
Beethoven
allerorten –
auch in
Cuxhaven
Jubiläen sind im Trend, auch in der
Kultur und da ganz besonders. Der
Grund dafür ist eigentlich ganz
einfach: Jubiläen bieten die Chance,
Vergessenes wieder einmal hervorzuholen,
es ins Licht zu rücken und – das
ist oft das Spannende bei der Sache –
es neu und anders zu beleuchten. Der
Jubilar des Jahres 2020, Ludwig van
Beethoven, der „Titan“ unter den Komponisten,
hat all das genau genommen
gar nicht nötig. Er ist präsent durch die
Jahrhunderte, ist stete Herausforderung
für Generationen von Interpreten
und nie nachlassender Anreiz für das
musikbegeisterte Publikum, aber dennoch
…
Und nun hat Corona uns einen scharfen
Strich gemacht durch das mit viel
Getöse angekündigte Beethoven-Jahr
anlässlich des 250. Geburtstages des
Komponisten. Von Verschiebung auf
2021 ist die Rede. Natürlich waren die
zentralen Beethoven-Ereignisse den
Musikzentren im Lande wie den großen
und kleinen, aber feinen Musikfestivals
vorbehalten. Doch auch die abseits
dieser kulturellen Hotspots liegenden
Städte wollten ihren Klassik-Fans Musik
des Jubilars nicht vorenthalten. So
auch Cuxhaven.
Einen ersten Vorgeschmack auf kommende
Beethoven-Genüsse bot im Januar
dieses Jahres das Pavel Haas Quartett
aus Prag, als es seinen Abend beim
Cuxhavener Konzertverein mit einer
ganz außergewöhnlichen Interpretation
des Streichquartetts Nr. 13 B-Dur op.
130 mit Großer Fuge op. 133 beschloss.
Damals schien Corona uns hier am äußersten
Zipfel des Elbe-Weser-Dreiecks
noch fern. Ein Irrtum, wie sich sehr
bald herausstellen sollte! Und so durfte
das Cuxhavener Konzertpublikum
weder die Hamburger Chamber Players
mit Beethovens Streichquintett CDur
op. 29 („Sturm“) im März noch das
für Mai angekündigte „ensemble 4.1“
mit des Komponisten Es-Dur-Quintett
op.16 für vier Bläser und Klavier erleben.
Vielleicht soll es irgendwann nachgeholt
werden …
Was bleibt, ist folglich ein Blick zurück
auf vergangene konzertante Beethoven-
Ereignisse. Und die Ausbeute ist – man
sollte es nicht glauben – bei Durchsicht
der Programme des Cuxhavener Konzertvereins
als über viele Jahrzehnte
zentralem Veranstalter klassischer Konzerte
enorm. Beschränkung, äußerste
Beschränkung ist also angesagt, will
man auch nur einige wenige ins Schlaglichter
in Blickfeld rücken. Nach dem
Neubeginn 1946 spielte das Klingler
Quartett im dritten Konzert der Saison
neben Quartetten von Haydn und Mozart
Ludwig van Beethovens Streichquartett
Es-Dur, op. 74. Karl Klingler,
Primarius des zu jener Zeit mit Agnes
20
Das Pavel Haas Quartett aus Prag.