Noch befindet sich die Regionalplanung des Landkreises in der Warteschleife. Doch das bedeutet nicht, dass keine Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Foto: Egbert Schröder
Noch befindet sich die Regionalplanung des Landkreises in der Warteschleife. Doch das bedeutet nicht, dass keine Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Foto: Egbert Schröder
Windpark-Projekt

250 Meter hohe Windräder? Rat positioniert sich zur Planung in Hechthausen

von Egbert Schröder | 29.04.2026

Das Projekt dürfte, wenn es umgesetzt wird, das Landschaftsbild zwischen den Samtgemeinden Hemmoor und Börde Lamstedt verändern: In Hechthausen hat sich der Rat mit Planungen für einen Windparkbau beschäftigt und Position bezogen.

Es ist ein erster Schritt - mehr aber auch nicht: Der Hechthausener Gemeinderat hat in dieser Woche grundsätzlich grünes Licht für Planungen zum Bau eines Windparks zwischen dem Ortsteil Laumühlen und Nindorf gegeben. Das Projekt taucht als Vorranggebiet bislang nicht im Entwurf des neuen Raumordnungsprogramms des Landkreises auf. Daher müsste es über einen planungsrechtlichen Umweg - und damit die Änderung der  Flächennutzungsplanung der Samtgemeinde - realisiert werden.

Wie berichtet, befindet sich das Raumordnungsprogramm für den Windkraftbereich auf Kreisebene in der Erstellung. Dort soll festgelegt werden, welche Bereiche sich im Cuxland künftig für das Aufstellen von Windkraftanlagen eignen. An dem Programmentwurf wird jedoch im Kreishaus noch gearbeitet.

Planungen auf eigenes Risiko

Investoren, deren Areale dort nicht berücksichtigt worden sind oder werden, können dennoch auf eigenes Risiko ihre Planungen vorantreiben. So auch ein Investor, der vier Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Hechthausen zwischen Laumühlen und Nindorf plant. Bereits im Februar war das Berliner Unternehmen "e-wikom" an die Samtgemeinde Hemmoor mit der Bitte herangetreten, den Flächennutzungsplan im Bereich Laumühlen ändern zu lassen, damit der "Windpark Nindorf" realisiert werden kann. "Die Flächen der beteiligten Eigentümergemeinschaft weisen ein erhebliches Potenzial für die Nutzung der Windenergie auf. Auf Grundlage der derzeit verfügbaren technischen Parameter der aktuellen Anlagengeneration erscheint die Errichtung von bis zu vier Windenergieanlagen im Gemeindegebiet Hechthausen realistisch. Dies entspräche einer installierten Gesamtleistung von rund 27 Megawatt bei einer Einzelleistung von 6,7 Megawatt und einer Gesamthöhe von circa 250 Metern", heißt es in einer Antragsbegründung.

Durch die Änderung des Flächennutzungsplanes verspricht sich "e-wikom" einen "verlässlichen planerischen Rahmen", um angesichts des "derzeit schwer absehbaren zeitlichen Verlaufs der Regionalplanung zusätzliche  Planungssicherheit" zu bekommen. Sämtliche Kosten für die Planänderung würde "e-wikom" übernehmen.

Andreas Elfers (Bauamt der Samtgemeinde Hemmoor) erläuterte auf der Hechthausener Ratssitzung das formale Prozedere und verwies darauf, dass die Erfolgsaussichten für eine Umsetzung der Windparkplanungen schwer einzuschätzen seien. Es handele sich um eine "Risikoplanung". In dem Bereich existiere bislang ein Vorrang für Grünlandbewirtschaftung. Zudem müssten vogelschutzrechtliche Vorgaben beachtet werden.

Dubbert: "Nicht heimlich, still und leise"

Uwe Dubbert (SPD-Fraktionschef) und Erwin Jark (Bürgermeister, SPD) unterstrichen, dass die Gemeinde mit ihrem grundsätzlichen Ja zur Änderung des Flächennutzungsplanes die Samtgemeinde ins Spiel bringe. Die Samtgemeinde werde dann für die weiteren Schritte und den Abschluss eines "städtebaulichen Vertrages" mit dem Investor zuständig sein. "Wir schieben das Thema jetzt aber an", so der Bürgermeister.

Uwe Dubbert wies im Rahmen der Sitzung die Kritik eines Anwohners zurück, dass "heimlich, still und leise" ein Windparkbau beschlossen werden solle. Es handele sich um ein transparentes Verfahren, bei dem auch die Bevölkerung direkt beteiligt werde. Die SPD spreche sich generell aber für den Ausbau erneuerbarer Energien aus; auch in Hechthausen.

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Egbert Schröder

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