
Mecki war immer dabei
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Abfahrt von Hamburg mit „Jan Molsen“ nach Neuwerk. Start mit dem Wattwagen in ein neues Leben auf Neuwerk.
Fotos: Tonn (1), Sammlung Hellwege, pixabay
100 Jahre „Schullandheim Neuwerk am Turm“
Peter Hellwege (70) erlebte das „Schullandheim Neuwerk am Turm“
der Heinrich-Herz-Schule Hamburg von klein auf.
Ganz nah dran war ich“, lacht der
gebürtige Hamburger. „Zumal
ich im Schullandheim auch
mithelfen musste. Zum Beispiel in der
Küche: abwaschen, Kartoffeln schälen
oder die Koffer der Neuankömmlinge
tragen. Meistens spielte sich das zusammen
mit anderen Neuwerker Kindern
ab. Wir haben die Koffer wie wild
herumgeworfen und die Stadtkinder
haben sich gewundert, welche Kräfte
wir entwickeln konnten.“
Das „Schullandheim Neuwerk am
Turm“ feiert in diesem Jahr seinen
100. Geburtstag. Eigentlich sollte das
Jubiläum groß gefeiert werden. Doch
Corona machte der offiziellen Feier einen
Strich durch die Rechnung. Einer,
der als Kind das Schullandheim, das
Treiben drum herum und das Neuwerker
Inselleben so intensiv erlebt hat,
wie wohl kaum ein anderer, ist Peter
Hellwege. Seine Fotosammlung lässt
Erinnerungen lebendig werden – wie
die an die erste Fahrt als Dreijähriger
mit Schiff und Wattwagen von Hamburg
aus zur Insel. Der heutige Cuxhavener
erinnert sich:
„1953 erfolgte die „Dienstantrittsfahrt“
meiner Mutter Emmi nach Neuwerk,
wo sie zunächst eine Stelle als Köchin
damals bei Alice Fock im heutigen Alten
Fischerhaus angenommen hatte.
Los ging es für Vater, Mutter, Tochter
und Sohn mit Sack und Pack. Frühmorgens
war Abfahrt von den Hamburger
Landungsbrücken mit der legendären
,Jan Molsen‘, die regelmäßig
im Cuxhaven-Dienst eingesetzt war.
Onkel Hans und Tante Meta haben uns
verabschiedet. Bevor es am nächsten
Tag mit dem Wattwagen weiterging,
wurde in Cuxhaven genächtigt und die
Kugelbake besucht.
Wetterfest verpackt ging es übers Watt.
Die ersten vier Jahre, in denen meine
Mutter bei Fock als Köchin gearbeitet
hat, hat sie mit mir bei Familie Fock
gewohnt. Mein Vater musste wieder
zurück nach Hamburg, wo er in Lohn
und Brot stand. 1957, als meine Mutter
das Schullandheim übernahm, ist
mein Vater mit auf die Insel gezogen.
Der gelernte Geldschrankbauer habe
während der gesamten Ehe ,den zweiten
Mann‘ gespielt, in der Hauptsache
als Hausmeister“, erzählt Peter Hellwege.
Auch nach der Neuwerkzeit ab
1965/66 im Kinderheim der Conrad-
Hinrich-Donner-Stiftung am Döser
Seedeich.
Im Schullandheim hat Peter Hellwege
bis 1962 in einer kleinen 2-Zimmer-
Wohnung zusammen mit Mutter,
Halbschwester und Vater gelebt. 1957
wurde er in der Inselschule eingeschult
und hat dort bis 1962 die Schul-
Peter Hellwege