Kirchenmusiker-Stelle im Kreis Cuxhaven neu besetzt: Junge Südkoreanerin kommt
Die Nachfolge von Ingo Duwensee auf einer Kirchenmusiker-Stelle im Kreis Cuxhaven ist entschieden: Eine junge Südkoreanerin wird ihm folgen. Duwensee ist im Ruhestand, er war von 2006 bis 2016 in Altenbruch, Lüdingworth und Groden als Organist tätig.
Die Nachfolge von Ingo Duwensee ist entschieden: Die Südkoreanerin Yewon Choi wird ihn beerben, der von 2006 bis 2016 in Altenbruch, Lüdingworth und Groden als Organist tätig gewesen ist und in den Ruhestand getreten ist.
Ein Gremium, bestehend aus Vertretern der Kirchengemeinden, der Orgelstiftung sowie des Kirchenkreises entschieden sich für die 29-Jährige. Im Januar wird sie in Hamburg ihr Konzertexamen im Fach Orgel abschließen. Offiziell eingeführt wird sie am 24. Januar 2027 im Gottesdienst mit Neujahrsempfang in Altenbruch.
"Es ist mein großer Wunsch, dass meine Orgelmusik in den Gottesdiensten kein 'tönendes Erz‘ ist, sondern eine lebendige, berührende Verbindung zwischen den Menschen schafft." Dieser Satz sagt viel über Yewon Choi aus. Die 29-jährige Organistin aus Südkorea möchte Anfang 2027 die Kirchenmusiker-Stelle in Altenbruch, Lüdingworth und Groden übernehmen. Sie tritt damit die Nachfolge von Ingo Duwensee an, der das musikalische Leben der drei Gemeinden über viele Jahre geprägt hat.
Das Bild vom "tönenden Erz" stammt aus dem ersten Korintherbrief. Für Choi beschreibt es, was sie sich von ihrer Musik erhofft: Sie soll nicht einfach erklingen, sondern Menschen berühren und miteinander verbinden.
Dass sie sich ausgerechnet für diese Stelle beworben hat, hat einen besonderen Grund. "Der Hauptgrund dafür ist der unschätzbare Wert der historischen Schnitger- und Klapmeyer-Instrumente", schreibt sie in ihrer Bewerbung. Erst im Mai durfte sie ihr Abschlusskonzert an der berühmten Schnitger-Orgel der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi spielen. Dabei habe sie die Einzigartigkeit eines solchen historischen Instruments noch einmal besonders tief empfunden. Diese Schätze zu bewahren und zu pflegen, sei ihr "ein großes Anliegen".

Doch nicht nur die Orgeln haben sie nach Cuxhaven-Hadeln gezogen. "Ich suche nach einer Gemeinde, die nicht nur hervorragende historische Instrumente pflegt, sondern auch eine warme Gemeinschaft bildet, in der meine musikalische Arbeit Früchte tragen kann", schreibt Choi. In diesen Worten steckt ein Verständnis von Kirchenmusik, das über die Orgelbank hinausreicht. Musik soll ihren Platz im Gottesdienst ebenso finden wie im Miteinander der Menschen.
Ingo Duwensee hat die Orgeltradition der Region über Jahrzehnte mitgestaltet. Er betreute die historischen Instrumente in Altenbruch und Lüdingworth, begleitete die Restaurierung der Klapmeyer-Orgel bis zu ihrer Wiedereinweihung 2004 und prägte die Konzertarbeit der Stiftung Historische Orgeln. Anlässlich des 20-jährigen Stiftungsjubiläums bezeichnete er die Orgeln als "die besten Lehrmeister". Ihre historischen Klangfarben eröffneten immer wieder neue musikalische Möglichkeiten.
Mit seinem Abschied beginnt nun ein neuer Abschnitt. Choi bringt dafür eine fundierte Ausbildung und internationale Konzerterfahrung mit. Zuletzt arbeitete sie als Vakanzvertretung in der Kirchengemeinde Lokstedt in Hamburg. Dort begleitete sie Gottesdienste, leitete einen Seniorenchor und Kinderchöre und übernahm Projekte mit Kindertagesstätten und Seniorenheimen. Die Begegnung mit Menschen verschiedener Generationen gehört für sie damit bereits zum kirchenmusikalischen Alltag.
Ende Oktober wird Yewon Choi ihre künftige Wirkungsstätte im Rahmen eines Treffens im Kirchenkreis aus nächster Nähe kennenlernen. "Ich freue mich schon sehr darauf", verrät die 29-Jährige. Für sie ist klar: "Ich möchte mit meiner Musik erreichen, dass aus historischen Klängen lebendige Begegnungen werden - und dass die alten Orgeln auch in Zukunft viele Menschen zu berühren vermögen."
Zur Person:
Yewon Choi, geboren 1997 in Südkorea, studierte Kirchenmusik an der Yonsei University in Seoul und Orgel an der Hochschule für Musik und Theater München. Seit 2024 setzt sie ihre Ausbildung im Konzertexamen Orgel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Prof. Antonio Di Dedda und Prof. Wolfgang Zerer fort.
2022 gewann sie den zweiten Preis beim 21. Internationalen Petr-Eben-Orgelwettbewerb in Tschechien sowie einen Sonderpreis für die Interpretation eines Werkes von Petr Eben. Als Organistin konzertierte sie unter anderem bei internationalen Orgelfestivals in Prag und München sowie an Hamburger Kirchen, darunter St. Petri und St. Katharinen. Sie erhielt Stipendien der Oscar und Vera Ritter-Stiftung, des Auswärtigen Amts und von Yehudi Menuhin Live Music Now. (red)
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