Ein Grundgesetz steckt in einem Bücherregal. Das Grundgesetz der Bundesrepublik feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Ein Grundgesetz steckt in einem Bücherregal. Das Grundgesetz der Bundesrepublik feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Das Grundgesetz feiert Geburtstag

75 Jahre Grundgesetz: Was junge Menschen aus Kreis Cuxhaven über Grundrechte wissen

von Redaktion | 22.05.2024

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird am 23. Mai 75 Jahre alt. Für Bürgerinnen und Bürger die Grundrechte von hoher Bedeutung. Ist jungen Menschen aus der Region das bewusst? Was wissen sie über das Grundgesetz?

Das Fundament unseres Zusammenlebens in einem freien und demokratischen Rechtsstaat feiert seinen 75. Geburtstag. Am 23. Mai 1949 wurde in Bonn am Rhein das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet und in einer öffentlichen Sitzung angenommen. Mit der Zustimmung von mehr als zwei Drittel der beteiligten deutschen Länder wurde der Bundesrepublik Deutschland somit ein Leben mit Frieden, Freiheit und Demokratie ermöglicht. Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland und steht über allem. Doch was wissen junge Menschen aus der Region eigentlich heute noch darüber?

Grundrechte der Menschen: Unrecht soll sich nicht wiederholen

Seit der Wiedervereinigung 1990 gilt das Grundgesetz für ganz Deutschland. Viele Regelungen der Verfassung sind Folgen der Menschenrechtsverletzungen während der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945. Damit sich Unrecht nicht wiederholen kann, wurden die Grundrechte der Menschen verfasst, die im Grundgesetz eine zentrale Rolle einnehmen.

Die wichtigsten Artikel des Grundgesetzes

Insgesamt besteht das Grundgesetz aus 146 Artikeln, von denen die ersten 19 die Grundrechte der Menschen sind. Sie sind die wichtigsten Artikel des Grundgesetzes für die Menschen, da sie die Bürger vor Willkür, Unrecht und Gewalt seitens des Staates schützen.

Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung sind bekannt

Die 17-jährige Kim aus Bremervörde-Elm verfügt laut eigener Aussage zwar über ein gewisses Bewusstsein über ihre Grundrechte. Ihr Wissen sei jedoch begrenzt. Grundlegende Konzepte wie Meinungsfreiheit oder Gleichberechtigung verstehe sie und sei sich ihrer Rechte bewusst, doch sie habe sich noch nie intensiv mit den rechtlichen Feinheiten und den praktischen Anwendungen beschäftigt. Kim gibt zu, dass sie sich in ihrem Alltag nicht allzu sehr mit den Grundrechten auseinandersetzt. Bisher habe es ihr "wahrscheinlich an Reiz" gefehlt, da sie mit einigen Grundrechten noch nie in Berührung treten musste.

Geringes Wissen über die Grundrechte

Der 17-jährige Jannis ist sich seinen Angaben zufolge seiner Rechte teilweise bewusst. Sein Wissen darüber sei jedoch gering: Er wisse zwar, dass er Rechte und Pflichten besitzt. Den Umfang dieser kennt er aber nicht genau. Er betont auch, dass er die Bedeutung der Grundrechte für die Bundesrepublik Deutschland anerkenne, sich aber noch nie wirklich mit ihnen auseinandergesetzt habe. Hauptsächlich in der Schule kam er in Kontakt mit den Grundrechten. Im Alltag habe es noch keine konkreten Situationen gegeben, in denen er mit den Grundrechten in Kontakt kam.

Meinungsfreiheit und Recht auf Leben

Thilo (17) sind einige der Grundrechte bekannter als andere - wie die Gleichberechtigung aller Menschen. Er lobt, dass sich jeder Einzelne auf die Grundrechte berufen und sie einfordern kann. Thilo selbst hat sich schon oft mit seinen Grundrechten beschäftigt. Vor allem die Meinungsfreiheit und das Recht auf Leben sind ihm schon in verschiedenen Lagen klar geworden. Wie wichtig es ist, seine Grundrechte zu kennen, um in Freiheit und Sicherheit leben zu können, wurde ihm dadurch deutlich bewusst.

Ist das Getane rechtlich überhaupt zulässig?

Die 16-jährige Xenia gibt zu, dass sie die Grundrechte nicht so gut kennt wie sie sollte. Generell mache sie sich eher wenig Gedanken über ihre Rechte und könne in gewissen Situationen nicht beurteilen, ob das, was sie getan hat, überhaupt rechtlich zulässig ist. Die Schülerin räumt ein, dass sie sich im Alltag - außerhalb des Politikunterrichts - kaum mit den Grundrechten auseinandersetzt und im Großen und Ganzen nur wenige Rechte kennt.

Schwierig, einen Überblick zu bekommen

Die 18-jährige Lilly aus Bremervörde ist der Meinung, dass jedem Menschen seine Grundrechte auf irgendeine Weise bekannt sind. Sie selbst findet jedoch, dass der Umfang enorm ist und es daher schwierig sei, einen Überblick über die verschiedenen Themen zu bekommen. Viele der Grundrechte seien ihr nicht bekannt. Lilly erinnert sich, dass sie zuletzt in der Schule mit dem Grundgesetz konfrontiert wurde, aber auch dort das Thema nur kurz behandelt wurde. Daher würde sie sich wünschen, dass solche Themen etwas mehr im Lehrplan und im Alltag berücksichtigt werden.

Grundrechte als eine Art Allgemeinwissen

Hannes (18) sind die Grundrechte laut eigener Aussage sehr bewusst. Er wisse genau, welche Rechte und Pflichten er hat. Der Schüler sieht sich als politisch interessiert, hab sich aber nie wirklich mit den Grundsätzen beschäftigt. Trotzdem hat er das Gefühl, sich in diesem Bereich gut auszukennen, da es für ihn eine Art Allgemeinwissen ist. Er hat sich vor allem in der Schule mit dem Thema beschäftigt. Auch ihm fallen im Alltag keine nennenswerten Situationen ein, in denen er die Grundrechte anwendet. Ihm ist aber bewusst, dass er ohne Grundrechte einen ganz anderen Alltag hätte.

Von Jette Schult

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