Unruh
38. Otterndorfer Volksbank-Triathlon. Foto: Unruh
Triathlon

Seriensieger, Newcomerin und Schietwetter: So lief der Otterndorfer Rekordtriathlon

von Jan Unruh | 30.08.2026 Zuletzt aktualisiert: 01.09.2026 10:44 Uhr

Trotz Nieselregens und starkem Wind triumphierte der Wingster Ben Cyrol zum dritten Mal in Folge beim Otterndorfer Volksbank-Triathlon. Die 18-jährige Laura Peschutter beeindruckte als schnellste Frau und hat große Pläne für die Zukunft. 

Der Wind pfiff durch den Start-Ziel-Bereich, leichter Nieselregen setzte ein. Dennoch hatte Ben Cyrol ein Lächeln auf den Lippen. Der 24‑jährige Wingster hatte soeben den Otterndorfer Volksbank-Triathlon gewonnen - über die olympische Distanz. Er war der schnellste Athlet nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen. Ein Gefühl, mit dem der Triathlet vertraut ist. Zum dritten Mal in Folge sicherte er sich den Sieg in Otterndorf. "Das war schon gut", sagte er nach seinem Zieleinlauf. Nach 2:04:08 Stunden überquerte er als Erster die Ziellinie - trotz eines nicht optimalen Radfahrens, bei dem es übrigens Ärger über das aggressive Verhalten von Verkehrsteilnehmern gab.

Cyrol trat mit einem neuen Helm an. Nach zehn Kilometern löste er das Visier. "Ich konnte nichts sehen", sagte er. Von außen Nieselregen, von innen beschlagen. "War vielleicht nicht so eine gute Idee, mit dem neuen Helm zu starten", sagte er schmunzelnd. Nachdem er seine Führung nach dem Schwimmen während des Radfahrens verlor, lief Cyrol beim abschließenden 10-km-Lauf wieder ganz nach vorn. "Das Radfahren hätte besser laufen können, aber ich wollte auch kein zu großes Risiko eingehen. Die Gesundheit ist wichtiger als alles andere", so der Wingster.

Nach wenigen Kilometern auf dem Rad löste Ben Cyrol das Visier seines neuen Helmes, um überhaupt etwas sehen zu können. Einen Großteil der Strecke fuhr er ohne Schutz vor den Augen. Foto: Unruh

Die Bedingungen waren für alle 450 Starterinnen und Starter auf der Olympischen und auch Sprintdistanz herausfordernd. Zur ersten Wettkampfbesprechung war es zumindest noch trocken, dann setzte leichter Nieselregen ein. Hinzu kam ein starker Wind aus südwestlicher Richtung. Die Zuschauer standen mit Regenjacke und Kapuze an der Strecke, die Teilnehmer griffen zum Schwimmen größtenteils zum Neoprenanzug, der erlaubt, aber nicht vorgeschrieben war. Die Wassertemperatur im Otterndorfer Badesee war mit 19 Grad noch in Ordnung. "Ab 16 Grad Celsius ist ein Neoprenanzug Pflicht", sagt Manuel Haase, Leiter der Triathlonabteilung im TSV. Er war einer von rund 150 Helferinnen und Helfern, die dafür gesorgt haben, dass diese Großveranstaltung stattfinden konnte. Trotz der Wetterkapriolen waren Haase und Co. zufrieden. Die meisten Triathleten störten Regen und Wind ohnehin nicht. Einzig die Zuschauerzahl litt unter den Bedingungen. Dennoch waren zahlreiche Unterstützer der Teilnehmer vor Ort. Auch Laura Peschutter aus Köhlen wurde kräftig angefeuert. Die 18-Jährige ließ sich davon beflügeln und war am Ende die schnellste Frau auf der Olympischen Distanz. In 2:10:14 Stunden überquerte sie die Ziellinie - und ärgerte sich über den abschließenden 10-km-Lauf. "Das geht schneller", sagte sie. Dennoch war sie über 20 Minuten schneller als die Zweitplatzierte Linda Neddermann aus Bremen (2:33:27). 

