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Fotos: Harry Glocke, Sammlung Ohland
Die „Cobra“, mit dem weißen Anstrich auch „Schwan der Nordsee“
genannt, brachte Besucher aus Hamburg nach Cuxhaven.
Mit dem „Schwan der Nordsee“ zum Kurkonzert in Grimmershörn
Badekommissar warb
Ende der 20er-Jahre mit Lichtbildern
für Besuch in Cuxhaven
Gebürtig stammte Fritz Ohland
(1887–1968) aus dem Frankenland.
Um seine Militärpflicht zu leisten,
kam er 1907 erstmalig nach Cuxhaven.
Kein Wunder, dass er auch im 1. Weltkrieg
in die Stadt an der Elbmündung zu den
Waffen gerufen wurde. Als kaiserlicher
Geheimschreiber bei der Marine-Artillerie
lernte er während des 1. Weltkriegs
nicht nur Cuxhaven lieben und schätzen.
Er fand hier auch seine große Liebe. Der
Bund fürs Leben wurde geschlossen und
nach dem Krieg die berufliche Existenz
aufgebaut: Mit viel Herzblut leitete Fritz
Ohland seit 1928 als Badekommissar den
Fremdenverkehrsbereich der Stadt Cuxhaven.
Sein persönlicher Einsatz für das
Nordseebad war erfolgreich. Dennoch ließ
ihm die braune Diktatur nach der Machtergreifung
1933 keine Chance.
Als Sohn eines Werkmeisters in Schweinfurt
am Main geboren, absolvierte Ohland
nach der Schulzeit die Ausbildung zum
Kaufmann. Er lernte seinen Beruf in dem
bekannten Familienunternehmen Fichtel
& Sachs. In Cuxhaven arbeitete Ohland
nach dem 1. Weltkrieg zunächst als Einzelhandelskaufmann.
Er wurde in den
Rat der Stadt gewählt und widmete sich
mit großem Erfolg der Fremdenverkehrswerbung.
Darüber hinaus wirkte er als
Mitglied im Badeausschuss, im Verkehrsausschuss
sowie im Ausschuss für Leibesübungen.
Zu seiner großen Leidenschaft gehörte die
Arbeit für das Nordseebad Cuxhaven. Die
musste nach dem ersten Weltkrieg weitgehend
neu konzipiert werden. Auf Ohlands
Initiative gab es zum Beispiel die damals
beliebten Kaffeefahrten in See. Er war es
auch, der die Besichtigung der Übersee-
Hapag-Dampfer anregte und umsetzte.
Mehr noch: Die ebenfalls von Fritz Ohland
initiierten Besichtigungstouren per
Bus durch Cuxhaven und in die nähere
Umgebung fanden unter den Badegästen
in der Stadt große Resonanz.
1927 gehörte Fritz Ohland zu den Gründungsmitgliedern
des Fremdenverkehrs-
Sehen und gesehen werden: Badegäste und Cuxhavener trafen
sich sonntags gemeinsam zum Kurkonzert in Grimmershörn.
Erfolgreich für das
Nordseebad
gearbeitet:
Nazis ließen ihm
1933 dennoch
keine Chance.
Badekommissar
Fritz Ohland