365 Tage unfallfrei: Siemens-Team spendet 10.000 Euro an das Kinderhospiz in Cuxhaven
Das Team Finish/Paint aus dem Turbinenwerk von Siemens Gamesa in Cuxhaven hat einen Meilenstein erreicht: 365 Tage unfallfrei. Das hat bisher noch kein anderes Team geschafft. Von der Belohnung profitiert jetzt das Kinderhospiz Cuxhaven/Bremerhaven.
Das Team Finish/Paint aus dem Turbinenwerk von Siemens Gamesa in Cuxhaven hat einen besonderen Meilenstein erreicht: 365 Tage unfallfrei - eine Leistung, die bisher noch kein anderes Team geschafft hat. Im Werk in Cuxhaven rückt das Thema Arbeitssicherheit immer stärker in den Fokus. Dass dieses Ziel nun ein ganzes Jahr lang erreicht wurde, erfüllt viele im Team mit Stolz.
Eigentlich war als Belohnung ein Teamevent versprochen worden, doch dann kam von den Mitarbeitenden ein Vorschlag, der viele berührte: Warum das Geld nicht spenden? Die Idee fand sofort Anklang. "Wir haben im Team eine Umfrage gemacht, und fast alle waren dafür. Ich bin stolz, so ein Team führen zu dürfen", sagte Marc Vagts, der gemeinsam mit Christian Thiel Werkstattleiter der Gruppe ist.
"Das ist etwas, worauf wir stolz sein können"
"Wir haben ein Jahr unfallfrei gearbeitet und sollten dafür eine Belohnung kriegen, aber wir wollten das Geld nicht für uns ausgeben", sagte Christian Thiel, Werkstattleiter Finish/Paint, und ergänzte: "Unser Kollege Erkan Girisit hat dann im Internet geguckt, wer das Geld gebrauchen könnte. So kamen wir auf das Kinderhospiz."
Auch die Werksleitung war begeistert und stuockte den Betrag noch einmal auf. Bei der letzten Betriebsversammlung bei Siemens Gamesa gab es daher einen Scheck über 10.000 Euro. "Es ist ein großer Erfolg, der zeigt, wie aufmerksam und verantwortungsvoll die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag unterwegs sind - und wie stark der Zusammenhalt im Team ist. Sicherheit ist bei uns nicht nur ein Ziel, sondern etwas, das wir leben. Jeder Tag zählt. Und ein ganzes Jahr? Das ist etwas, worauf wir gemeinsam stolz sein können", so Luisa Heskamp, Communications Specialist im Cuxhavener Werk.
Die Geste der Mitarbeiter hat etwas angestoßen. Künftig soll jedes Team, das ein Jahr lang unfallfrei arbeitet, ebenfalls einen Spendenbetrag erhalten - und selbst entscheiden, wohin das Geld geht.
Im Kinderhospiz wird das Leben gefeiert
Am Freitag besuchte eine kleine Delegation gemeinsam mit den Werkstattleitern das Kinderhospiz in der Franz-Rotter-Allee, um sich selbst ein Bild von der Arbeit vor Ort zu machen. Das ambulante Kinderhospiz in Cuxhaven begleitet lebensverkürzt erkrankte junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr. Es bietet verlässliche Beratung, Unterstützung und Begleitung für die Betroffenen und ihre Familien. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensqualität und die Teilhabe aller Beteiligten. Bei einem Rundgang stellten die Mitarbeitenden den Gästen ihr Haus vor - und schnell wurde deutlich: In diesen Räumen steht nicht die Trauer im Mittelpunkt.
Das Haus ist bis heute einzigartig für die ambulante Kinderhospizarbeit in Deutschland, erklärte die Vorsitzende Azize Subasic. Der Schwerpunkt liege auf der Begegnung zwischen Kindern und Jugendlichen, deren Familien und den Ehrenamtlichen. Im Cuxhavener Kinderhospiz wird das Leben gefeiert - auch in Phasen der Trauer, des Abschieds und des Schmerzes.
Rund 40 Kinder werden derzeit von ebenso vielen Ehrenamtlichen begleitet. 38 von ihnen haben bereits die 120-stündige Ausbildung für palliative Begleitung abgeschlossen. "Die Kinder kommen nach der Schule hierher bis zum Abend und spielen miteinander. Eine Besonderheit, da die Ehrenamtlichen sonst die Kinder in ihrem Zuhause betreuen. In den Ferien sind die Kinder ganztägig hier", erklärte Martina Willner, leitende Koordinatorin des Kinderhospizes, und führte weiter aus: "Und ohne die Spenden können wir nicht arbeiten, geschweige denn das Haus unterhalten. Wir sind froh, dass ihr da seid."
Das gilt für alle Bereiche der Arbeit: von der Beratung durch palliativ ausgebildete Koordinatorinnen über die ambulante Begleitung von Kindern und Eltern bis hin zur Trauerbegleitung für Familien. Ein Großteil der Mittel, die der Verein für seine Angebote, die Arbeit der Ehrenamtlichen und den Erhalt der Räumlichkeiten benötigt, stammt aus Spenden. Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung sind deshalb wichtige Bausteine, um diese Unterstützung zu sichern.
Der "Wunschzaun" und die bunten Vogelhäuschen
Mit den Spenden können aber auch besondere Wünsche der Kinder erfüllt werden - etwa ein neues Trampolin, Besuche der Polizei mit ihren Einsatzfahrzeugen oder sogar ein Ausflug ins Weserstadion. "Für die Kinder echte Highlights", sagte Willner.
Wer am Kinderhospiz in der Franz-Rotter-Allee vorbeikommt, kann selber etwas Gutes tun. Vor dem Gebäude steht ein bunter Zaun - der "Wunschzaun". Bunte Vogelhäuschen hängen daran in denen sich kleine Zettel mit der Bitte um eine Anschaffung oder einen Zuschuss zur nächsten Pommes- und Eis-Runde verbergen. Selten dauert es lange, bis Leute mit einer Sachspende vor der Tür stehen. Gerne kann man dann auch hineinkommen - die ehrenamtlichen beantworten gerne Fragen und stellen ihre Arbeit vor.
Usbek (Production Group Supervisor Finish|Paint) , Marc Vagts (Werkstattleiter Finish | Paint), Erkan Girisit (Arbeiter im Paint | Finish), Christian Thiel (Werkstattleiter Finish | Paint), Sarah Omairat (Teamassistenz der Abteilung)