Ab Cuxhaven: Auf Kreuzfahrt gehen für einen Tag
Es muss nicht immer der ganz große Törn sein: Das Gefühl einer Seereise lässt sich auch in Form eines Tagesausflugs erleben. Cuxhaven ist Ausgangspunkt zahlreicher Fahrten
Die Fahrten führen die entweder zu den Seehundsbänken, durch den Hafen oder Richtung Neuwerk. Wer mehr will, bucht einen Helgoland-Trip und bekommt einen echten Seetag geboten. Nur das "Captain's Dinner" - auf das muss man vermutlich verzichten.
Zwei Stunden Zeitaufwand sind nicht die Welt, wenn es darum geht, Erinnerungen an ein echtes Nordsee-Erlebnis mit nach Hause nehmen zu können. Das Fahrgastschiff "Wappen von Cuxhaven" löst die Leinen, um von der Alten Liebe aus Kurs auf Gelbsand zu nehmen.
Meeressäuger
beobachten
Die Sandbank ist ein bevorzugter Lagerplatz von Seehunden und Kegelrobben - zwei engen Verwandten aus der Familie der Hundsrobben (Phocidae). Wie nah die Passagiere den Tieren kommen, hängt nicht von der Tide ab, sondern vom Tierschutz: "Natürlich hält das Schiff ausreichend Abstand zu den Seehunden", versichert die Cuxhavener Reederei Cassen Eils auf ihrer Webseite. Sehen wird man trotz allem etwas: Graubraune Leiber, die sich träge im Sand aalen. Ab und an ein Kopf, der sich hebt, ohne dass das Tier von den Besuchern allzu große Notiz nähme. Ein Feldstecher ist kein Muss, doch der Blick durchs Glas macht diesen Ausflug womöglich zu einem besonders eindrücklichen Erlebnis.
Große Pötte
angucken
Vom Wasser aus gibt es auch auf der Landseite jede Menge zu entdecken: Das Steubenhöft - einstmals Ausgangspunkt in die Neue Welt -, das Cuxport-Terminal und eine im Bau befindliche 1,2 Kilometer lange Pier ziehen vorbei, wenn die "Flipper" (ebenfalls ab Innenkante Alte Liebe) Kurs auf den Nord-Ostsee-Kanal nimmt. Los geht es am Montag, 10. August, 11 Uhr vormittags; gute sechs Stunden lang ist das Schiff (Rückfahrt inbegriffen) unterwegs. In dieser Zeit bewegen sich die Fahrgäste auf einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt - mit der Chance, zahlreiche "große Pötte" zu passieren. "Sehleuten" dürfte es auf dieser Tour keinesfalls langweilig werden, trotzdem gehören Lesestoff und (selbst im August) eine Jacke ins Gepäck.
Ein Stück weit
wegfahren
Wie wäre es mit einer Fahrt nach Hamburg? Die Elbreederei Rainer Abicht hat einen Ganztagesausflug (Rückkehr: 22.30 Uhr) mit dem Schiff "Fantasia" im Programm. Im Monat August verkehrt die "Fantasia" donnerstags bis sonntags ab der Alten Liebe. Abfahrt ist nach Reederei-Angaben bereits morgens um 8. Die frühe Uhrzeit ist Voraussetzung, um einen circa zweistündigen Landgang in der Hansestadt integrieren zu können. Flanieren und etwas Essen stehen dann auf dem Programm, denn an Schiffen haben sich die Passagiere womöglich schon während der Elbpassage sattsehen können.
Statt Großstadttrubel sucht manch einer womöglich lieber das beschauliche Leben auf einer Insel: Auf Helgoland kann man nicht nur einen Tag, sondern auch einen Kurzurlaub verbringen - Letzteres ist sogar ein Muss, wenn man alles (sprich: die Lange Anna, die Vogelkolonie auf dem Lummenfelsen, Hummerbuden und Düne) besuchen möchte. Die 60 Kilometer, die zwischen Festland und dem Süd- beziehungsweise Binnenhafen liegen, kann man mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zurücklegen. Der Highspeed-Katamaran "Halunder Jet" (Förde Reederei Seetouristik) benötigt für eine Überfahrt 70 bis 75 Minuten. Die "Helgoland" (Cassen Eils) ist zwei bis zweieinhalb Stunden unterwegs, bevor die Passagiere auf der vermeintlichen "Hochseeinsel" an Land gehen können.
Einfach mal einen
Gang runterschalten
Zu lang oder zu teuer? Ein Ausflug nach Neuwerk ist ein guter Kompromiss. Die Insel liegt nah genug, um die Cuxhavener Skyline im Blick behalten zu können - und bietet mit ihrer Lage im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ein anderes, aber nicht minder spannendes Naturerlebnis. Wer entschleunigen möchte, ist hier am richtigen Ort - hätte er als Tagesbesucher nicht das Problem, das Schiff oder den Wattwagen für die Rückfahrt nach Cuxhaven erreichen zu müssen. An ausgewählten Terminen besteht allerdings auch die Möglichkeit, einen "XXL-Aufenthalt" auf der zu Hamburg gehörenden Insel zu buchen. Bis zu sechs Stunden dauert der; im Preis inbegriffen ist eine geführte Wanderung zu den Seehunden oder zur Vogelinsel Scharhörn.
Solche Zwänge entfallen bei einem Trip auf der Medem, bei dem man andererseits auf Salzluft und die Schreie von Seevögeln verzichten muss. Mit nicht einmal 17 Kilometern Länge ist die Medem eher ein Flüsschen - und trotzdem kann man auf ihr eine Mini-Kreuzfahrt buchen. An Bord einer Barkasse geht es vom Anleger am Großen Specken landeinwärts bis nach Ihlienworth.
Als besonderes Highlight gilt die in regelmäßigen Abständen stattfindende Lichterfahrt auf der Medem: Bei dieser Gelegenheit bleibt die MS "Onkel Heinz" in Otterndorfer Gewässern, ist dafür aber stimmungsvoll illuminiert. Der nächste Lichterfahrt-Termin: Am Sonnabend, 7. August, 19.00 Uhr. Ausfallen müssen dagegen bis auf Weiteres die Oste-Touren mit der "Mocambo". Alternativ könnte man im Sietland eine Kahnfahrt buchen. Oder sich in Ihlienworth ein Kanu mieten. Wer selbst Kapitän spielen und ein Boot leihen möchte, hat dazu auch in Otterndorf Gelegenheit.






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