BBS Cuxhaven als Biosphärenschule ausgezeichnet - Nachhaltigkeit im Alltag und Beruf
Die BBS Cuxhaven wurde als Biosphärenschule ausgezeichnet und setzt auf Nachhaltigkeit. Schüler und Lehrer engagieren sich für eine bessere Zukunft und gestalten das Wattenmeer aktiv mit. Nachhaltigkeit bedeutet mehr, als nur Klimaschutz.
"Wir dürfen heute stolz sein", betonte der Schulleiter der BBS, Manfred Runge. Die Berufsbildende Schule in Cuxhaven erhielt am Donnerstag (16. April 2026) die Auszeichnung als Biosphärenschule.
Die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit gehöre in die aktuelle Zeit, so Runge. Zur Übergabe der Auszeichnung waren auch Landrat Thorsten Krüger, Bürgermeister Uwe Santjer und der Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Peter Südbeck, anwesend.
"Wenn Sie jeden Tag anfangen, die Zukunft ein Stück besser zu machen, dann haben Sie eine gute Zukunft", richtete Krüger seine Worte an die Schülerinnen und Schüler. Auch Santjer hob das Engagement der jungen Menschen hervor. "In dieser Region kommen wir nur voran, wenn alle mithelfen", betonte der Bürgermeister. In ganz Niedersachsen gibt es inzwischen 21 Biosphärenschulen, erklärte Peter Südbeck im Anschluss. In Cuxhaven haben sich 140 Schüler an der Zukunft der Grimmershörnbucht beteiligt. "Das Engagement ist hochgradig beeindruckend", wandte sich Südbeck sowohl an die Schüler als auch an die Lehrkräfte.

Nachhaltigkeit ist mehr als nur Klimaschutz
Die BBS Cuxhaven hatte sich im August 2025 auf die Auszeichnung beworben. Um Biosphärenschule werden zu können, muss eine Schule einen räumlichen Bezug zum Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer haben und thematisch bezogene Projekte anbieten. Nach drei Jahren erfolgt eine Rezertifizierung, erklärte Dr. Karin von Moeller. Sie ist Lehrerin und Mitglied im Team Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an der BBS. In Kooperation mit der Max-Koch-Sternwarte haben sich beispielsweise Schüler der 12. und 13. Klasse mit dem Mond auseinandergesetzt. Sie haben sich angeguckt, wie der Mond mit dem Wattenmeer zusammenhängt, erzählt sie. Die Schule kooperiert unter anderem auch mit dem Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven und bindet das Zentrum thematisch ein.
Leiterin des BNE-Teams ist Mareike Matthiesen. Die Schüler sollen ebenfalls zukünftig beim Erlangen von BNE-Zertifikaten unterstützt werden, berichtete sie. Bei Bildung für nachhaltige Entwicklung sind auch soziale Gerechtigkeit oder wirtschaftliche Verantwortung Thema. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Unesco (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) spielen dabei an der Schule eine wichtige Rolle. Diese sind auf Sitzwürfeln in der Schule verteilt zu finden. "So haben die Schüler die Ziele im Alltag immer vor Augen", sagte die stellvertretende Schulleiterin Alexandra Kuck.

Die 16-jährige Schülerin Sarah berichtete, dass sie sehr auf Nachhaltigkeit achte. Im eigenen Garten der Familie bauen sie Gemüse an. "Wir achten auch auf Mülltrennung und haben Solarpaneele auf dem Dach", so die Schülerin, die in die BGG25 geht. Auch die Familie ihrer Mitschülerin Emma hat einen Garten, in dem viel Gemüse angebaut werde, besonders Kartoffeln, erzählte sie. "Ich achte sehr darauf, nur mit nachhaltigen Produkten zu kochen."
"Bewusstsein schaffen"
Ziel sei es, den Schülern Nachhaltigkeit auch in den Alltag und den Beruf mitzugeben. "Wir wollen ein Bewusstsein schaffen", sagte Kuck. Nachhaltigkeit sei ein großer Begriff. Es gehe dabei nicht nur um das Klima, sondern auch darum, wie Menschen langfristig gut zusammenleben können. "Wir geben uns Mühe, Nachhaltigkeit überall zu integrieren", meinte Matthiesen. Die Schule versuche, das Thema multiperspektivisch anzugehen, ergänzte Kuck.
"Die Auszeichnung ist ein großer, wichtiger Baustein, den wir in das Gesamtkonzept einbetten können", schloss die stellvertretende Schulleiterin.
