Der "Dancer" bindet Robert Raschstärker an Ritzebüttel
Der Kauf eines Fahrgeschäfts wirkte sich auf die Reiseroute des Schaustellers aus Sankt Michaelisdonn aus: Inzwischen ist er regelmäßig in Cuxhaven zu Gast.
Leuchtkörper austauschen, eine Probefahrt machen: Robert Rasch beschreibt, was zu tun bleibt, bevor der "Dancer" auf dem Herbst-Fleckenmarkt Fahrt aufnehmen kann. Das Karussell ist eines der Publikumsmagneten auf dem zweimal jährlich veranstalteten Volksfest. Cuxhaven ist für Rasch deswegen nicht zur zweiten Heimat geworden. Er sei jedoch gerne hier, bekräftigt der aus Dithmarschen stammende Schausteller.
Vor ein paar Jahren hat der 35-Jährige das Karussell übernommen. "Das ist ein Breakdancer", erklärt er den Typ des zuvor im Besitz der Familie Rüth befindlichen Fahrgeschäfts. Der "Dancer" habe damals schon so etwas wie eine Fangemeinde in Cuxhaven gehabt. "Durch den Kauf hat sich unsere Route geändert": Der Ritzebütteler Marktplatz ist zu einem Fixpunkt in der Saisonplanung der Schaustellerfamilie aus St. Michaelisdonn geworden.
Der Aufbau dauert bis zu zwei Tage
Ja, es gibt tatsächlich so etwas wie einen wiederkehrenden Reiseverlauf unter Branchenmitgliedern. Kein Selbstgänger sei das allerdings, betont Robert Rasch: Obwohl man ihn mit Fug und Recht zum "Who's who" der Ritzebütteler Marktbeschicker zählen darf, müsse er sich jedes Mal um den Standort bewerben. "Nicht in Stein gemeißelt" sei deshalb, dass ein Schausteller, der beim aktuellen, noch bis zum 3. Oktober dauernden Herbst-Fleckenmarkt dabei ist, im kommenden Frühjahr erneut in Cuxhaven Station macht.
Eineinhalb bis zwei Tage koste es, bis der "Dancer" aufgebaut sei. Dabei geht es nicht allein um die Montage der Gondeln, die insgesamt 32 Fahrgästen Platz bieten. "Beim Aufbau muss das Fahrgeschäft ausnivelliert werden", erklärt Rasch, der ein weiteres Karussell aus der Breakdancer-Familie laufen hat - derzeit im Südwesten der Republik, auf dem Cannstatter Wasen.
Beide "Bälle" in der Luft zu halten, verlangt dem Familienvater mitunter einiges ab. Nachdem er morgens auf dem Fleckenmarkt aufgebaut hatte, habe er sich ins Auto gesetzt und sei in Richtung Schwarzwald gefahren. Dort befand sich der zweite Breakdancer, der zunächst einmal abgebaut werden musste, bevor er zum aktuellen Standort im Stuttgarter Raum transportiert werden konnte. Als Rasch schließlich wieder Cuxhaven erreichte, hatte er in wenigen Tagen so viele Autobahnkilometer hinter sich gebracht wie andere auf einem dreiwöchigen Urlaubstrip.
Schausteller: eigentlich "ein toller Beruf"
Kein Zuckerschlecken, doch Robert Rasch, der für die Dauer eines Marktes mit seiner Familie im Wohnwagen am Rande der Veranstaltungsfläche lebt, kennt eigentlich kein anderes Leben. "Wenn du das gerne machst, ist das ein toller Beruf", betont er mit einem Seitenblick auf die Drehscheibe seines "Dancers". Dort wird inzwischen mit Schwamm und mit Hochdruckschlauch gearbeitet. Bei der ersten Fleckenmarkt-Runde soll alles blinken und glänzen.
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