Große Rückrufaktion in der Volkswagen-Gruppe betrifft auch Tausende im Kreis Cuxhaven
Für rund 4000 Pkw-Halterinnen und -Halter im Landkreis Cuxhaven wird es spannend: Tausende Fahrzeuge von vier Marken müssen aufgrund einer Rückrufaktion in die Werkstatt. Welche Modelle sind betroffen und geht es nun weiter?
Der Zeitraum ist riesig, die Modelle beliebt und der Gegenstand, um den es geht, nur wenige Zentimeter lang: Eine Ende der vergangenen Woche erstmals veröffentlichte Nachricht kann Konsequenzen für Tausende Halterinnen und Halter von Fahrzeugen aus der VW-Gruppe im Landkreis Cuxhaven haben. Entscheidend ist ein Brief aus dem Kraftfahrzeugbundesamt.
Es geht um eine Schraube in der Lenkungsverschraubung, die von Korrosion betroffen sein kann - ein Abriss könne zu einem Lenkungsausfall führen, heißt es vonseiten der Behörde. Das Kraftfahrtbundesamt hat diesen Mangel als sicherheitsrelevant eingestuft. Somit müssen viele der genannten Modelle vorsorglich in die Werkstatt, wo die Schraube ausgetauscht wird.
Aufmerken bei folgenden Modellen
Um folgende Modelle geht es:
- VW (Produktionszeitraum 24. September 2013 bis 1. Juli 2024 ): Tiguan, Touran, Caddy, Golf Sportsvan, Golf Variant. Rückrufcode: 48VS.
- Seat (Produktionszeitraum April 2016 bis September 2024): Tarraco, Ateca. Rückrufcode: 48 T7.
- Audi (Produktionszeitraum 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024): Audi Q3. Rückrufcode 48 LG.
- Skoda: Für die nächsten Tage wird mit einer Ausweitung der Rückrufaktion auf mehrere Skoda-Modelle gerechnet (ohne Gewähr: Octavia, Superb, Karoq, Kodiaq sollen im Gespräch sein).
Nicht alle Modelle sind automatisch auch betroffen
Wichtig: Nicht alle Modelle des betroffenen Zeitraums sind automatisch betroffen; es müssen mehrere Kriterien wie Motorisierung, Karosserieform oder bestimmte Ausstattungsmerkmale zusammenkommen. Dies wird anhand der Fahrzeugidentifizierungsnummer ermittelt.
Halterinnen und Halter müssen nicht proaktiv tätig werden, sie können es aber schon. Es ist möglich, schon jetzt unter Angabe der Fahrzeugidentifizierungsnummer bei den Service-Telefonnummern der Hersteller oder in einer Vertragswerkstatt herauszufinden, ob das Auto in die Werkstatt muss.
Kraftfahrtbundesamt will Ansturm auf die Werkstätten steuern
Entscheidend ist jedoch der Brief des Kraftfahrzeug-Bundesamts. Betroffene Halterinnen und Halter werden zurzeit ermittelt und dann per Brief angeschrieben. Die Briefe sollen in mehreren Wellen versandt werden, um die Werkstätten nicht einem nicht zu bewältigenden Ansturm auszusetzen. Das kann Monate dauern.
Nur autorisierte Vertragswerkstätten und offizielle Servicepartner der jeweiligen Marke dürfen die für die Kundschaft kostenlose Nachbesserung durchführen. Der Aufwand ist nicht unerheblich. Etwa 30 Minuten Arbeitszeit erfordert der Austausch der Schrauben. Auf eine Stunde Gesamtzeitaufwand sollten Kundinnen und Kunden sich einstellen, rät Daniela Lück, Serviceleiterin im Autohaus Manikowski in Cuxhaven.
Unter Umständen sind zwei Werkstatt-Besuche nötig
Aufgrund der schieren Ausmaße der deutschland- und weltweiten Rückrufaktion hat sich außerdem ein Engpass bei der Nachlieferung der neuen, korrosionsfesten Schrauben eingestellt: Die Werkstätten seien daher gehalten, die Fahrzeuge zunächst mit noch verfügbaren Ersatzschrauben auszustatten, erklärt Daniela Lück. Nach Eintreffen der neu entwickelten Ersatzschrauben würden die Kunden dann neuerlich eingeladen.
Während die Halterinnen und Halter bei den meisten Marken immerhin mehrere - wenn auch wenige - autorisierte Vertragswerkstätten innerhalb der Landkreis-Grenzen ansteuern können, ist für den Service bei der Marke Seat ein weiterer Weg erforderlich, zum Beispiel nach Bremerhaven.
Pkw können bis zum Termin weitergefahren werden
Auch wenn in Deutschland nach Herstellerangaben noch keine Unfälle mit Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit diesem Mangel bekannt geworden sind und Betroffene getrost mit ihrem Auto weiterfahren sollen, bis der Brief aus dem Kfz-Bundesamt kommt (es besteht kein Fahrverbot): Wenn er da ist, sollten sie handeln. Da der Mangel als überwachungspflichtig eingestuft wird, verfolgt das Amt, ob die Reparatur wirklich erfolgt. Wer nichts tut, riskiert Konsequenzen im Versicherungsschutz und im schlimmsten Fall die Stilllegung des Kfz.
Im Landkreis Cuxhaven sind rund 132.000 Pkw zugelassen, darunter etwa 2400 bis 2600 VW-Modelle, die jetzt überprüft werden. Die Anzahl der zugelassenen Audi Q3 aus den betroffenen Herstellungsjahren wird auf 160 bis 180 Fahrzeuge geschätzt, die der Skoda-Modelle auf rund 1000 bis 1100 oder die der beiden Seat-Modelle auf rund 120 bis 140; insgesamt also rund 3850 Fahrzeuge (Schätzung mithilfe von KI). Wohlgemerkt: Nicht alle der besagten Modelle müssen auch betroffen sein.
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