75 Jahre Schützenverein Köstersweg und Lüdingworth - Tradition seit 1950
Als die Klänge des Dudelsacks durch den Saal hallten und 22 Fahnenabordnungen einmarschierten, wurde die Bedeutung dieses Abends spürbar: Die Schützenvereine Köstersweg und Lüdingworth blickten gemeinsam auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück.
Als die Klänge des Dudelsacks durch den Saal des Norddeutschen Hofes Janssen hallten, wurde es für einen Moment still. Die Gäste erhoben sich und begleiteten den feierlichen Fahneneinmarsch, angeführt von "Bagpiper Harry", mit sichtbarer Wertschätzung. Prächtig bestickte Fahnen, festliche Uniformen und die eindrucksvolle Musik verliehen dem Kommersabend einen würdigen Rahmen und eröffneten eine Reise durch 75 Jahre Vereinsgeschichte.
Der Schützenverein Köstersweg (gegründet 1950) und der Schützenverein Lüdingworth (gegründet 1951) hatten gemeinsam zu diesem Jubiläumsabend eingeladen. Unter dem Motto "Zwei Vereine, eine Geschichte, ein Ort" versammelten sich Schützenschwestern und Schützenbrüder, Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie zahlreiche Gäste, um auf 75 Jahre gelebte Vereinsgeschichte zurückzublicken.

Zunächst galt der Blick denjenigen, die diesen besonderen Abend nicht mehr miterleben konnten. Mit gesenkten Fahnen und den Klängen des Dudelsacks gedachten die Anwesenden der verstorbenen Mitglieder, deren Engagement und Verbundenheit bis heute nachwirken.
Gemeinschaft als Fundament
In ihren Grußworten würdigten die Ehrengäste die Bedeutung des Schützenwesens für die Region. Landrat Thorsten Krüger und Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer bezeichneten die Vereine als tragende Säulen des gesellschaftlichen Lebens. Besonders beeindruckt zeigte sich Santjer von den 22 Fahnenabordnungen befreundeter Vereine und dem voll besetzten Saal. "Dass so viele Menschen heute hier sind, zeigt die Stärke eurer Gemeinschaft. Ihr habt ein festes Fundament."

Immer wieder wurde deutlich, dass ein Schützenverein weit mehr ist als die Pflege von Traditionen. Hier entstehen Freundschaften, Familien wachsen zusammen und Generationen bleiben miteinander verbunden. "Wenn man hier in die Runde schaut, sieht man eigentlich die Geschichte unseres Dorfes sitzen", sagte Ortsratsvertreter Bernd Böye. "Das ist zu Hause. Hier ist man groß geworden. Man kennt sich."
75 Jahre gelebte Dorfgemeinschaft
Besonders eindrucksvoll waren die Rückblicke des stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Brunken und des Vorsitzenden Jens Struß. Sie erinnerten an Höhepunkte, Herausforderungen und prägende Momente der vergangenen Jahrzehnte. "Zwei Vereine, ein Ort, ein Weg - das ist mein Wunsch für die Zukunft", sagte Brunken. Struß ergänzte: "75 Jahre - was für ein stolzer Meilenstein. Wir sind keine Konkurrenten, sondern Partner und Freunde. Ein Verein lebt von seinen Geschichten, und Geschichte wird von Menschen geschrieben."

Gemeinsam erhoben die Gäste ihre Gläser auf das Jubiläum. Hagen Friedrichs, stellvertretender Ortsbürgermeister, erinnerte an die gemeinsame Entwicklung beider Vereine und betonte die Verantwortung, Werte wie Gemeinsinn und Freiheit an die nächste Generation weiterzugeben.
Beim traditionellen Suppenessen, begleitet von Musik und Freibier, blieb Zeit für Gespräche und Erinnerungen. Es wurde über frühere Schützenfeste, Könige und Königinnen sowie über Menschen gesprochen, die den Vereinen über Jahrzehnte ihr Gesicht gegeben haben. Ein Begriff fiel dabei immer wieder: Gemeinschaft.

Genau darin lag die besondere Bedeutung dieses Jubiläums. Seit 75 Jahren prägen beide Vereine das Dorfleben, und übernehmen Verantwortung weit über das Vereinsgeschehen hinaus. "Das Vereinsleben wäre ohne die Ehrenamtlichen nicht möglich", betonte Sascha Denz, Vizepräsident vom Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung.
Mit einer Tombola und Musik von DJ Dardo ging der offizielle Teil schließlich in einen geselligen Abend über. Als die letzten Gäste den Norddeutschen Hof verließen, blieb vor allem die Wertschätzung für Menschen, die sich über Generationen hinweg für ihre Gemeinschaft engagieren. Oder, wie Thomas Brunken es zusammenfasste: "75 Jahre Schützenverein - das sind 75 Jahre gelebte Dorfgemeinschaft."
Von Joachim Tonn
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