Wochenmarktplatz: WC-Anlage in Cuxhaven von einem akzeptablen Zustand weit entfernt
Die WC-Anlage beim Wochenmarktplatz in Cuxhaven ist stark in die Jahre gekommen und macht von außen und innen nicht mehr viel her. Der Sanitärtrakt ist von einem akzeptablen Zustand weit entfernt.
Zweimal in der Woche herrscht reges Markttreiben auf dem Wochenmarktplatz an der Beethovenallee. Aber nicht nur an den Markttagen ist der zentrale Platz schräg gegenüber von Cuxhavens neuem Hallenbad gut frequentiert. Auch als Parkplatz für die Berufsbildenden Schulen oder als Ausgangspunkt von Busreisen und Fahrradtouren wird der Platz regelmäßig angesteuert.
Wer jedoch ein dringendes menschliches Bedürfnis verspürt - und dabei vielleicht auch noch mit einer körperlichen Beeinträchtigung zurechtkommen muss -, der stößt hier schnell an seine Grenzen. Die stark in die Jahre gekommene WC-Anlage ist nicht barrierefrei und weit entfernt von einem akzeptablen Zustand. Unzählige Graffitis verunstalten den alten Flachbau und wer zum Beispiel die Tür zu den Herrentoiletten öffnet, dem schlägt erst einmal eine intensive Mischung aus Lufterfrischer und Urin entgegen, dass einem der Atem stockt.
"Menschen sind nicht behindert, Menschen werden behindert"
Mit dieser Problematik hat sich im zurückliegenden Jahr auch schon der Rat der Stadt Cuxhaven auf einer Sitzung beschäftigt. SPD-Ratsherr Marc Gerdes bemerkte seinerzeit: "Menschen sind nicht behindert, Menschen werden behindert. Das ist nicht einfach nur eine Floskel, sondern die Realität. Oft ist gar nicht die Einschränkung selbst das größte Problem, sondern die vielen Barrieren des Alltags. Unsere Entscheidungen können Barrieren abbauen, oder wenn wir etwas Neues planen Barrieren von Anfang an vermeiden."
Die vorhandene WC-Anlage am Wochenmarkt ist nicht barrierefrei und kann auch nicht entsprechend saniert werden. Das hat die Stadtverwaltung bereits geprüft. "Das nächste, öffentliche barrierefreie WC ist weit weg. Menschen mit Beeinträchtigungen sind aber auf ein barrierefreies WC angewiesen. Deshalb ist ein Neubau an dieser Stelle unausweichlich", macht Marc Gerdes deutlich.
Verkehrsgünstige Zuwegung für Neubau erforderlich
Da der Sanitärtrakt an mehreren Hauptrouten des Fahrradverkehrs liegt und auch viele Marktbesucher mit dem Fahrrad kommen, wurde vor dem Gebäude eine sogenannte Fahrrad-Servicestation aufgestellt, wie sie zum Beispiel auch vor dem Bürgerbahnhof zu finden ist.
"Denkbar wären an dieser Stelle in der Zukunft auch Schließfächer, eine Servicestation mit Luftpumpen, Lademöglichkeiten für E-Bikes und ein Automat für Serviceartikel", geht Marc Gerdes ins Detail und fügt hinzu: "Dafür müsste hier natürlich auch eine verkehrsgünstige Zuwegung mit eingeplant werden."
Verwaltung rechnet erst im Jahr 2024 mit dem Neubau
Der Antrag der SPD-Fraktion wurde seinerzeit im Rat durch die Fraktion Bündnis90/Die Grünen ergänzt. Mittlerweile sind entsprechende Gelder in den städtischen Doppelhaushalt eingeworben. Wie Lutz Rothermundt vom Fachbereich 3 "Gebäude- und Grundstückswirtschaft" jetzt auf Anfrage unseres Medienhauses mitteilte, sind für das Jahr 2023 100 000 Euro und für das Folgejahr 150 000 Euro vorgesehen. Sobald der Doppelhaushalt vom Rat der Stadt beschlossen wurde, soll mit den Planungen und sonstigen Vorbereitungen für die neue Sanitäranlage beim Wochenmarktplatz begonnen werden.
Lutz Rothermundt rechnet mit einem Baubeginn allerdings erst zu Beginn des Jahres 2024. Bis dahin müssen sich Menschen mit Beeinträchtigungen weiter nach Alternativen suchen.