Jubiläumsjahr auf Helgoland: Spektakuläre Insel-Umrundung im offenen Meer
200 Jahre Seebad Helgoland - aus diesem Anlass wird es auf der einzigen deutschen Hochseeinsel einige Aktivitäten geben. Doch auch davor, denn Extremsportler André Wiersig wird die Insel am 6. Juni schwimmend umrunden.
Er hat den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich in 9:43 Stunden durchschwommen, den Kaiwi-Kanal zwischen den hawaiianischen Inseln Molokai und Oahu (42 Kilometer in 18:26 Stunden, den Nordkanal zwischen Nordirland und Schottland (34,5 km in 12:17 Stunden), den Santa -Catalina-Kanal zwischen Santa Catalina Island und Los Angeles (32,3 km in 9:48 Stunden, die Tsugaru-Straße zwischen Honshu und Hokkaido (19,5 km in 12:55 Stunden), die Cook-Straße zwischen der Südinsel von Neuseeland und der Nordinsel (22,5 km in 8:02 Stunden), die Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko (14,4 km in 4:17 Stunden) - wie bereitet sich André Wiersig auf solche Strapazen vor? "Das körperliche Training ist dabei gar nicht mal so wichtig, auch wenn man natürlich fit und vorbereitet sein sollte. Doch die mentale Herausforderung ist entscheidend. Gefahren gibt es ja immer. Unterkühlung, Strömung, Orientierung. Im Training bereitet man sich auch auf mentale Herausforderungen vor. Ich bin 54 Jahre alt geworden, habe viele Herausforderungen gemeistert. Aber die nächste Aufgabe darf niemals Routine sein. So beschäftige ich mich intensiv mit Strömungsverhältnissen. Überraschungen kann man nicht immer vermeiden, aber man kann sich intensiv vorbereiten. Im Training hole ich mir auch die nötige Stabilität. Und doch muss man immer eines bedenken: das Meer, egal wo auf dieser Welt, kann man nicht beherrschen!"
Mit Helgoland hat André Wiersig bereits Erfahrungen gesammelt. Am 21. August 2021 ist er als erster Mensch von St. Peter-Ording aus bis in die Helgoländer Schweinebucht geschwommen. Für die 53,2 Kilometer lange Strecke benötige er 18:14 Stunden. "Es war schon speziell. Um Mitternacht bin ich in die dunklen Fluten der Nordsee gestiegen. Herausfordernd waren die letzten Stunden, als Helgoland bereits in Sicht war, aber die Strömung gegen mich gearbeitet hat. Das ist eben diese mentale Stärke wichtig und einem wird bewusst, wie klein man selbst im Vergleich zum Meer ist. Am Ende, als die Strecke geschafft war, habe ich >Dankbarkeit gefühlt. Meinem Team gegenüber und der Insel in der Nordsee."
Zwischen 11 und 12 Uhr wird André Wiersig bei der Landungsbrücke auf Helgoland ins Wasser steigen und gegen 16 Uhr will er zurück an Land sein. Per GPS-Tracker kann man ihn beim Umschwimmen der Insel verfolgen. Nach der Herausforderung steht er den Interessierten gerne für Fragen zur Verfügung. "Ich bin ja ein nahbarer Mensch. Allerdings muss ich sehen, wie mein eigener Zustand ist. Es wird kalt sein und ich werde nicht im Neoprenanzug schwimmen."
Cuxhaven kennt André Wiersig übrigens ziemlich gut. "Als Kind war ich mit meinen Eltern sehr oft in Cuxhaven. Für einen Nordrhein-Westfalen ist es schön, die Natur an der Elbmündung und besonders das Watt zu erleben."
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