
Mit deutlich vernehmbarem Klicken
trifft Metall auf Metall,
es knirscht leise, wenn die Kugeln
über den geharkten Kies rollen.
Vom Teich her dringt das Schnattern
einer Ente. Ab und an streicht der Wind
durch die Blätter der Bäume.
Ein ganz normaler Juni-Morgen im Cuxhavener
Seekurpark. Der Spielplatz am
Nordende ist um diese Uhrzeit verwaist,
von wenigen Ausnahmen abgesehen,
sind auch die Sitzbänke an den
Spazierwegen leer. Betrieb herrscht
lediglich auf den Boulefeldern: Ein
Grüppchen Einheimischer beugt sich
über ein Stillleben im Sand, diskutiert
über Abstände, um die Kugeln kurz
darauf einzusammeln und erneut nach
dem „Schweinchen“ zu zielen. „Wir sind
regelmäßig hier, um zu spielen“, sagt
Marlene und deutet auf ihre Mitstreiter,
die vor ein paar Jahren auf eben dieser
Boulebahn zueinander gefunden haben
und seither einmal wöchentlich gegeneinander
antreten. Sie loben die Anlage,
aber auch die Ruhe im Kurpark. „Die
einzige Gefahr, die hier droht“, erklärt
Martin, „kommt von oben“: Möwen haben
es auf die Zielkugel abgesehen und
tatsächlich schon den ein oder anderen
Holzball erbeutet.
Aufgrund der Gitter bleibt dies den
Watvögeln in dem gut einen Steinwurf
von der Boulebahn entfernt gelegenen
Limikolen-Gehege versagt. Als Teil des
kleinen Zoos im Kurpark war der Bereich
für Säbelschnäbler und Basstölpel
zuletzt noch einmal deutlich aufgehübscht
worden. Obwohl die Frage,
inwieweit solche Tiergehege heutzutage
überhaupt noch zeitgemäß sind, immer
wieder mal diskutiert wird, bleibt das
Areal nach den Worten von Cuxhavens
Kurdirektor Erwin Krewenka eine der
Hauptattraktionen innerhalb der auf
die Bedürfnisse unterschiedlicher Generationen
zugeschnittenen Grün-Oase.
„Hasendorf“ und Pinguinkolonie stehen
vor allem bei den ganz jungen Besuchern
hoch im Kurs und unterstützen
den Erlebnischarakter, der (in homöopathischen
Dosen wohlgemerkt) auch
in den ursprünglich zum reinen Erholungszweck
eingerichteten Kurpark
Einzug gehalten hat. Ein bisschen mehr
soll in dieser Hinsicht in Zukunft noch
möglich sein. So existiert seit dem Vorjahr
bereits ein Holzsteg, den in Zukunft
noch ein oder zwei „Schwäne“ (Tretboote
für eine Spritztour auf dem Kurpark-
See) komplettieren sollen.
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Grün-Oase
für unterschiedliche Generationen
Fotos: Koppe
Der Cuxhavener Seekurpark lädt zum Lustwandeln, aber eben auch zum
Spielen und Spaß haben ein. Dem Image einer „Kureinrichtung“ zum Trotz
bietet er Erholungs- und Erlebnisangebote für die gesamte Familie.