Trotz der widrigen Bedingungen und der Strapazen war die Laune bei den meisten Athletinnen und Athleten gut. Foto: Unruh

Erst seit diesem Jahr trainiert sie ganz konsequent triathlonspezifisch. "Ich habe erst letzten Sommer angefangen, regelmäßig zu schwimmen", sagte sie nach dem Rennen. Umso glücklicher war sie, dass gerade die erste Disziplin in Otterndorf am besten lief. "So schnell bin ich noch nie geschwommen", sagte sie. Laura Peschutter steht noch ganz am Anfang ihrer sportlichen Karriere. Nächstes Jahr geht sie erstmals über die Langstrecke beim Ironman in Hamburg an den Start. Dann muss sie 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 41,195 Kilometer laufen. Darauf freut sie sich. "Ich habe richtig Bock", sagt sie. Nicht nur auf den ersten Ironman, sondern auf alles, was dann noch kommt. "Es wäre schon ein Traum, in ein paar Jahren Profi zu sein", sagte sie. In diesen Traum investiert sie jetzt schon viel Fleiß und auch Schweiß. Trainiert wird sie aktuell noch von ihrem Vater Ralf, der übrigens auch in Otterndorf startete. Er kam übrigens 30 Sekunden nach seiner talentierten Tochter ins Ziel. 

Bei den ganzen Fahrrädern in der Wechselzone war es gar nicht so leicht, das eigene zu finden. Foto: Unruh

Die Ergebnisse:

Olympische Distanz Männer: 1. Ben Cyrol (SC Hemmoor, 2:04:08 Stunden), 2. Alexander Kriebel (Tri Post Trier, 2:04:45), 3. Moritz Dammas (Triabolos, 2:06:09).
Olympische Distanz Frauen: 1. Laura Peschutter (NetSpeed/TSV Otterndorf, 2:10:14 Stunden), 2. Linda Neddermann (Triathlon Club Bremen, 2:33:27), 3. Laura Korta (Bremerhaven, 2:35:06). 
Sprintdistanz Männer: 1. Tristan Fette (Lehrte, 1:03:47), 2. Tim Teege (Elbcoast Running, 1:04:54), 3. Mathias von Waldenfels (Elbcoast Running, 1:05:12). 
Sprintdistanz Frauen: 1. Elisa Schultz (Erfurt, 1:09:32), 2. Fides Berkel (KraftRunners Leipzig, 1:10:48), 3. Sonja Mehrtens (SV Hepstedt, 1:14:19). 
Staffeln: 1. OTT (Martin Ehlers, Jan Petschulat, Jan Meyer-Stender; 59:33), 2. Terrible Brothers (Jan Steltner, Dennis Ahlf, Daniel Ruhmann; 1:03:18), 3. Delta 3 (Dörthe Viebrock, Eike Viebrock, Dominic Plug, 1:05:23). 

Der Auftritt der erst 18-jährigen Laura Peschutter beeindruckte. Sie siegte bei den Frauen - und kam vor Vater Ralf (r.) ins Ziel. Foto: Unruh
Ben Cyrol lag nach dem Radfahren noch auf Platz zwei. Foto: Unruh
Laura Peschutter war mit Abstand die schnellste Frau über die Olympische Distanz. Foto: Unruh
Bei 19 Grad Celsius Wassertemperatur ging es für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Neoprenanzug in den Otterndorfer Badesee. Mit insgesamt 450 Startern war der Triathlon in Otterndorf ausgebucht. Fotos: Unruh
Auf dem Platz vor der Wechselzone wurde es gegen Mittag ziemlich eng. Foto: Unruh
Ben Cyrol kam als erster Athlet aus dem Wasser. Foto: Unruh

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