Wingsterin Libussa Lübbeke: Mit Vertrauen ins Pferd zum WM-Silber in Aachen
Libussa Lübbeke ist von der Heim-WM in Aachen als Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft zurückgekehrt. Mit ihrem Erfolgspferd Caramia FRH meisterte sie den anspruchsvollen Kurs und trug maßgeblich zur Olympiaqualifikation des deutschen Teams 2028 bei.
Mannschaftseuropameisterin in der Vielseitigkeit ist sie schon, jetzt ist Libussa Lübbeke als Vizeweltmeisterin mit dem Team von der Heim-WM in Aachen zurückgekehrt. Seit einigen Tagen ist bei der 25-jährigen Sportsoldatin in Warendorf wieder der Alltag eingekehrt. Doch das Erlebnis ihrer ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft wirkt noch nach.
Bei ihren Eltern, Annelie und Dr. Martin Lübbeke, in Wingst-Altkehdingen liegen nicht nur die WM-Silbermedaille und die Paradepferdedecke von der Siegerehrung. Auch das 16-jährige Erfolgspferd Caramia FRH, in der Familie Carla genannt, darf sich hier von den Strapazen der Weltmeisterschaft ausruhen. Die Stute v. Comte aus der Fioretta (v. Fabriano) stammt aus eigener Zucht und ist Ergebnis geduldiger und nachhaltiger Zuchtarbeit in Altkehdingen, wie die Spitzen des Hannoveraner Verbandes in einem Glückwunschschreiben an Familie Lübbeke feststellen. Es sei eine Freude zu sehen, wie diese liebevoll geführte Linie auf der größten Bühne des Weltreitsports mit einer Silbermedaille belohnt worden sei.
Ihre Familie stand ihr zur Seite
Das einzigartige Erlebnis einer Weltmeisterschaft im eigenen Land durfte Libussa Lübbeke nicht nur getragen vom begeisterungsfähigen Publikum erleben, das selbst beim Cross-Country fast jeden Quadratmeter entlang der 5,6 Kilometer langen Strecke säumte. Sie erhielt auch volle Unterstützung von ihrer gesamten Familie. Ihre Eltern und ihre Brüder Fritz-Ludwig und Ferdinand waren die ganze Zeit an ihrer Seite.
Und auch wenn Libussa Lübbeke in ihren jungen Jahren bereits eine sehr erfahrene Vielseitigkeitsreiterin ist und mit dem Mannschaftseuropameistertitel von Blenheim Palace in Oxfordshire vom vorigen Jahr im Gepäck nach Aachen gereist ist, konnte sie Beistand bei dieser WM gut gebrauchen. Denn sie und Caramia hatten die Ehre als erstes Paar in den Geländeparcours für das deutsche Team zu gehen, das mit dem späteren Weltmeister in der Einzelwertung, Michael Jung, mit Julia Krajewski, Malin Hansen-Hotopp und Christoph Wahler mit Erfahrung nur so gespickt war.
Als "Pathfinder" auf die Cross-Country-Strecke
Libussa und ihrer Hannoveraner Stute fiel die verantwortungsvolle Aufgabe zu, "Pathfinder" für die nachfolgenden Teamreiter zu sein, als erste ein möglichst gutes Ergebnis nach Hause zu reiten und Informationen für das Team zu sammeln. Und Libussa und Caramia haben dem Druck standgehalten und zur Erleichterung des Teams und des Anhangs geliefert.
Dabei hatte der Cross den Teilnehmern einige knifflige Rätsel aufgegeben. Es brauchte ein topfittes Pferd, das galoppieren und springen kann, aber auch einen klugen Reiter, der seine Hausaufgaben gemacht hat und die Übersicht behält, wenn es stressig wird, und sein Pferd genau kennt. Das ist bei Libussa Lübbeke und Caramia der Fall. Sie bilden ein eingespieltes Team, das in den sechs Jahren, die Caramia im Turniersport startet, gemeinsam durch dick und dünn geht. Libussas Devise: "Dem Pferd vertrauen und ihm den eigenen Rhythmus erlauben." Das bedeutete für Aachen: Mutig nach vorne reiten, aber nicht das letzte Risiko eingehen, sondern "nach Hause kommen".
Geländestrecke eine "intellektuelle Herausforderung"
Für Deutschlands Disziplintrainer Gelände Andreas Dibowski (Mannschaftsolympiasieger von 2008) stellte das Vielseitigkeits-Gelände eine "intellektuelle Herausforderung" dar, denn mit den Alternativrouten - vom direkten, schnellen Kurs über sichere, einfachere Wege - gab es jeder Menge Möglichkeiten, Strafpunkte zu kassieren, wenn man mit den Markierungen der Hindernisse durcheinander geriet.
Olympiaqualifikation für 2028 in Los Angeles gesichert
Zu kompliziert, fand Dibowski. Auch wenn der Gedanke des Parcourschefs dahinter, auch weniger erfahrenen Reitern die Chance zu bieten, den Cross zu meistern, nachvollziehbar erschien. Für die einen stellte das Gelände eine gehörige Denksportaufgabe dar, für Libussa Lübbeke und Caramia war es ein angemessen anspruchsvoller Kurs, den man mit etwas Hirnschmalz bewältigen konnte. Am Ende ging der Plan der deutschen Equipe trotz aller Kritik auf. Andreas Dibowski anschließend in einem Interview: "Wir als Trainer sind sehr, sehr stolz auf die Reiter. Sie haben alle zugehört, alle ihre Rolle ausgefüllt und wirklich das Beste rausgeholt. Sie haben immer die Linien präsentiert, die wir besprochen haben."
Die WM-Silbermedaille bedeutet für das deutsche Team übrigens gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Hoffentlich die nächste große Herausforderung für Libussa Lübbeke und Caramia.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.