Ruhige Wohnstraße in Cuxhavens Stadtteil Lüdingworth: Der geplante Ausbau des Baugebiets „Elvenring II“ sorgt für lebhafte Diskussionen im Stadtrat, während die Anwohner auf Fortschritte warten.
Ruhige Wohnstraße in Cuxhavens Stadtteil Lüdingworth: Der geplante Ausbau des Baugebiets „Elvenring II“ sorgt für lebhafte Diskussionen im Stadtrat, während die Anwohner auf Fortschritte warten.
Ortsrat mahnt Tempo an

Lüdingworth bekommt neues Baugebiet: Warum sich "Elvenring II" verzögert

von Jens Potschka | 08.07.2026

Das geplante Baugebiet "Elvenring II" in Lüdingworth sorgt für hitzige Debatten im Stadtrat. Der Wunsch nach einem Schnellstart scheitert, doch das Projekt ist nicht vom Tisch. Welche Hürden stehen dem Vorhaben im Weg?

Lüdingworth soll ein neues Baugebiet bekommen, das ist seit Jahren beschlossene Sache. Am Ende der jüngsten Ratssitzung vor der Sommerpause ging es nur noch um das Tempo. CDU-Ratsherr Thomas Brunken, zugleich Ortsbürgermeister von Lüdingworth, beantragte unter Tagesordnungspunkt 33.2 eine Sofortabstimmung. Die Verwaltung sollte umgehend beauftragt werden, die planerischen Voraussetzungen für das Baugebiet "Elvenring II" zu schaffen. Der Rat lehnte diesen beschleunigten Weg ab.

Sofortabstimmung scheitert im Rat

Brunken erinnerte den Oberbürgermeister an dessen eigenes Versprechen vom Neujahrsempfang, wonach jedes Ortsgebiet sein Baugebiet erhalten solle. Der Antrag des Ortsrates Lüdingworth stamme bereits vom 2. Dezember 2025 und sei durch ein Büroversehen erst jetzt auf die Tagesordnung gekommen. Die Flächen gehörten der Stadt bereits, umwelt- und wassertechnisch gebe es keine größeren Hürden.

SPD-Ratsherr Gunnar Wegener widersprach nicht dem Ziel, wohl aber der Reihenfolge. Erst müssten die laufenden Baugebiete Altenwalde und Sahlenburg fertiggestellt werden, danach könne Lüdingworth folgen. Die Verwaltung könne die zusätzliche Aufgabe derzeit realistisch nicht leisten.

CDU-Ratsherr Thiemo Röhler hielt dagegen: Altenwalde sei bereits im Bau, Sahlenburg weitgehend fertig, ein Argument gegen den sofortigen Start gebe es daher nicht. Die Mehrheit aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie Oberbürgermeister Uwe Santjer folgten dieser Argumentation nicht.

Wichtig für das Verständnis der Entscheidung: Eine Sofortabstimmung setzt nach der Geschäftsordnung des Rates voraus, dass sich mindestens fünf oder mehr Stimmen dafür aussprechen. Ist das nicht der Fall, gilt der Antrag auf dem Schnellweg als gescheitert. Das ist am 30. Juni passiert. Aus dem Rathaus heißt es dazu auf Nachfrage der Redaktion ausdrücklich, dass damit weder das Baugebiet selbst abgelehnt noch dessen Planung grundsätzlich verzögert werde.

Das Grundstück ist bislang ohnehin nicht überplant, ein Investor oder Bauträger steht dem Vernehmen nach bisher nicht fest. Der reguläre Weg führt nun über die zuständigen Ausschüsse, wo der Wunsch des Ortsrates gründlich beraten werden soll, bevor der Rat abschließend entscheidet.

Ortsrat Lüdingworth ist enttäuscht

Diese verfahrensrechtliche Einordnung erreichte den Ortsrat Lüdingworth zunächst nicht. In einer Pressemitteilung an unsere Redaktion zeigte sich Ortsbürgermeister Thomas Brunken enttäuscht über die Entscheidung von Oberbürgermeister Santjer und der Ratsmehrheit. Seit Jahren sei bekannt, dass Lüdingworth wie jeder andere Stadtteil ein weiteres Baugebiet erhalten solle. Familien wollten in ihrem Heimatort bleiben, junge Menschen bauen, Ältere dortbleiben. Der Ortsrat habe frühzeitig die Initiative ergriffen, damit die Verwaltung die notwendigen Planungen endlich vorantreibe. Wer bezahlbaren Wohnraum schaffen wolle, müsse rechtzeitig planen und nicht erst handeln, wenn der Bedarf längst da sei, so Brunken. Mit der Ratsentscheidung sei eine Chance vertan worden, die Entwicklung Lüdingworths aktiv voranzubringen, das sei ein fatales Signal für junge Familien.

Verwaltung sieht keine Verzögerung

Brunken verwies zudem auf den neuen Kindergarten in Lüdingworth als Beleg dafür, dass sich junge Familien bewusst für den Ortsteil entschieden. Es mache ihn als Ortsbürgermeister wütend, dass sein Ort bei der Wohnbebauung ausgebremst werde, während andernorts viel vom Wohnungsbau gesprochen werde. Der Ortsrat werde sich weiter mit Nachdruck dafür einsetzen, dass junge Familien in Lüdingworth bauen und Ältere dort ihren Lebensabend verbringen könnten.

Nüchterner klingt die Einschätzung aus dem Rathaus. Dort betont man, dass der Fahrplan für Lüdingworth grundsätzlich stehe, nur eben nicht auf dem von der CDU gewünschten Schnellweg, sondern über die ordentliche Beratung in den Ausschüssen. Für die Menschen in Lüdingworth bedeutet das vor allem eines: Das Baugebiet "Elvenring II" ist nicht vom Tisch, es braucht nur noch etwas Geduld.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Jens Potschka
Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

potschka@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Wohl Downburst statt Tornado

Hallenwand stürzt ein: Statiker beurteilen Schaden bei Marinefliegern in Nordholz

von Maren Reese-Winne

Das Gewitter in der Nacht zum 28. Juni hat heftige Spuren in Nordholz (Kreis Cuxhaven) hinterlassen. Auf dem Marinefliegerstützpunkt stürzte die Wand einer Instandsetzungshalle teilweise ein und begrub einen Lkw. Nun wird die Statik neu berechnet. 

Sportstättenentwicklung

Streit um Cuxhavens Sportstätten: Knappes Votum im Stadtrat

von Jens Potschka

Im Cuxhavener Stadtrat entbrennt ein Konflikt um die Zukunft der Sportstätten. Die SPD fordert eine entscheidende Ergänzung, während die CDU auf bewährte Pläne pocht. Eine knappe Entscheidung fällt.

Cuxhaven blüht auf

Entscheidung gefallen: 2034 kommt die Landesgartenschau nach Cuxhaven

von Redaktion

Jetzt steht es fest: 2034 kommt die Landesgartenschau nach Cuxhaven. Das Landesgartenschau-Motto der Stadt Cuxhaven heißt "Zwischen Meer, Fluss & Natur - Cuxhaven im GeZeitenWandel". Das Konzept rückt Klimaanpassung und Naturerleben in den Fokus. 

30.000 Gäste erwartet

Sommerabend am Meer 2026 in Cuxhaven: Diese Künstler stehen auf der Bühne

von Jens Potschka

Nach der Absage 2025 kommt Stefanie Heinzmann nun doch nach Cuxhaven. Das Musikwochenende am Meer verspricht nicht nur ihre energiegeladene Performance, sondern auch eine große Überraschung am Fährhafen.