"Ründ üm de Kark" bringt Lüdingworth zusammen: Flohmarkt und Spaß für ganze Familie
Das Traditionsfest Ründ üm de Kark in Cuxhaven-Lüdingworth bot Familien rund um die St.-Jacobi-Kirche ein abwechslungsreiches Programm mit Flohmarkt, Vorführungen, Aktionen für Kinder und Musik.
Unter den Bäumen rund um die historische St.-Jacobi-Kirche, den Hadler Bauerndom, herrschte am Sonnabend (29. August 2026) buntes Treiben. Schon am Vormittag waren viele helfende Hände mit dem Aufbau beschäftigt.
Die Flohmarktbetreiber blickten zunächst sorgenvoll zum bedeckten Himmel. Doch der Wind vertrieb die grauen Wolken, es blieb trocken. So mussten auch die Kindersachen, die Christina liebevoll auf ihrem Tisch arrangiert hatte, nicht wieder eingepackt werden. Sie seien zu klein geworden, sagte sie lächelnd - kleine Kinder werden eben schnell groß.
Auch Christinas Kinder standen an diesem Tag im Mittelpunkt: Mit ihrer Kindergartengruppe führten sie Tänze auf und zeigten selbstbewusst, dass man schon in jungen Jahren weiß, wie in einer Disco getanzt wird. Das machte Tänzern wie Zuschauern Freude. Eine Großmutter war eigens gekommen, um ihren Enkelkindern zuzusehen.

Der bunte Nachmittag und Abend von Ründ üm de Kark wurde von den örtlichen Vereinen mit viel Engagement organisiert. Die Ju-Jutsu-Kindergruppe des MTV Lüdingworth präsentierte Kampfübungen. Das moderne Verteidigungssystem bedeutet sanfte Kunst und setzt auf Technik statt auf rohe Kraft, um einen Angreifer zu überwinden.
Die Kinder konnten aber nicht nur zuschauen, sondern je nach Alter auch selbst einiges erleben. Mit Schutzhelm eroberten vor allem Jungen die Beiwagen der Motorräder. Die Gespannfreunde aus Cuxhaven unterstützten den Lüdingworther Motorradfan Walter Harrius bei seiner Idee, mit Kindern eine Runde um die Kirche zu fahren. Für viele war die Fahrt viel zu schnell vorbei; sie stellten sich gleich wieder hinten in die Schlange.

Auf der gegenüberliegenden Straße warteten keine Räder, sondern vier Hufe - und das gleich zweimal. Organisiert hatte das Angebot Lisa Behrens. Damit die Kinder auf die Rücken der beiden Ponys gelangen konnten, stand für die kurzen Beine ein Stufenkasten bereit. Während die jungen Reiterinnen ihre Runden drehten, kurvten Jungen mit einem kleinen Radlader um Heuballen.
Nach einer Stärkung mit Torte, Bratwurst oder Falafel und einem Getränk konnte die Entdeckungsreise weitergehen. Das Partnerschaftskomitee Lüdingworth-Elven hatte eine Boule-Bahn aufgebaut. Manches Kind staunte, wenn die mühsam nach oben gerollte Kugel in einem Loch verschwand und unten wieder auftauchte. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betreute die Hüpfburg, die Kinderfeuerwehr Lüdingworth zeigte, worauf es beim Löschen ankommt, und sorgte für erste Löschversuche. Auch das Schminken fand großen Anklang, besonders bei den Mädchen.

Während viele Bewohner das Dorffest nutzten, um Bekannte zu treffen und miteinander zu klönen, sorgte DJ Lemmy für die Musik. Einige Besucher nahmen zudem die Gelegenheit wahr, die St.-Jacobi-Kirche zu besichtigen. Die prachtvolle Schnitger-Orgel erklang zwar nicht, doch mit Barockaltar, Taufkessel aus Bronze, reich gestalteter Kanzel, Posaunenengel und weiteren Besonderheiten bot die Kirche auch so viel Sehenswertes.
Für die Kinder war im Altarraum ein Maltisch aufgebaut. Eifrig arbeiteten sie an ihren Werken; die fertigen Bilder wurden anschließend an einer Wäscheleine in der Kirche aufgehängt.
Es sei ein abwechslungsreiches Programm für das Dorf und die Gemeinschaft gewesen, das die Vereine gemeinsam mit den Organisatoren auf die Beine gestellt hätten, lautete die einhellige Meinung. Am Abend sorgte die Band "Thursday Evening" mit Livemusik für einen rockigen Abschluss.
Von Heidi Giesecke
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