"Tränen in den Augen": Ex-Soldaten treffen sich nach fast 40 Jahren in Altenwalde
Drei ehemalige Soldaten haben sich nach mehr als vier Jahrzehnten erneut vor der früheren Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven-Altenwalde getroffen. Es war ein emotionales Wiedersehen.
Vor der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven-Altenwalde ist ein Stück gemeinsamer Bundeswehrgeschichte lebendig geworden. Drei frühere Soldaten trafen sich dort zum zweiten Mal in Folge wieder - nach fast vier Jahrzehnten. Frank Nischler aus Bremerhaven, Oberfeldwebel der Reserve, heute Horterzieher und Sportlehrer, Bernd Nehring aus Bremervörde, Oberfeldwebel der Reserve, heute Anlagenmechaniker, und Jochen Maaßen aus Mönchengladbach, Stabsunteroffizier der Reserve, heute Abteilungsleiter in einer Druckerei und ehrenamtlich im Reservistenverband tätig, hatten zwischen 1983 und 1987 gemeinsam bei der 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 73 gedient.
Das Kasernentor, besungen in der Liedzeile "Vor der Kaserne, vor dem großen Tor …" aus "Lili Marleen", steht für viele ehemalige Soldaten für Abschied, Neubeginn und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Für Nischler, Nehring und Maaßen wurde es erneut zum Ort der Erinnerung. Schon das erste Treffen im vergangenen Herbst nach 38,5 Jahren hatte die Männer bewegt. "Es war wie in einem Kinofilm. Ich hatte Tränen in den Augen", erinnert sich Maaßen.
Mittelpunkt einer Marsch- und Gefechtsübung
Zum Wiedersehen gehörte auch ein besonderes Fahrzeug: Ein VW Iltis Typ 183, einst Dienstfahrzeug des früheren Hauptmanns und Kompaniechefs Peter Numberger, kehrte nach mehr als 40 Jahren ebenfalls an die Kaserne zurück. Begleitet wurde der Geländewagen von einer Hercules 125 BW mit Transportanhänger. Gemeinsam bildeten sie den nostalgischen Mittelpunkt der Marsch- und Gefechtsübung "Flinker Iltis" DE26.
Das Gespann befindet sich im Privatbesitz von Jochen Maaßen. Die Wagner Armeefahrzeuge GmbH aus Hollnich im Hunsrück hatte es in enger Zusammenarbeit mit dem Verein für Militär- und Zeitgeschichte Hunsrück komplett restauriert und neu aufgebaut. Für den Marsch von Mönchengladbach nach Altenwalde benötigte Maaßen neun Stunden.
Erinnerungen an Fahrten, Märsche und Ausbildung
Mit dem Motorengeräusch kamen Erinnerungen an Geländefahrten, Nachtmärsche, Gefechtsausbildung, Biwaks und Übungen an der Nordseeküste zurück. Auch jährliche Herbstmanöver, das Verladen der Schützenpanzer Marder und das Verlegen des kompletten Bataillons in den Westen oder Süden der Bundesrepublik wurden wieder gegenwärtig. Im Mittelpunkt standen für die Veteranen aber nicht nur militärische Abläufe, sondern vor allem die erlebte Kameradschaft: der Kamerad, der den schweren Rucksack mittrug, heißer Kaffee nach einer kalten Nacht im Gelände, gemeinsames Lachen auf der Stube und lange Gespräche während der Wache.
Die Jahre in Altenwalde waren für die drei Männer mehr als Wehrdienst. Sie beschreiben sie als prägende Zeit, in der Freundschaften entstanden, die auch nach fast 40 Jahren wieder dort anknüpfen, wo sie einst aufgehört hatten. Beim Abschied vor dem Kasernentor wurde deutlich, welche Bedeutung dieser Ort für sie behalten hat: Er war einst Ausgangspunkt ihres gemeinsamen Weges und steht heute dafür, dass Kameradschaft Zeit und Entfernung überdauern kann.
Von Joachim Tonn
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