Heulende Sirenen in Cuxhaven: Alle Infos zum Warntag 2022
Cuxhaven. Sturmfluten und andere Krisenfälle können die Bürgerinnen und Bürger in Cuxhaven bedrohen. Deshalb sollen im Notfall möglichst alle Betroffenen schnell gewarnt werden. Am 8. Dezember, um 11 Uhr, findet deshalb der bundesweite Warntag statt.
"Aktuell werden wir besonders häufig gefragt, was bei einem Blackout in Cuxhaven passiert. Unser Katastrophenschutzstab trainiert für jeden möglichen Ernstfall, erst kürzlich das Szenario Blackout", berichtet Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven.
50.000 Einwohner informieren
"Und in einem solchen Notfall müssen wir rund 50.000 Einwohner informieren. Dafür nutzen wir alle zur Verfügung stehenden Kanäle, um Jung und Alt erreichen zu können", ergänzt Gerd Klemusch, Sachbearbeiter für Katastrophenschutz bei der Stadt Cuxhaven. Doch wie funktioniert das genau?
Gerd Klemusch ist seit etwas mehr als 20 Jahren Sachbearbeiter für Katastrophenschutz. "Ich bin unter anderem zuständig für Beschaffungen, Ausbildung des Stabes, die Warnung der Bevölkerung sowie das Aufstellen von Plänen für den Ernstfall. Die Stadt Cuxhaven ist verpflichtet, einen Katastrophenschutzplan aufzustellen, in dem wir versuchen, alle Eventualitäten zu berücksichtigen", sagt Klemusch.
Das passiert am Warntag in Cuxhaven
"Das Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern die Warnsignale ins Gedächtnis zu rufen und darüber hinaus auch die Handlungsanweisungen zu verdeutlichen. Der Warntag soll Sensibilisieren, sodass die Bevölkerung genau weiß, was in einem Notfall zu tun ist."
In Deutschland wird am Donnerstag zum ersten Mal auch das sogenannte Cellbrodcasting ausprobiert. "Das gibt es in anderen Ländern schon seit Jahrzehnten und wurde in Deutschland im Hauruckverfahren nach der schlimmen Katastrophe in Ahrweiler eingeführt", berichtet Klemusch. Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands machte deutlich, dass die Warnung im Katastrophenfall nur lückenhaft funktioniert.
Testnachricht über den neuen Warnkanal
Erstmals sollen Handybesitzer eine Testnachricht über den neuen Warnkanal erhalten. Cell Broadcast ist ein der SMS ähnlicher Mitteilungsdienst in Mobilfunknetzen. Dabei werden kurze Textnachrichten an Handys geschickt. Ein Smartphone muss dafür technisch auf dem neuesten Stand und mit allen Updates versehen sein. "Das System in Deutschland lässt es aber nicht zu, das ältere Modelle die Nachrichten empfangen können", so Klemutsch. Unter www.bbk.bund.de kann jeder nachschauen, welche Geräte dazu in der Lage sind. Um wirklich jeden erreichen zu können, nutzt die Stadt die "BIWAPP".
Stadteigene Warnmelde-App
"Wir haben uns entschlossen, eine stadteigene Warnmelde-App zur Verfügung zu stellen. Oft wird gefragt, warum wir als Stadt nicht die Nachrichten-App des Bundes 'NINA' nutzen. Das BIWAPP-Informationssystem bietet den großen Vorteil, dass zusätzlich auch lokale Nachrichten übermittelt werden. Dazu gehören Schulausfälle, Straßensperrungen und andere aktuelle Meldungen, wie erst kürzlich bei dem Brand auf dem Kasernenengelände in Altenwalde. Außerdem kann der Bürger sofort erkennen, von wem die Warnung abgesendet wurde", erklärt Klemusch.
Diejenigen, die kein Smartphone nutzen, können am 8. Dezember um 11 Uhr den Fernseher oder das Radio einschalten. "Und um wirklich jeden der rund 50.000 Cuxhavener zu warnen, kommen die Sirenen zum Einsatz. Die funktionieren in der Stadt einwandfrei", erzählt Gerd Klemusch.
Verspätete Pushnachrichten vom Bundesamt
Eigentlich sollten am Warntag 2020 um Punkt 11 Uhr quer durch die Bundesrepublik alle Alarmglocken schrillen. Doch die meisten Sirenen und Smartphones blieben zunächst stumm - so auch 2022 im restlichen Landkreis Cuxhaven abgesehen von der Kreisstadt. Viel zu spät trafen die Pushnachrichten des Bundesamts auf den Mobilfunkgeräten der Nutzerinnen und Nutzer ein, deshalb fiel der Warntag im vergangenen Jahr aus, um das System bundesweit zu überarbeiten. Erfolgreich verlief dagegen der letzte Warntag in der Stadt Cuxhaven. Um Punkt elf Uhr ertönten die Sirenen im Stadtgebiet - teilweise mit Sprachansage, teilweise als Sirenenalarm - je nach Ausstattungsart. Auch die vorherige Benachrichtigung über die Warnmelde-App "BIWAPP" funktionierte auf lokaler Ebene einwandfrei. Eine Stunde vor Beginn des Probealarms erhielten die Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer den Hinweis auf den Warntag auf ihren Geräten. Um 11.20 Uhr dann auch die Entwarnung des Probealarms.
Das sind die Alarme
1. Signal um 11 Uhr: Heulton von 12 Sekunden mit Ansage "Probealarm".
2. Signal um 11.02 Uhr: drei Heultöne von je einer Minute mit Ansage "Katastrophenalarm".
3. Signal um 11.07 Uhr: Dauerton von einer Minute mit Ansage "Entwarnung".
4. Signal um 11.09 Uhr: Heulton von 12 Sekunden mit Ansage "Probealarm".
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