40 Aussteller begeistern auf Otterndorfer Gewerbemesse
Die 6. Gewerbemesse bot am Sonntag Einblick in verschiedenste Bereiche wie Bau, Gesundheit und Tourismus.
"Einfach mal gucken und ein bisschen schnacken": Viele Besucher nahmen die Otterndorfer Gewerbemesse als willkommene Gelegenheit wahr, um sich einfach mal treiben zu lassen. Langweilig wurde es dabei kaum: In den Seelandhallen gab es am Sonntag jede Menge zu entdecken.
40 Aussteller "aus den unterschiedlichsten Bereichen" seien gekommen, um sich zu präsentieren: Das hob Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen hervor, als er die 6. Gewerbemesse gemeinsam mit Imke Lütjen (Stadtmarketing Otterndorf) eröffnete. Johannßen begrüßte zahlreiche Gäste aus den Reihen der Politik und wies auf die von lokalen Betrieben unterstützte Tombola hin, bevor er die erste Darbietung ankündigte: Die Cuxhavener Tanzschule "Step by Step" sorgte dafür, dass die Messebesucher beschwingt ihren Rundgang starteten.
Tipps zum Thema Bauen und Sanieren
Wer in die Seelandhallen gekommen war, um sich Tipps für Sanierungs- oder Verschönerungsmaßnahmen rund ums eigene Heim abzuholen, wurde im Karree der Aussteller garantiert fündig. Mehrere Handwerksbetriebe stellten auf der Gewerbemesse ihr Leistungsprofil vor. Christian Oldenburg, Chef des gleichnamigen Otterndorfer Malerbetriebs, zeigte anhand von Musterbüchern nicht nur, wie man Farbe in sein Zuhause bringen, sondern die eigenen vier Wände durch den passenden Bodenbelag auch gemütlicher gestalten kann. "Wir sind aber auch hier, weil wir Verstärkung suchen", sagte Oldenburg, der sich nach eigenen Worten nicht über zu wenig Aufträge beklagen kann.
Wie Kunden solch ein Renovierungsprojekt finanziell stemmen können, wusste man am Messestand der Weser-Elbe-Sparkasse: Baufinanzierungsberater Matthias Katt wies insbesondere auf die Bedeutung des Themas Energetische Sanierung hin, das eine Rolle spielt, sobald ein Sparer sich seinen Traum vom Eigenheim mit dem Kauf einer Bestandsimmobilie erfüllt. Generell könne man sagen, dass "Sanierung und Modernisierung" inzwischen etwa die Hälfte aller Kundengespräche ausmache, erklärte Katt.
Vorsorge für den Ernstfall
Wichtiger als das Thema Wohnen ist höchstens noch die Gesundheit. Dass sich Otterndorf auch in medizinischer Hinsicht zu einer bekannten Adresse gemausert hat, spiegelte sich auch auf der Schau am gestrigen Sonntag wider: Das Krankenhaus Land Hadeln stellte sich dort als Anlaufpunkt für einige Spezialgebiete - etwa für Schmerztherapie und Endoprothetik - vor. Selbst wenn es um Themen ging, die man aus Patientensicht am liebsten umschifft: Wie eine Kniegelenks- oder Hüft-OP vonstattengehe, interessiere das Messepublikum durchaus, betonte Kira Hahnefeldt, medizinische Fachangestellte am Krankenhaus Land Hadeln, unter Verweis auf zahlreiche Modelle, die Besucher sogar in die Hand nehmen durften.
Echten Mehrwert bot auch der Messeauftritt des Bereichs Bevölkerungsschutz (Landkreis Cuxhaven). Stephanie Bachmann und Katja Bruns-Cordes wiesen unter anderem auf die Bedeutung hin, die den sogenannten "mobilen Rettern" in einem Gebiet wie dem Flächenlandkreis Cuxhaven zukommt. Dabei handelt es sich um Ersthelferinnen und -helfer, die sich registrieren lassen, eine Schulung durchlaufen und im Falle eines Notfalls im Nahbereich über Handy-App alarmiert werden. Für dieses Modell zu werben, war nicht das einzige Anliegen am Messestand. Anhand eines zu Demonstrationszwecken aufgebauten Vorratsregals konnten Besucher auch nachvollziehen, wie wenig es eigentlich braucht, um ein Mindestmaß an häuslicher Vorsorge für eine Hochwasserlage oder einen Blackout zu treffen.
Die eigene Heimat neu entdecken
Angenehmeren Gesprächsstoff bot Riko Karsten (Tourist-Information Wingst), der die Schau nutzte, um Gästen von außerhalb (aber auch den einheimischen Besuchern) die Schönheiten seines Heimat-Landstrichs näherzubringen. "Warum in den Harz fahren?", lautete Karstens ganz und gar nicht provokant gemeinte Frage: Die Wingst sei - wenn auch auf kleinerem Raum - ein Eldorado für Wander- und Naturfreunde; biete sie doch Raum für die unterschiedlichsten Aktivitäten. "Pilze sammeln könnte jetzt im Herbst ein Thema sein", schlug der Wingst-Touristiker vor und breitete eine Karte ("Wanderpfade") vor den Standbesuchern aus. Wer ungern läuft, könne eine Kahnfahrt im benachbarten Sietland buchen. Und sich gegebenenfalls fünf Stunden Autofahrt bis in den Spreewald sparen.
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