Streit um Cuxhavens Sportstätten: Knappes Votum im Stadtrat
Im Cuxhavener Stadtrat entbrennt ein Konflikt um die Zukunft der Sportstätten. Die SPD fordert eine entscheidende Ergänzung, während die CDU auf bewährte Pläne pocht. Eine knappe Entscheidung fällt.
Von Jens Jürgen Potschka
Cuxhaven. Kurz vor der Sommerpause wird es im Rat der Stadt Cuxhaven noch einmal spannend. Eigentlich soll der Abschlussbericht zur Fortschreibung der Sportstättenentwicklungsplanung 2025 nur zur Kenntnis genommen werden. Monatelang hatte eine Arbeitsgruppe aus Vereinen, Schulen, Verwaltung und Politik unter Leitung des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) acht Empfehlungen erarbeitet, von der Sanierung der Turnhallen bis zum neuen Umkleidegebäude am Strichwegsportplatz.
Dezernentin Petra Wüst fasst die Marschroute zusammen: "Wir haben Ihnen in der Vorlage mitgeteilt, wie die Prioritäten aussehen, entsprechend den Empfehlungen der Arbeitsgruppe." Als Starterprojekt empfiehlt die Verwaltung das Sanierungskonzept für die Turn- und Sporthallen. Doch die SPD will nachschärfen. Ratsherr Gunnar Wegener bringt einen eigenen Antrag ein, der die drei wichtigsten Empfehlungen übernimmt, aber einen vierten Punkt ergänzt: die Sicherstellung der Kapazitäten für Kita, Schule und Vereinssport.
SPD wünscht sich vierten Punkt
Wegener begründet das mit den Fortschritten der vergangenen Jahre. Zwei Kunstrasenplätze seien entstanden, ein dritter sei in Planung, dazu ein neues Hallenbad und eine neue Vierfeldturnhalle des Landkreises mit fünf Millionen Euro städtischer Beteiligung. Jetzt gehe es darum, die Prioritäten auch mit Geld zu hinterlegen. "Wir wollen, dass das dann auch in den Haushaltsberatungen für die Jahre 2027 und 2028 berücksichtigt wird", sagt Wegener.
Den vierten Punkt hält er für unverzichtbar. "Es ist doch wohl Sinn und Zweck so eines Sportstättenentwicklungsplans, dass wir am Ende das, was Kita, Schule und Verein brauchen, sicherstellen müssen." Genau hier widerspricht die CDU. In letzter Minute reicht die Gruppe CDU/Die Demokraten einen eigenen Antrag ein, vorgetragen von Ratsherrn Thiemo Röhler. Er will die ursprüngliche Prioritätenliste aus der Sitzungsvorlage unverändert übernehmen, alle acht Punkte, ohne Ergänzung.
CDU pocht auf Konsens
Sportausschussvorsitzender Thomas Brunken erinnert im Ratssaal an die monatelange Arbeit der Planungsgruppe und an das klare Votum von Sport in Cuxhaven e. V., das sich am 27. Mai für die Prioritätenliste ausgesprochen hatte. Den vierten SPD-Punkt hält er für überflüssig. "Wo findet denn der Kita-Sport statt? In den Turnhallen, in den benachbarten Schulen?", fragt Brunken und verweist darauf, dass genau diese Hallen ohnehin modernisiert werden sollen.
Wegener reagiert verwundert auf den Vorstoß der CDU. Er wirft der Fraktion vor, den Antrag erst am letzten Sitzungstag vorzulegen, ohne vorherige Absprache. Sein eigener Vorschlag sei verbindlicher als der, der CDU. "Das, was Sie machen, ist eine unverbindliche Absichtserklärung, dass man das eventuell mal machen kann", hält er Brunken entgegen.
Vierter Punkt sei selbstverständlich
Den vierten Punkt nennt er keine neue Forderung, sondern eine Klarstellung dessen, was ohnehin gelten müsse. Thiemo Röhler kontert genau an dieser Stelle. Wenn der Punkt tatsächlich selbstverständlich sei, brauche man ihn erst recht nicht extra zu beschließen. Er wirbt dafür, die Prioritätenliste als Ganzes zu respektieren, so wie sie von Fachleuten und Vereinen erarbeitet wurde. "Dann braucht man ja nicht auf einmal ganz andere Punkte dort hineinschreiben", sagt er.
Auch die Grünen positionieren sich in der Debatte. Ratsherr Thorsten Larschow erklärt, er habe den geänderten CDU-Antrag vorab nicht erläutert bekommen, stelle sich aber inhaltlich hinter die Argumentation von Brunken. Er wolle die Arbeit der Experten nicht durch nachträgliche Ergänzungen relativieren.
Knappe Mehrheit entscheidet
Am Ende lässt Ratsvorsitzender Michael Stobbe abstimmen. Der Antrag der CDU/Demokraten setzt sich mit 18 zu 17 Stimmen gegen den SPD-Vorschlag durch. Die acht Empfehlungen aus dem Abschlussbericht gelten damit unverändert als Grundlage für die künftige Sportstättenentwicklung in Cuxhaven. Die Verwaltung soll die Maßnahmen nun schrittweise in die kommenden Haushalts- und Investitionsplanungen einarbeiten, beginnend mit dem Sanierungskonzept für die Turn- und Sporthallen.
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