Weltrekordjagd auf dem Marineflughafen in Nordholz: Bike Navy lockt mit Spitzensport
Die Bike Navy in Nordholz verspricht ein Sportereignis der Extraklasse, wenn Bahnrad-Legende Maximilian Levy den Weltrekord angreift und Spitzensportler wie André Greipel und Katharina Saathoff für Bestmarken sorgen.
Wenn sich vom 26. bis 28. Juni die Start- und Landebahn des Marineflughafens Nordholz erneut in eine große Sportarena verwandelt, dürfen sich Teilnehmer und Zuschauer auf eine besondere Ausgabe der Bike Navy freuen. Bei der siebten Auflage des Events stehen hochkarätige Athleten, spannende Wettkämpfe und eine spektakuläre Weltrekordjagd im Mittelpunkt.
Für großes Aufsehen dürfte dabei Bahnrad-Legende Maximilian Levy sorgen. Der 38-Jährige aus Burg zählt mit vier Weltmeistertiteln, sechs Europameistertiteln und drei olympischen Medaillen zu den erfolgreichsten deutschen Bahnradsportlern. In Nordholz nimmt er nun eine völlig neue Herausforderung an: Hinter einem Derny (ein motorisiertes Zweirad, das speziell als Schrittmacherfahrzeug im Bahnradsport eingesetzt wird) will Maximilian Levy den bestehenden Weltrekord von 92,5 km/h angreifen.

90 km/h sind schon eine "Hausnummer"
Eine erste Trainingseinheit auf dem Gelände der Marineflieger hat der Spitzensprinter bereits gemeinsam mit den Dernypiloten Peter Bäuerlein und Carsten Strassmann absolviert. "Das war richtig anstrengend und schwieriger als gedacht. Ich hätte fast gekotzt", sagte Levy nach seinen insgesamt drei Versuchen auf der Nordholzer Piste. Die Bedingungen seien schwierig gewesen, dennoch zeigte er sich zufrieden. Bei der dritten Testfahrt zeigte sein GPS-Gerät 75 km/h an. Damit fehlten zwar noch knapp 20 km/h auf den Rekord, doch Maximilian Levy sieht weiteres Potenzial: "90 ist schon eine Hausnummer. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und haben noch Potenzial nachzujustieren." Auch Dernypilot Carsten Strassmann blickt optimistisch auf den Rekordversuch: "Wir haben noch Luft nach oben, sind positiv gestimmt und gehen davon aus, dass der Rekord geknackt werden kann. Aber wir brauchen gute Bedingungen." Vor dem großen Showdown ist deshalb noch eine weitere, nicht öffentliche Trainingseinheit geplant. Ob die Vorbereitungen reichen, wird sich am Sonntag, 28. Juni, zeigen.
Ehemalige Profis begleiten die Teilnehmer
Maximilian Levy ist nicht der einzige prominente Gast in Nordholz. Mit André Greipel, der mit rund 150 Profisiegen zu den erfolgreichsten Straßensprintern seiner Generation zählt, Björn Glasner sowie Olympiasiegerin und Weltmeisterin Petra Rossner werden weitere bekannte Namen des Radsports erwartet. Sie begleiten am Sonnabend die Teilnehmer auf den Strecken, geben Tipps und sorgen für besondere Begegnungen. Am Sonntag gehört die Start- und Landebahn dann ganz den Aktiven. Zwischen 9 und 17 Uhr stehen zahlreiche Wettbewerbe auf dem Programm. Neben Rennradrennen werden Läufe, Duathlon-Wettkämpfe, Familien- und Kinderrennen sowie Team- und Firmenwertungen ausgetragen.
Eröffnet wird die Veranstaltung traditionell von den Läuferinnen und Läufern. Für Projektdirektor Dirk Wurzer war die Erweiterung des Angebots ein wichtiger Entwicklungsschritt: "Die Öffnung der Veranstaltung auch für die Runner-Community war ein Meilenstein in die richtige Richtung. Erst damit waren wir in der Lage, auch einen Duathlon anbieten zu können."

Neue Bestmarken auch bei den Läufen möglich
Aus den einst 75 Teilnehmern der Anfangsjahre ist inzwischen eine Großveranstaltung geworden. Angeboten werden unter anderem ein Duathlon über zehn Kilometer Laufen und 20 Kilometer Radfahren, Läufe über fünf und zehn Kilometer sowie ein ein Kilometer langer Kids-Run. Erstmals wird die Bremer Topläuferin Katharina Saathoff über die Zehn-Kilometer-Distanz an den Start gehen. Die 25-jährige Ostfriesin gilt derzeit als Shootingstar der deutschen Laufszene und feierte zuletzt Siege beim Bremer Halbmarathon sowie deutsche Vizemeistertitel in Frankfurt und Valencia. Run-Koordinatorin Katrin Toetzke rechnet deshalb mit einer Bestmarke: "Das gibt einen neuen Streckenrekord." Mit der Cuxhavenerin Anke Schmitz-Elvenich wird eine weitere Spitzenathletin erwartet.
Strecke fast komplett einsehbar

Für die Streckenführung ist erneut Kasernenchef Stephan Giesbers verantwortlich. Die im vergangenen Jahr vollzogene Verlegung vom Aeronauticum zur Sportfluggruppe habe sich bewährt. "Die Strecke ist noch schneller und fast komplett für Zuschauer einsehbar. Die Strecke ist spürbar, weil man als Zuschauer direkt dran ist", betont Giesbers.
Neben dem Sport wartet auch ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Besucher. In der großen Fliegerhalle zeigt unter anderem die Kunstradfahrgruppe des TuS Dorum ihr Können. Für Familien gibt es unter anderem Hüpfburgen und weitere Kinderattraktionen. Beim Gewinnspiel werden insgesamt 250 Preise verlost, darunter fünf Fahrräder verschiedener Kategorien. Wer selbst einmal Rennrad-Luft schnuppern möchte, kann sich vor Ort sogar ein Rennrad ausleihen und die besondere Atmosphäre auf der Start- und Landebahn selbst erleben.
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