Miteinander fördern: Deutsch-südafrikanische Cooking Competition an den BBS Cuxhaven
An den BBS in Cuxhaven messen sich deutsche und südafrikanische Nachwuchsköche bei einer Cooking Competition. Gemischte Teams fördern den kulturellen Austausch und bieten eine spannende Herausforderung für alle Beteiligten.
Es wird geschnippelt, gebraten, gewürzt. Dazwischen immer wieder ein Blick auf die Uhr. Um zwölf Uhr muss für die Vorspeise alles bereit sein. Die Hektik wird größer, je näher der Uhrzeiger der Zahl kommt.
Am Mittwoch (23. September 2026) herrscht reges Treiben in der Küche der Berufsbildenden Schulen Cuxhaven (BBS). Vier Teams kochen bei der deutsch-südafrikanischen Cooking Competition. Zwei der Teams bestehen aus je einer deutschen Köchin und einem südafrikanischen Koch.
Im vergangenen Jahr kochten die Schüler der verschiedenen Nationen in Südafrika gegeneinander. "Wir wollen aber das Miteinander", betont Sven Wersien, Fachpraxislehrer Gastronomie an der BBS. Deswegen gibt es dieses Mal gemischte Teams. Zwei der teilnehmenden Schülerinnen werden auch im kommenden Jahr nach Südafrika reisen. Darunter ist die 23-jährige Emely Elfers. "Ich habe vor, nach meiner Ausbildung im Ausland zu arbeiten", sagt sie. Daher sei die Fahrt nach Südafrika für sie eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob sie sich das vorstellen kann. Bereits in ihrer Schulzeit hat sie in einer Küche gejobbt: Mit Kellnern und Abwaschen fing sie an. Daraufhin wollte sie es auch richtig lernen: "Dann werde ich wohl Köchin", stand für Emely fest.
Sie kocht gemeinsam mit Azulile Qomfo aus Südafrika. Die Kommunikation findet auf Englisch statt, was für die 23-Jährige aber nicht allzu ungewohnt ist. "In meiner Küche spricht man Deutsch und Englisch", erklärt sie. Sie macht ihre Ausbildung im Strandhotel Duhnen. Dort erlebe sie viele verschiedene Facetten: Ob Buffet, Frühstück oder Catering. "So lerne ich alles kennen und kann mir aussuchen, was ich später machen möchte", sagt die 23-Jährige.
Pflicht- und Wahlzutaten für das Menu
Seit zwei Jahren gibt es die Cooking Competition an den BBS. Vorab wurde ein Warenkorb nach Südafrika geschickt, erklärt Wersien. Darunter versteht sich eine Liste mit Pflicht- sowie Wahlzutaten für das Menü. Aus den Zutaten hat dann jedes Team sein persönliches Drei-Gänge-Menü kreiert. Pilze nach Wahl sind die Pflichtzutat für die Vorspeise, Maispoularde für den Hauptgang sowie Grieß, Quark und Pflaumen für das Dessert. Jedes Team muss pro Gang sechs Teller anrichten.
Emely und Azulile teilen sich das Kochen auf. "Normalerweise kocht man jeden Gang zusammen, aber wir haben noch nie zusammen gekocht", erläutert Emely. Das Menü haben sie gemeinsam ausgearbeitet, aber die Gänge haben sie vorab aufgeteilt: Er kümmert sich um den Hauptgang, da er bereits mehr Erfahrung hat. Die deutschen Schülerinnen und Schüler sind erst im zweiten Lehrjahr - die Cooking Competition ist für sie eine ganz neue Erfahrung. "Sie haben das noch nie gemacht", sagt Stefan Brandes, Fachpraxislehrer für Köche.
"Noch 15 Minuten", ruft Brandes den Köchen zu. In der Küche wird es wuseliger und etwas hektischer. Im Großen und Ganzen machen die jungen Köchinnen und Köche jedoch einen ruhigen Eindruck - zumindest von außen betrachtet. Relativ spät brät Emely die Pilze für die Vorspeise an, damit sie sie nicht noch einmal aufwärmen muss. Für Emely ist jeder Wettbewerb eine Übung für eine Prüfung. Aber: "Es geht um den Spaß."
Außerhalb der Küche nehmen die Gäste ihre Plätze ein und bekommen Getränke serviert. 16 Leute werden auf vier Tische verteilt: Jeder Tisch bekommt ein anderes Menü. In der Küche werden die Gerichte dann offiziell von der Jury getestet und bewertet.
Eine einmalige Gelegenheit
Die südafrikanischen Schüler kommen vom Northlink College aus Kapstadt. Sie wurden unter anderem von ihrer stellvertretenden Schulleiterin Sandra Raubenheimer begleitet. Für die Schüler sei es eine tolle Gelegenheit, berichtet sie. Die beiden sind zum ersten Mal in ihrem Leben geflogen. "Ich bin zum zweiten Mal hier, aber die beiden waren so aufgeregt", erzählt Raubenheimer. Während ihrer Zeit in Cuxhaven absolvierten die Südafrikaner ein Praktikum im Badhotel Sternhagen.
"Es war eine sehr gute Qualität für Teller aus dem zweiten Lehrjahr", zieht Wersien am Ende ein Fazit. Den dritten Platz teilen sich zwei Teams: Raitis Gulbis und Kevin Bludau sowie Khin Aye Moon und Leonie Dedering. Auf dem zweiten Platz landet das deutsch-südafrikanische Team von Ivy White Dawn und Sikho Guza. Als Gewinner gehen Emely Elfers und Azulile Qomfo, ebenfalls ein gemischtes Team, hervor. "Ich habe währenddessen schon gemerkt, dass wir sehr ordentlich gearbeitet haben", sagt Emely im Anschluss. Mit dem Sieg gerechnet, habe sie aber nicht: "Es war alles sehr lecker."
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