Oberbürgermeister Uwe Santjer (l.) und Sven Wersien, hier vor den Cuxhavener Thesen für ein gutes Miteinander im Cuxhavener Rathaus, freuen sich darauf, in der Demonstration das Bekenntnis zu gemeinsamen Werten und für ein gutes Miteinander sichtbar werden zu lassen. Foto: Reese-Winne
Oberbürgermeister Uwe Santjer (l.) und Sven Wersien, hier vor den Cuxhavener Thesen für ein gutes Miteinander im Cuxhavener Rathaus, freuen sich darauf, in der Demonstration das Bekenntnis zu gemeinsamen Werten und für ein gutes Miteinander sichtbar werden zu lassen. Foto: Reese-Winne
Für Respekt und Menschenwürde

Demo für Frieden und Demokratie in Cuxhaven: "Zivilgesellschaft kann Gesicht zeigen"

von Maren Reese-Winne | 08.09.2023

Ein Demonstrationszug wird sich am Sonnabend, 16. September, durch Cuxhavens Innenstadt bewegen. Auf dem Bahnhofsvorplatz soll in einer gemeinsamen Formation das Friedenszeichen aufgestellt werden.

Cuxhaven. Sommer 2023 in Deutschland, die Gesellschaft muss sich mit vielen Ungewissheiten auseinandersetzen, Energiewende und Ukraine-Krieg zerren an den Nerven, der Ton wird rauer. Viele fühlen sich unzufrieden und nicht wahrgenommen. Und auf einmal werden in Thüringen und Sachsen-Anhalt der erste AfD-Landrat und der erste AfD-Bürgermeister gewählt. Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen und öffentlich für die Demokratie und deren Wert der Demokratie einzustehen, findet das überparteiliche Bündnis "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde". Für Sonnabend, den 16. September, ruft es daher zu einer Demonstration auf.

Kundgebung auf dem Kaemmererplatz

Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Kaemmererplatz. Anschließend geht es in einem Demonstrationszug über die Nordersteinstraße, Wernerstraße und Meyerstraße zum Bahnhofsvorplatz, wo weitere Ansprachen geplant sind und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (bitte keine Kinder unter 14 Jahren) dann als Formation ein Friedenszeichen bilden wollen.

"Abschied von der Demokratie kann nie eine Antwort sein"

Einen konkreten Anlass macht Oberbürgermeister Uwe Santjer als Mitbegründer des Bündnisses gar nicht aus, wohl aber verspüre auch er eine wachsende Unsicherheit und sehe den skeptischen Blick vieler auf die Zuwanderer. "Ich verstehe die Verunsicherung. Aber sich von der Demokratie zu verabschieden, kann nie eine Antwort sein." Dazu gehöre auch das Bekenntnis zu einem bunten, weltoffenen Cuxhaven. Auch der Arbeitsmarkt sei hierauf förmlich angewiesen; niemand nehme mehr einem anderen den Arbeitsplatz weg.

Sven Wersien, ebenfalls Mitbegründer des Bündnisses, beobachtet eine zunehmende Bereitschaft zur Radikalität und Gewalt von rechts ebenso wie von links - auch und erst recht in den sozialen Medien. Auch, wenn die Demokratie in Deutschland gewiss wehrhaft sei, erfordere deren Schutz doch Anstrengung und Bewusstsein. "Wir dürfen hier nicht etwas einschleichen lassen. Wehret den Anfängen." Auch die NSDAP habe vor rund 100 Jahren ihre Machtübernahme wie nach einem Drehbuch eingefädelt. Parallelen dazu seien heute wieder zu  erkennen, stellt er mit Blick auf den jüngsten Verfassungsschutzbericht fest.

Gekennzeichnet durch Miteinander und Verlässlichkeit

"Die Zivilgesellschaft kann Gesicht zeigen", sagt Uwe Santjer. Das Leben in Cuxhaven zeichne sich schon immer durch ein starkes Miteinander und eine hohe Verlässlichkeit aus. "Es muss uns gelingen, dass das so bleibt und noch besser wird."

Diejenigen, die sich täglich für Frieden und Verständigung einsetzten, seien nicht allein: "Wir stehen für etwas und auch das Bündnis steht." In dem Bündnis engagieren sich unter anderem Vereine, soziale Institutionen, Parteien, Kirchen, Firmen, Behören und Einzelpersonen. (mr)

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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