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Die Ruderer aus Otterndorf (Trainer Martin Ramm, Christopher tom Wörden, Hannes Herting und Thore Eibich) und der Kanute Jakob Thordsen machten den Anfang bei den Sportgesprächen mit Norbert König. Foto: Unruh
Die Ruderer aus Otterndorf (Trainer Martin Ramm, Christopher tom Wörden, Hannes Herting und Thore Eibich) und der Kanute Jakob Thordsen machten den Anfang bei den Sportgesprächen mit Norbert König. Foto: Unruh
Sportgespräche

Sportstudio in Otterndorf: Spitzensport, Emotionen und ein Überraschungsgast

von Jan Unruh | 19.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 19.09.2026 15:49 Uhr

Die Sportgespräche gehören zum Sparkassen Küstenmarathon dazu. Zum vierten Mal moderierte ZDF-Urgestein dieses Format in den Räumlichkeiten der Wespa. Es ging um Spitzensport vor der Haustür, sportliche Tiefpunkte und Faszination für den Sport. 

Es war ein informativer und amüsanter Auftakt in ein ganz besonderes Sportwochenende in Otterndorf. Im Rahmen des Sparkassen Küstenmarathons zum Weltkindertag fanden am Freitagabend die sogenannten Sportgespräche statt. Ein Format, das sich in den vergangenen Jahren etabliert hat. Bereits zum vierten Mal verwandelte sich die Filiale der Weser-Elbe-Sparkasse in Otterndorf in ein Sportstudio. Und wie schon in den vergangenen Jahren fand der Abend großen Anklang. Knapp 150 Gäste lauschten den spannenden und emotionalen Geschichten gleich mehrerer Sportlerinnen und Sportler, die vor allem eines vereint: der Küstenmarathon und die Leidenschaft zum Leistungssport.

Norbert König moderierte die Sportgespräche. Foto: Unruh

Anders als in den Vorjahren wurde das Gesprächsformat den aktuellen Ereignissen angepasst. Bedeutete ganz genau, dass der Abend in zwei Blöcke aufgeteilt wurde. Zu Beginn nahmen die erfolgreichen Otterndorfer Ruderer Christopher tom Wörden, Thbore Eibich und Hannes Herting mit ihrem Trainer Martin Ramm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise zum Thema "Faszination Rudern". Abgelöst wurden sie danach auf dem Podium von den Läuferinnen Lisa Hahner, Svenja Pingpank und Florentine Beese sowie vom belgischen Orientierungsläufer Jannik Michiels. Eines ist aber gleich geblieben im Vergleich zu den Vorjahren: Moderiert wurde der launige Abend von ZDF-Sportmoderator-Urgestein Norbert König. Jedes Jahr schaut der gebürtige Dorumer am Küstenmarathon-Wochenende in Otterndorf vorbei. Moderiert den Lauf am Sonntag und eben die Sportgespräche. In diesem Jahr nahm er auch kurzfristig Einfluss auf die Besetzung des Podiums.

Das Interesse in der Wespa-Filiale in Otterndorf war groß. Foto: Unruh

Neben den erfolgreichen Otterndorfer Ruderern stellte sich spontan ein junger Olympia-Teilnehmer den Fragen auf der Bühne. Der 26-jährige Jannik Thordsen sitzt normalerweise im Kanu und paddelt übers Wasser. Er hat bei Weltmeisterschaften im Sprint über 1000 Meter in den vergangenen Jahren Gold, Silber und Bronze geholt. Thordsen gehört zu den besten Kanuten der Welt und nahm 2024 in Paris an den Olympischen Spielen teil. In Otterndorf war er zu Besuch, bei den Sportgesprächen interessierter Gast. Das änderte sich dann schnell. Zusammen mit den Ruderern berichtete er über seine ganz persönlichen Wettkämpfe, Ziele und auch Tiefpunkte. Es ging in den Gesprächen um die Unterschiede und auch Parallelen im Kanu- und Rudersport. Die Karriere von Thordsen ist schon deutlich fortgeschrittener, als die der jungen Otterndorfer Ruderer. Thordsen hat sich den Olympia-Traum bereits erfüllt - auch wenn die Erinnerungen daran weniger schön sind. Im Finale um die Medaillen beendete ein Algenteppich auf dem Wasser ganz früh und bitter den Traum von einer Medaille. Noch heute beschäftigte ihn dieses Schicksal. "Ich bekomme immer noch Gänsehaut bei der Geschichte", sagt er. Denn der Druck für Athleten in Randsportarten ist groß. Die Ruderer lauschten gespannt - ebenso wie das Publikum.

Olympia haben auch Christopher tom Wörden, Hannes Herting und Thore Eibich im Hinterkopf. Doch bis dahin ist es noch ein sehr langer Weg. Den Grundstein für eine Karriere im Ruderboot haben sie in den vergangenen Monaten und Jahren gelegt. Mit viel Fleiß und Ehrgeiz. Ohne diese beiden Eigenschaften wären auch die Läuferinnen und der Läufer, die im zweiten Themenblock auf der Bühne Platz nahmen, sportlich nicht so weit gekommen.

Faszination Laufsport: Darüber berichteten Yannick Michiels, Svenja Pingpank, Florentine Beese und Lisa Hahner im zweiten Teil der Sportgespräche. Foto: Unruh

Auch in der Leichtathletik ist der Aufwand enorm, der monetäre Ertrag dagegen meist nicht. Sie alle betreiben den Leistungssport aus Leidenschaft. Lisa Hahner ist vor allem als ein Teil der "Hahner Twins" bekannt. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Anna entdeckte sie vor fast 20 Jahren die Begeisterung für den Laufsport, wurde 2015 Deutsche Marathonmeisterin und sorgte mit ihrem Hand-in-Hand-Zieleinlauf mit Schwester Anna 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio für Schlagzeilen. Es hagelte viel Kritik. Zehn Jahre später steht sie darüber und hat sich nichts vorzuwerfen. "Wir haben alles gegeben damals", sagt sie im Rahmen der Sportgespräche. Es war ein vielseitiger Abend - mit Emotionen, Erfolgen und besonderen Erlebnissen. Der belgische World-Games-Gewinner Jannik Michiels gab Einblicke in den Orientierungslauf, Svenja Pingpank und Florentine Beese in ihre nächsten Herausforderungen. Das kurzfristige Ziel vereinte sie aber: Sie alle wollen beim Küstenmarathon nicht nur Spaß haben, sondern auch gewinnen. So ist das bei Leistungssportlern. Den geselligen Abend nutzten nicht nur die Protagonisten auf der Bühne, sondern auch die Gäste für einen sportlichen und geselligen Austausch im Anschluss an das Programm. 

Ruderer Hannes Herting legte am Ergometer eine unfreiwillige Showeinlage ein. Foto: Unruh

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