
in die Stadt an der Elbmündung und
tauschten hier ihre über den Krieg geretteten
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Habseligkeiten gegen Heringe,
Fischöl und Transeife ein.
Als Fritz Ohland 1928 als Badekommissar
in den Dienst der Stadt trat, war die
1882 errichtete erste Seebadeanstalt
Grimmershörn schon Geschichte und im
Jahre 1921 durch einen Neubau ersetzt.
1925 konnte dann auch noch der von
vielen gewünschte Musikpavillon hinzugebaut
werden. Damit erhielten Gäste
und Cuxhavener gleichermaßen einen
beliebten Konzertplatz.
Etwa ab 1900 entstanden im Bereich
des Sandstrandes von der Kugelbake
über Döse und Steinmarne bis hin nach
Duhnen weitere Fremdenverkehrseinrichtungen.
Während die Herren schon
gemeinsam in einem Bojenbad schwammen,
war für die Damen das sogenannte
Karrenbad noch bis zum Ende der 20-er
Jahre in Betrieb. Mit den Badeanzügen
wurde für sie dann alles viel einfacher.
Badekommissar Ohland zeigte mit seinen
Lichtbildervorträgen in Hamburg
und Bremen auch ein Foto von der Badebrücke
in Duhnen. Die erste Konstruktion
aus dem Jahr 1904 war offenbar nicht
stabil genug, so dass sie ein Sturm noch
im gleichen Jahr in Treibholz zerlegte.
Dennoch baute man sie im nächsten
Jahr provisorisch wieder auf, beantragt
aber gleichzeitig bei der zuständigen
Hamburger Bürgerschaft den Bau einer
200 Meter langen stabilen Seebrücke mit
davor liegender Badeanstalt. Die konnte
bereits 1906 mit einem Restaurant auf
der Brücke hoch über dem Wattenmeer
eingeweiht werden und war Jahrzehnte
lang ein besonderer Anziehungspunkt
in Duhnen. Weil die Kohlen im sehr kalten
Nachkriegswinter 1946 knapp waren,
fand die Badebrücke ihr Ende in den
Öfen der Cuxhavener.
Bis in das Jahr 1933 hinein wirkte Badekommissar
Fritz Ohland erfolgreich für
den Fremdenverkehr in Cuxhaven. Das
zeigen auch die Besucherzahlen. Bis zum
30. September 1933 reisten 69 760 Tagesgäste
(1932: 46 000) mit der Bahn an. Mit
dem Schiff erreichten im Jahr 1933 genau
76 281 (1932: 72 589) Passagiere Cuxhaven.
Bis zu drei Tagen blieben 11 280 Badegäste
und über drei Tage 11 668.
Als die Nationalsozialisten die Macht im
Cuxhavener Rathaus übernahmen, waren
für Badekommissar Fritz Ohland die
Tage gezählt. Ihm blieb als langjähriges
Mitglied der Loge „Anschar zum Friedenshafen“
keine Chance: Wie die Juden
waren auch Freimaurer den entwürdigenden
Angriffen der Nazis ausgesetzt.
Logenmitgliedern, die in öffentlichen
Verwaltungen beschäftigt waren, drohten
berufliche Nachteile. Weil Fritz Ohland
nicht bis zur Machtergreifung der Nazis
am 31. Januar 1933 die Loge verlassen
hatte, sondern erst verspätet am 10. Februar,
verlor er noch im gleichen Jahr
nicht nur seine Arbeit als Badekommissar
der Stadt, sondern darüber hinaus
auch das Amt als Geschäftsführer des
Fremdenverkehrsvereins Cuxhaven. Um
seine Familie versorgen zu können fand
er glücklicherweise als Geschäftsführer
des Hotels und Gesellschaftshauses „Zur
Sonne“ in der Nordersteinstraße eine
neue Aufgabe. C.E. Wendt
Badegäste und Kühe teilten sich den
Grünstrand in der Grimmershörnbucht.
Nahe der Badeanstalt, direkt am Seedeich
gelegen, betrieb J. H. Ascheberg
eine Milchkur-Halle. Dort gab es für die
Badegäste einen Milchausschank.
Etwa ab 1900 entstanden am Sandstrand
von der Kugelbake über Döse und
Steinmarne bis nach Duhnen Einrichtungen
für die Badegäste. Auf diesem Foto
ist am fahnengeschmückten Strand im
Hintergrund die Kugelbake zu erkennen.