Altenwalde fehlt bei den neuen Wehrdienst-Standorten: Was das für Cuxhaven bedeutet
Die Zukunft der ehemaligen Kaserne in Altenwalde bleibt ungewiss. Fünf Standorte werden aktuell für den Wehrdienst vorbereitet - Altenwalde fehlt dabei. Was das für Cuxhaven bedeutet.
Die Bundeswehr macht bei der Suche nach zusätzlichen Standorten für den Aufwuchs ihrer Streitkräfte den nächsten Schritt. Von den im Juli als besonders geeignet eingestuften acht ehemaligen militärischen Liegenschaften sollen nun fünf für die Ausbildung neuer Wehrdienstleistender vorbereitet werden. Die ehemalige Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Altenwalde gehört nicht dazu.
Eine Absage an den Standort sieht Altenwaldes Ortsbürgermeister Ingo Grahmann darin allerdings nicht. Er setzt weiterhin auf eine mögliche Nutzung durch die Marine.
"Das geben wir noch nicht auf", sagt Grahmann auf CN/NEZ-Anfrage. Er geht davon aus, dass es sich bei den konkretisierten Standorten um Liegenschaften für das Heer handelt. Altenwalde sei dagegen vor allem wegen seiner möglichen Bedeutung für die Marine interessant. Eine entsprechende Absage habe es bislang nicht gegeben. Deshalb hoffe er weiterhin auf eine militärische Nutzung des Areals.

Fünf Standorte für den Neuen Wehrdienst
Wie CNV-Medien bereits im Oktober 2025 erstmals berichteten, benötigt die Bundeswehr zusätzliche Liegenschaften, besonders für die künftigen Ausbildungskapazitäten des sogenannten Neuen Wehrdienstes. Dafür wurde die Konversion ehemaliger militärisch genutzter Liegenschaften zunächst ausgesetzt und bundesweit eine Vielzahl von Flächen überprüft.
Das Bundesverteidigungsministerium hatte im Juli zunächst acht ehemalige militärische Liegenschaften identifiziert, die sich aufgrund ihrer Lage, Infrastruktur und Kapazitäten besonders für die Ausbildung im Rahmen des Neuen Wehrdienstes eignen.
Jetzt wird die Auswahl konkreter. Für fünf dieser Liegenschaften werden weitere Schritte eingeleitet. Vorbereitet werden die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen, die Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel, die Kurpfalz-Kaserne in Speyer, die Kanaal-von-Wessem-Kaserne in Soest sowie das ehemalige US-Kasernengelände Ray Barracks in Friedberg.
Alle fünf Standorte sollen dem Heer zugeordnet werden. Die Gespräche vor Ort sind nach Angaben des Ministeriums bereits angelaufen oder stehen unmittelbar bevor. Damit sollen die notwendigen vertraglichen und baulichen Voraussetzungen für eine künftige Nutzung geschaffen werden. Eine Stationierungsentscheidung ist damit ausdrücklich noch nicht verbunden.

Überprüfungsprozess dauert noch an
Die übrigen drei der ursprünglich acht besonders geeigneten Liegenschaften - darunter Altenwalde - sind in der aktuellen Konkretisierung nicht enthalten. Für diese drei Standorte dauert der Überprüfungsprozess nach Angaben einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums noch an.
Neben der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven handelt es sich um die ehemalige Rantzau-Kaserne in Boostedt sowie das ehemalige Joint Headquarters (HQ) NATO-Hauptquartier mit dem ehemaligen Wegberger Militärkomplex als StOÜbPl (Standortübungsplatz) in Mönchengladbach.
Weitere (Zwischen-)Schritte könnten derzeit noch nicht genannt werden, erklärte die Sprecherin. "Ich bitte um Verständnis, dass wir diesen Prüfungs- und Entscheidungsprozessen weder inhaltlich noch hinsichtlich der Zeitlinien vorweggreifen können."
"Kein Grund zur Beunruhigung"
Oberbürgermeister Uwe Santjer sieht die aktuelle Auswahl nicht als Entscheidung gegen Altenwalde. "Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung", betonte er auf Nachfrage von CNV-Medien.
Noch am Dienstag (11. August 2026) habe es Gespräche mit Bonn gegeben. Dabei sei das klare Signal vermittelt worden, dass die getroffene Auswahl der Standorte nicht in Beziehung mit Altenwalde zu setzen sei. "Wir arbeiten weiter daran, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Altenwalde ausgewählt werden kann", sagte Santjer. Altenwalde sei damit weiterhin im Rennen.
Die ehemalige Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne wird seit Ende 2014 nicht mehr militärisch genutzt. Im vergangenen Jahr geriet sie im Zuge des sogenannten Liegenschafts-Moratoriums wieder in den Fokus des Bundes. Hintergrund ist der wachsende Bedarf der Bundeswehr an Kasernen, Depots, Übungsplätzen und weiteren militärischen Flächen.
Von Bengta Brettschneider und Tim Larschow
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