Kurklinik "Strandrobbe" in Cuxhaven: Zum 25-jährigen Jubiläum einmal komplett saniert
Mit Gästen und Tag der offenen Tür wurde das 25-jährige Jubiläum der Kurklinik "Strandrobbe" gleich hinter dem Cuxhavener Deich beim Freibad Steinmarne gefeiert. Die Klinik spielt eine besondere Rolle in der Stadt. Und es gab einiges zu bestaunen.
Dass die neue "Strandrobbe" im Jahr ihres 25-jährigen Jubiläums nicht mehr die alte ist, ist das Ergebnis einer auf zwei Winterpausen konzentrierten Großsanierung, bei der kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Die beeindruckten Jubiläumsgäste zollten bei der Feier am Sonnabend der Mutter-Vater-Kind-Einrichtung großen Respekt.

Der Wind auf dem Gelände der Kurklinik am Neptunweg zerrte bei den Jubiläumsreden so sehr am Zelt, als ob es bereits Herbst wäre. Vor den Mitarbeitenden, die sich nicht bereits auf ihren Posten im Gebäude befanden, und zahlreichen Ehrengästen blickte der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Hundsdörfer zurück in die Anfangsjahre. Nach dem Start mit 45 Beschäftigten arbeiteten heute über 110 "wundervolle Menschen" in der "Robbe". Damit zähle die Klinik zu den großen Arbeitgebern in Cuxhaven.

"Rund 60.000 Werbeträger für Cuxhaven"
Mit über 25.000 Müttern und Vätern und über 40.000 Kindern als Kurgästen dürfte die Klinik rund 60.000 Werbeträger für Cuxhaven zurück in die Heimat entlassen haben. Viele kehrten als Feriengäste zurück. Manche der heute anreisenden Eltern haben einst als Kinder hier ihre erste Kur erlebt. Ein ehemaliger Kur-Vater zog mit seiner Familie nach Cuxhaven und leitet heute in der "Strandrobbe" die Haustechnik.

Ein Ort, an dem Menschen mit Menschen zusammentreffen, ist immer auch Schauplatz für Kuriositäten. Dirk Hundsdörfer berichtete zum Vergnügen des Publikums von einem Vater, der sich trotz aller Proteste nicht davon abbringen ließ, jeden Abend auf der Etage frischen Fisch aus Cuxhaven zu braten. Keine Angst vor nackter Haut zeigte - notgedrungen - ein Kurteilnehmer, der abends ganz allein die Vorzüge der Außensauna nutzen wollte, versehentlich ausgesperrt wurde und gänzlich textilienfrei den Rückweg über die Cuxhavener Straße und den Neptunweg zum Haupteingang antreten musste.

Vor der Kulisse der Jubiläumsgäste schlug Hundsdörfer aber auch ernstere Töne an, als er auf die Gesundheitsreform zu sprechen kam. Er appellierte an die Politik, endlich auf einen Weg zurückzukehren, der die Bevölkerung mitnehme. Statt parteipolitischen Geschachers sei die Bundesregierung im Sinne der gesellschaftlichen Stabilität besser beraten, in den Dialog mit den Akteuren im Gesundheitswesen zurückzukehren. Eine Botschaft, die Oberbürgermeister Uwe Santjer - auf dem Sprung nach Hannover - direkt mitzunehmen und weiterzugeben versprach.

"Ein Ort, der Menschen Halt gibt"
Santjer würdigte die "Strandrobbe" als einen Ort, der Menschen Halt gebe. "Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Prävention", konstatierte er: "Bevor Menschen in den Abgrund geraten und mehr als nur eine Reha benötigen." Er dankte der Klinik für ihr Vertrauen in die Stadt Cuxhaven und ihr Engagement als Arbeitgeber. In der stetigen Investitionsbereitschaft und der Weiterentwicklung des gesundheitlichen Profils der Klinik sah Kurdirektor Olaf Raffel den Kurs der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH bestätigt. Die höchste Prädikatisierung als Nordsee- und Thalasso-Heilbad sei auch als Standortfaktor für "Strandrobbe" zu werten.

Geschäftsführer Andreas Knust war noch vor fast drei Jahren Geschäftsführer des Krankenhauses Land Hadeln. Sein Versprechen, die Vorsorgeklinik weiterzuentwickeln und zu modernisieren, hat er, unterstützt durch die Gesellschafterfamilien Hundsdörfer und Wilkens, in zwei jeweils zweimonatigen Winterpausen auf beeindruckende Weise umgesetzt: Zum Jahreswechsel 2024/25 wurden der Speisesaal saniert und neu ausgestattet, der Sozialtrakt erneuert, ein Kühlhaus installiert, die Bereiche für Kinderbetreuung und Verwaltung, sämtliche Flure und Treppenhäuser saniert; alles brandschutzgerecht, versteht sich. Ein Jahr später kamen alle 64 Appartements dran, ein riesiges Unterfangen, das das ganze Jahr über vorbereitet worden war. Parallel wurde die IT komplett umgestellt und neu abgesichert.

Seither präsentiere sich die Klinik zu über 90 Prozent saniert, so Knust. Parallel sei noch die Einführung eines Tarifwerks für die Löhne und Gehälter gemeistert worden, das neue gesetzliche Bestimmungen erfülle und - unterstützt durch alle Kostenträger - den Weg zu einer marktgerechten Entlohnung geebnet habe.

Die nächsten zwei Jahre keine Sanierung, sondern durchgehender Kurbetrieb
Die Planung bis 2028 stehe und sehe einen durchgehenden Kurbetrieb vor - inklusive Weihnachts- und Silvesterkuren. Vorab konnte eine wichtige Zukunftsfrage geklärt werden, nämlich die künftige ärztliche Leitung. Andreas Knust dankte dem Kinderarzt Volker Rongen-Telscher für seine über 20-jährige Treue und das Versprechen, im Hause zu bleiben, bis eine Nachfolge gefunden sei. Das sei nun gelungen, so Knust, der noch keinen Namen nannte. Der Nachfolger werde am 1. Oktober kommen und nach einer Einarbeitungsphase zum 1. Januar kommenden Jahres die Aufgabe vollends übernehmen.

Mit einem Dank an das Festkomitee schloss Andreas Knust seine Rede ab. Aber auch er hatte zu den Aktiven gezählt, die am Vorabend noch schnell aus Pflanzen eine "25" vor dem Haupteingang gepflanzt hatten. Neben einer Festmeile im Außengelände mit Livemusik durch das Duo "Ebbe und Flut" wartete drinnen ein Rundgang durch weite Teile der Klinik.

Bewunderung rief neben den hellen und großzügigen Unterkünften auch der Blick von der Dachterrasse hervor. Alle Einnahmen und Spenden werden dem Frauenhaus des Paritätischen, dem ATSC und der DRK-Sprachwerkstatt zukommen.


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